also wenn mein beitrag jetzt so rübergekommen ist, als würden mir die druffies den spass verderben, dann muss ich das korrigieren. soweit ich das beurteilen kann bin ich auch nicht gerade jemand, der durch die schwarze brille schaut. ich bin genauso dem blinden genuss ergeben wie andere auch. und ich habe spass dabei wie andere auch. ich reflektiere aber mein verhalten und das verhalten anderer und frage mich ob es mit dem, was ich eigentlich sein will, übereinstimmt, bzw. ob andere das auch wirklich leben, was sie vorgeben zu sein. und ich versuche dabei ehrlich zu sein und eben nicht durch irgendwelche brillen zu schauen, soweit das überhaupt möglich ist. überall geben menschen vor was sie gerne wären und halten ideale hoch, die sie aber bei genauerer betrachtung nicht leben. so wie eben auch in der goaszene. ich glaube nicht, dass das etwas mit schwarzer brille zu tun hat. oder mit der angst davor, das gute zu sehen. vielmehr denke ich, dass sehr viel schöngeredet werden muss, wenn man das gute sehen will. und "gut" betrachte ich hier nicht im sinne von: "jööö isch der/die herzig", sondern was er/sie tut um authentisch zu sein und seinen wesenskern zu ent-wickeln. rastas, lsd und ein wochenend-party-lächeln (welches sich unter der woche in depressionen wandelt) sind in meinen augen jedenfalls nicht ausreichend.
ich wollte jedenfalls nur "die spass- und konsumgesellschaft kritisieren", die mir in form von goaparties genauso erscheint, wie in form von fasnachtsveranstaltungen. ich sehe kaum einen unterschied. übrigens, auch die fasnacht könnte ja etwas ganz anderes sein, als sie effektiv ist. fasnacht hat eine lange tradition und beinhaltet ein mystisches naturverständnis. fast wie ne goa
aber wenn die goaparty wirklich das letzte dir im leben verbleibende ist, was dir halbswegs spass macht, dann verstehe ich deine argumentation und wieso du goas als etwas für dich besonderes bewahren möchtest. das ist ja nichts schlimmes, ich finds ja schön, ist nur nicht mein weg. ich drücke ja nur meine meinung aus. was man halt so macht in einem forum...
indigo hats eigentlich auf den punkt gebracht: die gesellschaft verändert sich. und mit ihr eben auch alle möglichen formen von zusammenkünften, die aus ihr hervorgehen... ich sehe den drang nach freiheit, individualität, nach einer anderen form des lebens. dieses aufbegehren drückt sich derzeit hauptsächlich in ausschweifungen, exzessen und (selbst-)zerstörerischen handlungen aus. jeder holt sich seinen kick. ich will das nicht moralisieren, aber man kommt seinem wesenskern dadurch kaum näher. es hat nichts mit spirituellem weiterkommen zu tun, was aber in der "szene" immer wieder idealisiert und romantisiert wird. wobei ich nicht ausschliesse, dass für den einzelnen vielleicht gewisse (negative) erfahrungen nötig sind. es ist ja schon ein vorteil, wenn man weiss, was man eben nicht (mehr) braucht....
@jürg
sehr wahr, natürlich ist das weiterhin möglich. es ist auch möglich, dass man die tiefgreifenste erfahrung seines lebens auf ner goaparty macht. aber wie du schon gesagt hast, sind das dann eher individuelle ereignisse, die eigentlich nichts mit der party, also dem kollektiv, zu tun haben. das mystische tanzerlebnis kann ich genausogut mit kopfhörern auf dem egotrip im wald haben...

