@ FA2 Danke für Dein Lob.
Deine Beiträge schätze ich auch sehr, sie veranlassen mich immer wieder zum denken.
Capablanca hat geschrieben:
Liebe hat für mich nichts mit Trieb zu tun. Liebe bedeutet: ich habe eine Person so weit verstanden und beginne eine tiefe Verbundenheit zu ihren tiefsten charakterlichen Eigenschaften wahrzunehmen. Liebe ist jenseits aller äußeren Form, wenn auch die äußere Form passen muss, dass Partnerschaft funktioniert (eben wegen der Sexualität), ist sie nicht die entscheidende Bedingung.
Wenn man zwischen Trieb - von welchem auch der Eigensinn, das Ego, kommt - und moralischer Liebe differenziert, wird man feststellen, das Liebe nichts weiter als ein Gefühl einer seelischen Verbundenheit ist, die auf gegenseitigem Verständnis, Respekt und Sympathie ihre Grundlage findet. Diese Art der Liebe ist auch von Partnerschaft unabhängig, sondern ganz allgemein zwischen Menschen jeglicher Art möglich.
Nur das ist aber für mich echte Liebe. Um es mal definiert zu haben.
Hhm, eine schöne Definition von Liebe. Hier habe ich noch ein paar Inputs aus dem Buch "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm
Erich Fromm differenziert folgende Arten von Liebe:
Selbstliebe
Mütterliche Liebe
Elternliebe
Nächstenliebe
Erotische Liebe
Liebe zu Gott
Mütterliche Liebe ist meistens bedingungslos, in der Nächstenliebe ist jeder enthalten und in der erotischen Liebe meistens nur ein auserwählter Charakter.
@ Capablanca; Ich frage mich daher, ob das was du als Liebe definierst, die Nächstenliebe ist?
@ FA2 zu Deinem vorletzten Beitrag. Ich hab nich was gefunden aus dem Buch "Körpersprache der Liebe" von David Givens.
Auszug (Sinngemäss):
"Satisfaction Principle"
Sobald wie jemanden finden, der gut genug für uns ist - also zumindest ein paar der von uns bevorzugten Merkmale besitzt - sind wir zufrieden. Die Suche nach Perfektion weicht der Anerkennung dessen, was wir vor uns haben, sodass wir zumindest für eine gewisse Zeit aufhören, nach dem optimalen Partner zu suchen. Stattdessen werden wir von "Maximizern" zu "Satisficern", wie die Psychologen das nennen.
Laut dem Nobelpreisträger und Wirtschaftswissenschaftler Herbert Simon, der diesen Begriff 1957 prägte, ist ein Satisficer jemand, der aufhört, in einem Heuhaufen Nadeln zu suchen, sobald er die erste gefunden hat. Sein Gegenteil, der Maximizer, ist jemand, der so lange weitersucht, bis er die perfekte Nadel gefunden hat. Der Psychologe Barry Schwartz vom swarthmore College, Pensylvania, fand heraus, dass Satisficer mit ihrer Wahl glücklicher sind als Maximizer. Seine Forschungsergebnisse legen nahe, dass Maximizer mehr Beziehungsprobleme haben, da sie ständig nach jemand Besserem Ausschau halten.
***
Dem Maximizer liegt vielleicht eine unaufgelöste Unzufriedenheit zu Grunde?
Und hier noch ein Gedicht von Paracelsus:
Wer nichts weiss, liebt nichts.
Wer nichts tun kann, versteht nichts.
Wer nichts versteht, ist nichts wert.
Aber wer versteht,
der liebt, bemerkt und sieht auch ...
Je mehr Erkenntnis einem Ding innewohnt,
desto grösser ist die Liebe ...
Wer meint, alle Früchte
würden gleichzeitig mit den Erdbeeren reif,
versteht nichts von den Trauben.
Gruess
