Der der unterdrückt wird ebenfalls nicht grundsätzlich Erfolg haben. Das Stockholm Syndrom funktioniert nicht immer... Wobei es vermutlich selten vorkommt, dass es jemand auf diese Weise versucht - was eher vorkommt, sind jene, die in eine Beziehung schlittern, worin einer von beiden unterdrückt wird, was beim Opfer dazu führt, dass es versucht mit Liebe auszugleichen, was ihm an Hass wiederfährt. Diese Konstellationen sind immer noch häufig und wer sich dem aussetzt (als Opfer) glaubt tatsächlich etwas gutes zu tun. Während die Täter, die in ihrer Eifersucht gefangen sind und gänzlich zwanghaft, was ihre einstmalige Liebe angeht, sich dadurch in ihrem bösen Tun, sogar noch bestätigt sehen. "Seht her, wie sehr sie mich liebt" sagen sie dann...denn der, der verführt oder erobert nimmt das risiko in kauf, dass es nicht klappt. (im gegensatz zu dem, der den anderen unterdrückt)
Das Spiel der Verführung ist für Dich also eines, worin Wahlfreiheit besteht? Kommt drauf an... wer mit seiner Macht oder seinen Reizen spielt, hat die Möglichkeit sehr viel mehr zu erreichen, als jemand, der z.B. sagt "Du löst bei mir die schönsten Gefühle der Verbundenheit aus, und Dein Wesen erreicht mein Herz, ich liebe Dich und äh willst Du mit mir gehen". Obwohl das offen und so ist, wird es in 99 von 100 Fällen nicht funktionieren. Wollen die Menschen also verführt werden? Egal, es geht ja mehr um die Frage, ob das böse oder gut ist. Böse definiert sich aus dem heraus, dass das Wohl einzelner - zum Schaden anderer - über das Wohl der anderen gestellt wird.
Ich persönlich gab immer auf, wenn mein Schwarm mir sagte, dass sie kein Interesse hätte "aber wir können ja Kollegen bleiben" - später habe ich dann den Teil mit den Kollegen auch nicht mehr wollen, schliesslich wollte ich ja nicht Kollege sein, sondern mehr. Was sowohl böse als auch egoistisch ist, und die arme Frau eines guten Kollegen beraubt hat, den sie in ihre Sammlung hätte stellen können, unter der Rubrik "völlig unbrauchbar, aber man weiss ja nie". Vielleicht seh ich das falsch, aber irgendwie interessieren mich solche Spielchen nicht.
Das Spiel der Verführung habe ich nie gelernt. Ich wollte es zwischenzeitlich mal lernen, aber inzwischen bin ich glücklich mit der Frau die ich habe. Vielleicht ruft die Verlockung hin und wieder aus dem Wald, aber da dies ja sowieso nur optisch-visuelle Reize sind, die mit irgendwelchen psychologischen Bildern zusammenhängen, die irgendwo in meinen Drüsen gespeichert sind, widersteh ich der Verlockung. Macht sich auch besser, wenn man in einer Beziehung ist.
Hineingefallen bin ich dagegen oft, ja schon fast dauernd. Auch ein Grund weshalb ich dem Spiel nicht unbedingt so viel abgewinnen kann...
Ich begann schliesslich daran zu glauben, dass es dergleichen Menschen gibt, die nicht Spielen sondern ausleben. Zwar fand ich bislang nur Wenige von dieser Sorte, aber es gibt sie. Meist haben sie ebenso die Schnauze voll von diesen Spielchen der Verführung, wie ich. Und kaum sagte ich dies, fiel mir eine Frau in die Arme, die mich liebt.
Was weiss ich schon von Ursache und Wirkung?
Aus der Erfahrung heraus, dass es sehr leicht ist, sich verführen zu lassen, und dann auch noch diverse sehr tiefgehende Gefühle an diese Illusion zu hängen, muss ich sagen, Wahlfreiheit ist doch eher begrenzt, beim Spiel der Verführung. Die Kenner und Könner dieses Spiels, spielen mit Emotionen anderer, und das ist ...böse.
@Elias
Soso..
