Kleiner Reisebericht:
Start in Aarambol. Eingezogen am Strand. Vorurteile:
Immer dieses Hippie getue, dauernd am Feuer sitzen, und Singen
und Trommeln, tanzen und kiffen, dieses Rosa denken halt.
Ist es das? Bringt mich das weiter?
Jedenfalls hab ich dann bald auch gesungen (ein bisschen)
getrunken, gekifft, und getrommelt, mir sogar eine Trommel gekauft,
und es war friedlich, eine gute Energie.
Die Vorurteile wahren weg.
Dann weiter nach Anjuna, aber nur 3 Tage.
Habe mir gleich am Anfang ein fettes Motorrad gemietet.
Ich hoffe, es war auch cool genug, fuer Anjuna.
Den uncoole haben in Anjuna nichts verloren!
Dieses Motorrad brauchte auch nur ca. 3 Liter Benzin auf
50 Km und ich bin von Kühen verfolgt worden, wahrscheinlich
weil der Toeff so laut war. Aber Hauptsache: Cool!
Dann weiter nach Canacona an den Beach.
Die Highlights: ein durchgeknallter Feuerkünstler, und eine Kopfhörerparty.
Mein Vorurteil über Kopfhörerpartys: Scheisse!
Es war aber ziemlich lustig. Man konnte sich ab 10:00 Uhr
(ab dieser Zeit darf man in Goa keinen „Lärm“ mehr machen)
Kopfhörer mieten. 2 DJ haben aufgelegt, gleichzeitig!
Zwischen denen man per Kanalwechsel (an den Kopfhörer)
auswählen konnte.
Man stelle sich eine Party vor, an der es voll abgeht, aber es ist totenstill.
(Fast totenstill, bis auf einige Russen die ziemlich besoffen, ihre Hymne singen,
und all die, die ohne Kopfhöre, am lachen sind).
Ich bin nicht voll abgegangen, aber lustig war es trotzdem.
Ich habe mein Urteil über Kopfhörerpartys, von "Scheisse" auf "bescheuert", geendert.
Den durchgekanallten Feuerkünstler kann man nicht beschreiben.
Vielleicht schneide ich mal ein Filmchen von dem...
Irgendwann, nachdem ich lange ins Meer blickte, bin ich weiter.
Und, am OM Beach gelandet. Im Nirwana.
Ich habe dort einen Deutschen DJ getroffen,
(ehemaliger Psy DJ, mag jetzt aber lieber, minimal Techno)
der wusste, wie man aus langweiligen Medikamenten,
die man in Indien an jeder Ecke bekommt, lustige macht...
Dann Irgendwann, hab ich eine junge Gruppe Inder, neureiche Bombay Touris getroffen.
Vorurteile:
Das sind verwöhnte indische Stadtmenschen,
die den neusten Ipot, ps3, und Haeuser, überall
auf der Kugel besitzen. Und die völlig Konsumgeil sind.
Wie wir das, halt ab und zu auch sind...
Und sie waren genau wie wir, oder wir, wie sie.
Das ist mir beim Nacht essen mit ihnen plötzlich klar geworden.
Es wurde mir klar, das sie einfach nur Freaks sind, die in etwa die gleiche
Einstellung zum leben haben wie wir.
Sie haben Chillum geraucht wie blöd. Ich kam da nicht mehr mit.
Sie wahren offen, und wussten, das alles eins ist.
Ich habe ihnen das dann auch gesagt, (mit meinem mageren Englisch)
hab ihnen gesagt, das sie einfach nur Freaks seien, wie wir.
Und einen Moment lang bekam ich feuchte Augen, auch die Inderin,
die ich anschaute, als ich das sagte. Und in diesem Moment war ich völlig urteils frei,
habe einfach nur die Menschen gesehen.
Nicht Inder nicht Europäer nicht schwarz nicht weiß, nicht arm und reich.
Dieser Moment, war einer der schönsten, auf meiner Reise.
Etwa so ist es mir auch, mit den Israelis ergangen.
Als es plötzlich zu regnen begann,
rückte das ganze Restaurant auf einen Tisch zusammen,
weil es nur an einem Tisch nicht, rein regnete.
An diesem Tisch sas ich alleine, und im naechsten Moment, mit etwa 20 Israelis.
Einen Moment lang wollte ich flüchten. Vorurteile:
Das sind so Kriegsgeschädigte, egoistische, geizige, vom Rest der Welt
Abgespaltene, Eigenbrötler.
Dann aber habe ich schnell begriffen bzw. gespürt, was für nette Menschen
sie wahren. Ich fuehlete mich wohl in dieser Runde,
so als ob, ich sie schon ewigs kennen würde.
(Was das zusammenhalten betrifft, könnten wir von ihnen einiges dazu lernen.)
Entschluss: Ich werde irgendwann mal, nach Israel reisen.
Bei den Amerikanerinnen hatte ich die größte mühe, meine Vorurteile zu begraben..
Diese "mir sind die größten" Einstellung, ist für mich aber irgendwie auch nachvollziehbar.
Sie sind nicht besser oder schlechter, aber traumatisierter, als wir.
In dieser Beziehung sind sie wirklich die größten.
Natürlich nicht alle, aber eine breite Masse.
Ich habe das Gefühl das bei den Amis der Kollektive Nervenzusammenbruch,
(wenn man das so nennen kann) am weitesten voran geschritten ist.
Aber so eine Nervenzusammenbruch löst auch vieles.
Die Dänen waren einfach nur lustig, die Franzosen auch.
Dann, gebe es wahrscheinlich, noch etwa 20 Nationen mehr, über
die ich etwas schreiben könnte. Aber ich will es kurz halten.
Ja und Schweizer hab ich natürlich auch noch getroffen.
Vorurteile: Keine.
Irgendwo zwischen Meer und Jungel ist mir, ein gewisser Kollegoli und
ein Zwiback begegnet.
War lustig, vor allem die Nacht auf

, im Jungel am Meer, mit dem
leuchtenden Plankton, dem Mond, den Sternen und natürlich,
den Senixen...
So, und jetzt, benehme ich mich noch wie einer dieser,
blöden massentouris,
(Vorurteile: Blöde Massentouris)
und gehe mit meinen letzten Ruppis Jetski Fahren.
(bin meine letzten 2 Tage an einem Strand wo man das kann)
Macht sicher spass mit 100 Sachen über das Meer zu donnern...
