Treue?

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plaftuni
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Registriert: So 23. Dez 2007, 18:56

Treue?

Beitrag von plaftuni »

der beste anfang ist immer bei sich selbst
grenzen auskosten, rechtzeitig lenken..
sich selbst betrügen, sich kennenlernen, ein ewigdauernder prozess
die welt so nehmen wie man sie sieht
mit sich selbst im reinen leben, ohne einfluss von aussen
wer kann das von sich behaupten?

berufsleben, privatleben, parties, familie, man ist immer sich selbst
es werden sachen erwartet die zu tun sind, nur weil es so sein sollte
ist es in der heutigen zeit möglich nur das zu tun wovon man vollkommen überzeugt ist , nach eigenen regeln leben und trotzdem gesellschaftlich funktionieren?

ich suche meinen weg dahin, sich selbst treu sein, wochenende, montag, dienstag..spielt keine rolle
man sollte sich seinem handeln immer bewusst sein, denn man ist sich selbst am nächsten
sich selber lieben, schätzen, eins sein..

nur wenn ich eins bin kann ich lieben, mich der leidenschaft hingeben, alles von mir geben, bis auf die seele..
zu zweit verschmelzen, ein gebilde das nicht zu fassen ist
wunderbar seltsam..

noch nie erlebt und trotzdem überzeugt
dann das ist leben, überzeugung, suche, hoffnung..
bewusst und nachhaltig handeln

denn wer sucht der findet..

wünsche allen nur das beste
Fallen Angel 2

Re: Treue?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

wenn du tag für tag fertig gemacht wirst, ist es schwieriger ein leben in liebe zu leben.

möglich - ja, klar Ghandi ist ein gutes Beispiel für einstecken und trotzdem was erreichen.

doch ein Ghandi zu sein, ist auch und natürlich schwer. es ist aber vermutlich der einzige weg der uns bleibt, in einer welt, in der wir von mauern umgeben und von grenzen eingeengt sind, die wir uns nicht selbst aussuchen, und dann eben doch wieder selbst einbrocken.

ich rede da natürlich nur von mir - aber... ich glaub' ich bin wohl doch nicht unbedingt der einzige dem es so geht.

betrachten wir das ganze mal betriebswirtschaflich: du brauchst: eine wohnung (oder einen wohnwagen, zelt, höhle), nahrung (fast food, gemüse, pilze), freunde, musik, tanz, und einen job, bei dem du nicht kaputt gehst, und eventuell auch noch eine ausbildung dazu.

ganz einfach? jo klar, wenn du glück hast, immer die richtigen entscheidungen triffst, evtl. sogar weisst, was du eigentlich willst.

und wer weiss das? genau die leute, die andere leute krank machen, mit ihren totalen überzeugungen ihrem unmenschlichen auftreten, ihren lügen, ihren fragwürdigen "hilfe"-stellungen. ich könnt wahlweise kotzen oder lachen, wenn ich mir anhören muss, wie scheisse ich bin, und dann "aber ich glaub dass du das kannst".

ich bin da unrelativ: also was jetzt bin ich scheisse oder nicht? irgendwas dazwischen gibt es nicht.

da ich mich aber mag, gehe ich davon aus, dass wenn andere leute mich scheisse finden, dass sie dann ganz eindeutig falsch liegen. sie irren sich. auch wenn sie natürlich das ganze etwas differenzierter sehen. aber: wer mich piekst, muss damit rechnen dass ich blute, und wenn ich blute, und meinen lebenssaft verliere (methaphorisch gesprochen) dann tut mir das nicht gut, besser werde ich dadurch sicherlich nicht.

also was heisst, "sich selbst treu sein"? vermutlich nichts anderes als nägel mit köpfen machen. also: man spürt schon was einem gut tut und was eher nicht, die frage ist nur, ob man dann auch entsprechend handelt, oder einfach nur hofft, dass alles besser wird. wenn man letzteres tut, wird man tag für tag schwächer, und eines tages so, wie die menschen, die man früher nie mochte.

trau keinem über 30 ist übertrieben und in sich falsch, was man an den vielen über 30jährigen sieht, die einfach unglaublich geniale, liebenswerte menschen sind. viel eher müsste man sagen, dass nach einer gewissen zeit der unterdrückung des eigenen ICH's, nach jahren des anpassens (was je nach mensch und situationen unterschiedlich lang gehen kann), nichts mehr da ist, von einem selbst - dann ist man verloren. möglicherweise nicht für immer. aber das steuer nochmals rumzureissen, zurück auf los zu gehen... das wird nicht leichter, sondern schwieriger. je früher man damit anfängt, sich selbst treu zu sein, umso besser.

denn auch wenn einem manche einreden wollen, dass es möglich ist sich selbst treu zu sein, auch wenn man tag für tag leidet... es ist nicht wahr.

und wer weiss vielleicht findet man ja auf diese weise (indem man auf seine gefühle hört, auf das was im inneren schon lange klar ist) heraus was man will, ohne zum arschloch zu mutieren...
Fallen Angel 2

Re: Treue?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

Hey you, out there in the cold
Getting lonely, getting old
Can you feel me?
Hey you, standing in the aisles
With itchy feet and fading smiles
Can you feel me?
Hey you, dont help them to bury the light
Dont give in without a fight.

Hey you, out there on your own
Sitting naked by the phone
Would you touch me?
Hey you, with you ear against the wall
Waiting for someone to call out
Would you touch me?
Hey you, would you help me to carry the stone?
Open your heart, Im coming home.

But it was only fantasy.
The wall was too high,
As you can see.
No matter how he tried,
He could not break free.
And the worms ate into his brain.

Hey you, standing in the road
Always doing what youre told,
Can you help me?
Hey you, out there beyond the wall,
Breaking bottles in the hall,
Can you help me?
Hey you, dont tell me theres no hope at all
Together we stand, divided we fall.

Pink Floyd - Hey You
http://www.youtube.com/watch?v=l3sirNkCV7k
piraña

Re: Treue?

Beitrag von piraña »

...jetz hani doch glatt en stund lang gschriebe, und weg isches...ich bliebe aber dra, versproche...
Fallen Angel 2

Re: Treue?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

och schaad :-(
danke fürs dra bliibe O:)
piraña

Re: Treue?

Beitrag von piraña »

Fallen Angel 2 hat geschrieben:wenn du tag für tag fertig gemacht wirst, ist es schwieriger ein leben in liebe zu leben....
...also, fertigmachen konnte ich bissher nur mich selbst...
Fallen Angel 2 hat geschrieben:möglich - ja, klar Ghandi ist ein gutes Beispiel für einstecken und trotzdem was erreichen.

doch ein Ghandi zu sein, ist auch und natürlich schwer. es ist aber vermutlich der einzige weg der uns bleibt, in einer welt, in der wir von mauern umgeben und von grenzen eingeengt sind, die wir uns nicht selbst aussuchen, und dann eben doch wieder selbst einbrocken. ....

...man braucht weder wie ghandi sein, und noch weniger einstecken, um sich selbst treu sein zu können...
Fallen Angel 2 hat geschrieben:ich rede da natürlich nur von mir - aber... ich glaub' ich bin wohl doch nicht unbedingt der einzige dem es so geht. ....
...ich doch auch, ich doch auch...

Fallen Angel 2 hat geschrieben:betrachten wir das ganze mal betriebswirtschaflich: du brauchst: eine wohnung (oder einen wohnwagen, zelt, höhle), nahrung (fast food, gemüse, pilze), freunde, musik, tanz, und einen job, bei dem du nicht kaputt gehst, und eventuell auch noch eine ausbildung dazu. ....
...es liegt doch an jedem selbst, wie hoch er seine bedürfnisse steckt...ich glaube das jeder mensch in der schweiz es schaffen sollte, das lebensnotwendige aufzutreiben, um zu überleben...alles darüber ist sowas wie bonus, wie luxus - nur halt nicht so jacht-auf-dem-schaffhausersee-luxus...aber, dass muss es wohl auch nicht sein, oder?
piraña

Re: Treue?

Beitrag von piraña »

Fallen Angel 2 hat geschrieben: ganz einfach? jo klar, wenn du glück hast, immer die richtigen entscheidungen triffst, evtl. sogar weisst, was du eigentlich willst. ...
...auch kenne ich keinen menschen, der/die immer die richtigen entscheidungen trifft...die einen stecken das einfach professioneller weg...und wissen, was man/frau will, dass ist eine lange übung - ich glaube auch für die, die die dreissiger-schallmauer durchbrochen haben...
Fallen Angel 2 hat geschrieben:und wer weiss das? genau die leute, die andere leute krank machen, mit ihren totalen überzeugungen ihrem unmenschlichen auftreten, ihren lügen, ihren fragwürdigen "hilfe"-stellungen. ich könnt wahlweise kotzen oder lachen, wenn ich mir anhören muss, wie scheisse ich bin, und dann "aber ich glaub dass du das kannst". ...
...die leute, die die hochschulen besuchten, um zu lernen, wie man führt (entschuldigt mir diesen undemokratischen, blutbelasteten ausdruck), um dann ihre arbeiter soweit runterzumachen, bis sie sich selbst noch kleiner vorkommen, als sie in wirklichkeit sind, um sie danach wieder wenigstens ein bisschen aufzumuntern, geradeso, dass diese noch mehr und schneller leisten, ohne dass ihnen auch der hauch einer idee einer lohnerhöhung durchs so nutzlose gehirn schwebt...ja, denen kaufe ich schon lange nichts mehr ab, denn die lernen das in zahllosen kursen, und sie selbst tun auch nur so, als wüssten sie, wo es langgeht...
Fallen Angel 2

Re: Treue?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

und für mich stellt sich einfach die frage: muss man das wirklich mitmachen? kann man ala Ghandi einfach friedlich und liebevoll bleiben, selbst wenn die einen beschimpfen, wie sie es in den kursen gelernt haben? oder bleibt eben doch nur die flucht nach vorn, um bei sich selbst zu bleben und vielleicht andere zu finden, die in ihren hochschulen gelernt haben was echte führungsqualität ausmacht, die menschlichkeit dabei nicht als "methode" anwenden, sondern von herzen geben.

gibt ja auch nette menschen, und ein paar von denen sind sicher auch in chefpositionen in firmen, denen das wohl ihrer mitarbeiter tatsächlich etwas bedeutet.

oder ist der gedanke eben doch nur fantasy - die mauer, die allzuhoch - der wurm der sich bereits in mein hirn gefressen?

ich sollte vielleicht mal wieder etwas mehr "fallen" - gurke schon viel zu lange auf einem viel zu tobenden ross, und für was? für geld? für sicherheit? welcome to the machine...

doch was mich wirklich ausmacht, ich verliere es allzu oft, meine beherrschung, meine freude, meine liebe. und ein leben in dem ich nicht die liebe in mir finden und weitergeben kann - kann nur sinnlos sein, ist ja logisch.

auf zu neuen ufern - hat mir mal jemand ein boot...?
piraña

Re: Treue?

Beitrag von piraña »

...hey, angel, ich war noch nicht fertig...gleichzeitig frisst das mf unsere beiträge nicht, aber macht nichts, da ich dich langsam gut genug kenne, um zu wissen, dass du das nicht absichtlich getan hast :-D
piraña

Re: Treue?

Beitrag von piraña »

Fallen Angel 2 hat geschrieben: ich bin da unrelativ: also was jetzt bin ich scheisse oder nicht? irgendwas dazwischen gibt es nicht....
...seit ich den eigenen wert kenne, seither kann mir auch keiner weissmachen, ich sei scheisse...bisschen langsam, ok, oder unproduktiv, abgelenkt, solche sachen, aber scheisse ist niemand, der nicht scheisse sein will...ach man, beim dritten mal schreiben fehlen mir die worte - irgendwie...diese technik kann scheisse sein, die menschen in meinen augen nicht...
Fallen Angel 2 hat geschrieben:da ich mich aber mag, gehe ich davon aus, dass wenn andere leute mich scheisse finden, dass sie dann ganz eindeutig falsch liegen. sie irren sich. auch wenn sie natürlich das ganze etwas differenzierter sehen. aber: wer mich piekst, muss damit rechnen dass ich blute, und wenn ich blute, und meinen lebenssaft verliere (methaphorisch gesprochen) dann tut mir das nicht gut, besser werde ich dadurch sicherlich nicht.....
...es kann auch sein, dass dich genau diese menschen toll finden, nur sind sie zu feige, es zuzugeben...und sonst, wenn es gar nicht anders geht, dann kam schon mal vor, dass ich einem mein zeug vor die füsse warf, und sagte: hier, mach doch du...ähm, nach kurzer wortlosigkeit war dann das gesagte plötzlich zurückgenommen, als wäre es nie so gemeint gewesen...gut, ein zweites mal hätte ich es nicht gewagt...
...erleichtender weise kann man hier wohl anfügen, dass es einige menschen gibt, die sich freiwillig pieksen lassen, um dich dann etwas blut abzapfen zu lassen - für gute zwecke, versteht sich...und natürlich, sofern sie keine bluter sind...das leben(in diesem fall der körperliche teil - wobei, das sollte man nie so wirklich trennen) sorgt dann für den ausgleich mittels einer beschleunigten neubildung der erfrischenden blutkörperchen, die innert kurzer zeit die gespendeten ersetzen, und somit für eine positive erneuerung im betroffenen körper sorgen...tja, unser lebenssaft findet schon seine wege, ob methapherreich, wie in meinem beispiel, oder im ursprünglichen, physischen sinne...
Fallen Angel 2 hat geschrieben:also was heisst, "sich selbst treu sein"? vermutlich nichts anderes als nägel mit köpfen machen. also: man spürt schon was einem gut tut und was eher nicht, die frage ist nur, ob man dann auch entsprechend handelt, oder einfach nur hofft, dass alles besser wird. wenn man letzteres tut, wird man tag für tag schwächer, und eines tages so, wie die menschen, die man früher nie mochte. ....
...sich selbst treu sein heisst für mich auch - immer einen weg zu finden, egal wie schief das leben auch kommt...selbst unter der brücke schlafend kann noch sehr viel eigentreue in einem menschen vorhanden sein - und wiederum auch mit dem tollsten goldesel-job vollkommen weg sein...ist bei mir davon abhängig, wie fest ich zu und hinter mir stehe...


Fallen Angel 2 hat geschrieben:trau keinem über 30 ist übertrieben und in sich falsch, was man an den vielen über 30jährigen sieht, die einfach unglaublich geniale, liebenswerte menschen sind. viel eher müsste man sagen, dass nach einer gewissen zeit der unterdrückung des eigenen ICH's, nach jahren des anpassens (was je nach mensch und situationen unterschiedlich lang gehen kann), nichts mehr da ist, von einem selbst - dann ist man verloren. möglicherweise nicht für immer. aber das steuer nochmals rumzureissen, zurück auf los zu gehen... das wird nicht leichter, sondern schwieriger. je früher man damit anfängt, sich selbst treu zu sein, umso besser.....

...also, blind würde ich auch keinem unter 30 trauen 8)
Fallen Angel 2 hat geschrieben:denn auch wenn einem manche einreden wollen, dass es möglich ist sich selbst treu zu sein, auch wenn man tag für tag leidet... es ist nicht wahr.....
...also, ich leide nur, wenn ich meine massstäbe von aussen abhängig mache...das machte mich früher echt krank...
Fallen Angel 2 hat geschrieben:und wer weiss vielleicht findet man ja auf diese weise (indem man auf seine gefühle hört, auf das was im inneren schon lange klar ist) heraus was man will, ohne zum arschloch zu mutieren...
...ach, sind und haben wir nicht alle ein wenig...arschloch...ich hab gelernt, meinen alltag, mein, wie du mal meintest "sklavendasein" gegen ein wenig gesellschaftliche anpassung einzutauschen...es lässt sich wunderbar leben, auch ohne ein noch grösseres arschloch zu werden, wenn man den alltag mit dem privatleben arrangieren kann, so dass sich beides ergänzt, und nicht im wege steht...und das gold ist doch bekanntlich in der mitte - oder war dass das a........ :-s
Zuletzt geändert von piraña am Di 8. Jan 2008, 01:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Treue?

Beitrag von Amanita »

Fallen Angel 2 hat geschrieben:ganz einfach? jo klar, wenn du glück hast, immer die richtigen entscheidungen triffst, evtl. sogar weisst, was du eigentlich willst.
So, dä Afang wär gmacht, dä Räscht schaffed mir locker =D> . *hug*
lg Amanita ૐ

Das Wirkliche ist ebenso zauberhaft, wie das Zauberhafte wirklich ist. (Ernst Jünger)

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Fallen Angel 2

Re: Treue?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

@Piraña
Grundsätzlich stimmt es, kein Mensch ist Scheisse. Seine Handlungen aber, können durchaus duch den Festfekalienverwerter gegangen sein. Können unsachlich sein, oder so viel Geld kosten, wie wir wohl nie in unseren Fingern halten werden. Ist das schlecht? Wo Hobel eingesetzt werden, fallen Späne - es gibt aber auch da gewisse Grenzen.

Ich bin der Ansicht, dass es für jeden Menschen besser geeignete oder weniger gut geeignete Jobs gibt. Wenn ein Job gut geeignet ist, so merkt man das dem Menschen an. Er strahlt eine Aura der Kongruenz aus. Er (oder sie) ist dann "on charge", aufgeladen, lädt sich und andere auf. Problematisch wird es aber, wenn dieser Konkruenzaura-Ausstrahler auf Menschen treffen, die einen Job haben, der ihnen nicht nur nicht entspricht, sondern schlaflose Nächte bereitet. Hier entstehen schnell persönliche Konflikte, einfach weil "der andere" so anders denkt (was er noch nicht mal zwingend tut), man missversteht sich aufgrund der Tatsache, dass der Erdboden, auf dem die Zusammenarbeit spriessen muss nicht gelockert ist, oder weniger blumig ausgedrückt: man beginnt Beweise zu sammeln, zu suchen, für das eigene Weltbild. Damit setzt die Verletzung voneinander ein, und auch von sich selbst.

Nun ja - und hier hast Du erneut recht: man verletzt sich selbst, es sind nicht die anderen, es ist nicht die Situation, es ist dass man sich einer Situation aussetzt, die schlichtwegs nicht gut für einen ist. Weil man da einfach nicht seine eigene Wahrheit lebt. Während "die anderen" eben genau das tun, und nicht verstehen, warum man Mühe hat, mit gewissen Dingen. Oder vielleicht… manchmal durchaus verstehen, und es sogar begrüssen, wenn man sich aufrafft und seinen eigenen Weg sucht. Manchmal sind Menschen gar nicht so "unsensibel" - unabhängig von ihrem auftreten - wie man meint.

Die Entscheidung und die Handlung aber: musst Du selbst tun. Das nimmt Dir niemand ab, auch nicht die Konsequenzen für den einen wie den anderen Weg. Es ist natürlich möglich, die Konsequenzen abzuschätzen und einigermassen „geplant“ an die Sache heranzugehen (oder davon weg).

Ich bin sehr gern bereit meinen Lebenssaft in eine Sache hineinzustecken, an die ich glaube. Und wo ich auch den Eindruck erhalte (intern wie extern von mir) dass es "das richtige" für mich ist. Gut, was ist schon "richtig" - ich würde sagen: wenn es sich gut anfühlt. Wenn man nachts schlafen kann. Wenn man nach der Arbeit oder am Wochenende nicht 100% seiner Zeit (inkl. Träume) damit zubringt, über die Firma nachzudenken, sondern in der wenigen Freizeit die man noch hat, in der Wall-Gesellschaft, in der wir nun mal leben, sein eigenes Ding zu drehen. Ohne Angst. Ohne Selbstverleugnung. Und auch ohne völlig ermattet zu sein, so sehr down, dass selbst Schlaf nicht viel bringt.

Du sagst, es sei unabhängig davon was man tut, ob man ein Mensch ist, der sich treu ist, also ich denke das ist in Etwa das was ich mit Ghandi-Mentalität meine. Aber: ich sehe es nicht ganz gleich. Das was Du tust, beeinflusst Dich automatisch. Es braucht einen extrem starken Willen um gewisse Dinge tatsächlich nicht persönlich zu nehmen, locker zu sehen, andere mit Liebe zu behandeln, wenn man dauernd das Gefühl hat, eh nicht das richtige zu machen (also entweder effektiv Fehler oder halt nicht das was einem entspricht, oder sogar (ideologisch, mental, psychisch) gegen den Strich geht; beides zusammen ist entsprechend noch schwieriger).

Wie soll man seinen eigenen Wert erkennen, wenn alles immer falsch ist?

Ich sehe das so: man erkennt (hoffentlich) irgendwie den eigenen Wert, und schlägt dann den eigenen Weg ein. Umgehekehrt... ich glaube nicht dass das funkioniert.

sorry für das Gespamme 8-[

@Amanita
Danke für die Unterstützung O:)
Fallen Angel 2

Re: Treue?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

Trotz des ellen langen beitrags habe ich noch etwas vergessen:

worum es mir geht, punkto treu sein, ist dies:

wenn ich beginne andere Menschen zu kritisieren, weil sie anders sind als ich - wie ich es oft tat in letzter zeit - wenn ich auch in meiner Freizeit ein unerträglicher Zeitgenosse bin, weil ich mich einfach nicht wohl fühle in meiner Haut, so ist das für mich ein verdammt grosses Ausrufe-Warnzeichen, dass ich dringend etwas ändern muss.

Für mich - und alle die mich kennen, und eben AUCH meine Geschäftskollegen. Unabhängig davon ob sie alles richtig machen oder nicht.

Das ist für mich treu sein zu sich selbst. Man muss nicht "für" andere leben, aber man muss mit anderen leben und sie respektieren - so wie sie sind. Ja ich schreibe selten so wörter wie muss, aber hier muss ich das einfach. :)

Kommt natürlich auch drauf an, was man für ein Selbstbild hat. Meins hat in letzter Zeit etwas gelitten...
piraña

Re: Treue?

Beitrag von piraña »

...also, gemotzt darf auch werden...diejenigen, die einem nahe sind, die werden das sowohl verstehen, wie auch hoffentlich hilfe anbieten...wenn es nur noch gemotze gibt, dann geht doch das nur noch auf den sack...man kann auch ein respektvolles motzen entwickeln, dass den menschen vielleicht sogar hilft, die augen besser zu öffnen...das ist dann nicht wirklich ein motzen, sondern sowas wie: ich-meins-gut-mit-dir-motzen...
...treu sein heisst auch zwischendurch motzen...man kann dann immernoch sorry sagen (oder schreiben), wenn man mal über die stränge geschlagen hat...treu sein heisst nicht, sich das motzen zu verklemmen...es heisst aber auch, nach verbesserungen ausschau zu halten, damit man weniger motzen muss (ich hasse dieses wort :roll: )um sich danach ehe nicht wirklich besser zu fühlen...
...und respekt erweist man den mitmenschen mehr damit, wenn man ehrlich seine meinung sagen (oder schreiben) kann, und nicht, indem man jegliche konfrontation meidet, und immer den lieben versucht zu spielen, der niemals etwas zu motzen hat...

...dies darf jedoch bloss mit vorsicht genossen (gelesen) werden, wie auch alles andere, dass dieser knabberfisch hier reingeschrieben hat, denn es gilt noch lange nicht für andere menschen, ausser für ihn in diesem moment, und dies kann sich sogar auch schon ein wenig später ändern, da der fisch ein absolut flexibles lebewesen ist...flexibel und sich treu :-k :-s
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Waldfrieden
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Re: Treue?

Beitrag von Waldfrieden »

plaftuni hat geschrieben: ist es in der heutigen zeit möglich nur das zu tun wovon man vollkommen überzeugt ist , nach eigenen regeln leben und trotzdem gesellschaftlich funktionieren?


kommt drauf an wovon du überzeugt bist.... grundsätzlich kann man das was du im ersten teil geschrieben hast, ja, wenn du mit den konsequenzen leben kannst, dabei gesellschaftlich zu funktionieren denke ich widerspricht sich dabei, ausser du bist viellieicht vollkommen davon überzeugt einfach das zu tun was die gesellschaft von dir verlangt :-& ;)
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Frieden ist der Weg"

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