I weiss de Text isch riesig
Bin mer nöd so sicher gsi obi ihn besser bi "Drogen" inetue het.. chönden jo verschiebe wenns eu do nöd passt
Von Sekunde zu Sekunde perlte das Glück in mich, wie Wasser, das, in eine Schale tropfend, sie nach und nach füllt, bis dass meine Seele unter der Reinheit des Guten vergass, was schlecht ist, bis alles da gewesene nur noch existierte unter Einfluss von Licht und Liebe. Tiefe, innerliche Zufriedenheit, eine Fülle, wie ich sie noch nie im Leben gespürt hatte, durchdrang meine Seele, floss in jede Faser der Welt, alles ward himmlisch, alles ward heilig. Alle Schwerkraft löste sich auf, ich schwebte über den Boden wie ein Engel, sah weit in den Nebel hinein, glaubte mich tot und im Himmel, war glücklich darüber und hüpfte wie ein Kind zur Musik über die vom Tau feuchte Wiese. Strahlend wanderte mein erleuchteter Blick hinüber zum Waldrand. Ein innerer Trieb machte sich in mir breit, bewegte meinen aufgewühlten, sich drehenden Körper auf die Bäume zu, liess unvorstellbare Hingabe, eine Liebe zu Mutter Natur in mir aufkommen, wie ich sie nie zuvor verspürt hatte. Mitten zwischen den Bäumen stand ich nun, hatte in dieser Vollkommenheit angehalten, liess meine Hände, wie sie Gott geschaffen hatte, über die raue Baumrinde fahren. Ich schloss die Augen.
Bunte Muster in violett, rot, blau und gelb bewegten sich da, ich nahm sie wahr als Energien, aus mir selbst kommend, in der Unendlichkeit versiegend.
Mein Herz sehnte sich nach der Natur. Meine Arme schlagen sich um den Stamm, fühlten weiterhin das harte Holz, ich wurde zum Baum, wusste, wie es ist, Baum zu sein. Ich schloss die Augen, fühlte: „Ich bin Baum“, pflanzliche Existenz floss in mich, färbte die Energiemuster vor meinen Augen, liess mich durch und durch grün werden. So verweilte ich eine Weile, eins mit dem Baum, der Natur, ihre Energien in mir.
Ich spazierte weiter, einer Strasse entlang, überzeugt des Wissens, niemals wieder im Leben etwas zu brauchen denn meiner reinen Existenz, nicht Geld noch Gut, weder zu Essen noch zu Trinken. Neben mir spazierte meine Gefährtin, die mich begleitete auf meiner Reise, der ich erklärte, man würde mich ins Gefängnis abführen können, es wäre mir egal, solange nur die Welt mit mir bestehe.
Wir gingen über die Wiese, durch den Nebel, Musik vibrierte in meinen Adern, ich konnte die Stimmung greifen, konnte sie formen, liess mich in ihr gehen. Fliegend in den Vibes schloss ich die Augen, fühlte sofort eine so lichte Wärme in mir, dass sie mir vor Augen trat, ich sah, was man an Licht nicht sehen kann, darauf tanzend zuschwebend. Mein Herz füllte sich mit Liebe zum Leben, zu allem sich auf der Welt befindenden, ich fühlte mich Eins mit allem, denn was war das alles anderes als ich, nämlich Existierendes?
Meine Kollegin lag auf der Strasse neben mir, wahrscheinlich irgendwo im Universum der Energien fliegend, ich legte mich neben sie, war der Erde noch näher, verschmolz mit dem Boden, genoss das Gefühl, einfach nur zu sein. Etwas stiess mich wieder auf die Beine, ich schwebte weiter in der Musik, sah mich um, wurde mir bewusst, mich auf einer sehr geistlichen Ebene zu befinden, hauptsächlich diese wahrzunehmen und wurde froh darüber.
Wieder durchströmte mich ein Schwall hellsten Lichtes und liess mich glauben, ich sei ein Engel, so gefüllt an reinen Energien, an die Existenz von etwas Schlechtem nicht mehr glaubend, davon nichts mehr wissend, als ich auf meine Kollegin zuschwebte und ihr auf die Beine half, damit sie weitertanzen konnte.
Ganz am Beginn der Reise hatte jemand etwas Weisses, fast wie ein Fallschirm an einer Kette gefunden, welches ich bis jetzt mit mir herumgetragen, beim Tanzen mit mir herumgewirbelt hatte. Meine Konzentration begann sich darauf zu lenken, ich verfiel in Ekstase, wurde im Tanz eins mit dem fast gewichtslosen Stoffstück, welches in der Dunkelheit unter Ultraviolettlicht leuchtete wie ein Stern. Ich wurde wieder klein und neu auf der Welt, das seltsame Ding in meiner Hand kam mir vor wie ein Luftballon, ich spürte am ganzen Körper, wie es war, Kind zu sein, wenn noch alles auf der Welt neu und speziell ist, alles wunderbar und interessant. Ich wusste wieder, wie es war, am Jahrmarkt mit einem am Arm befestigten Heissluftballon zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurchzuschlüpfen. Es war unglaublich, zu erkennen, wie die Erde war, als noch nichts selbstverständlich war, wie jede Kleinigkeit eine kaum fassbare Freude im Herzen aufsteigen liess. Der Wunsch, wieder Kind zu sein, sitzt jetzt noch tief verborgen in mir.
So tanzte ich mich in Ekstase, vergass Raum und Zeit, war Kind mit Luftballon, war frei im Herzen.
Langsam begann es heller zu werden, ich sah über die Wiese in einen dichten Nebel, sah in die Unendlichkeit. Liebe und Licht immer noch tief in meinem Herzen, allgegenwärtig in allem Existierenden, tanzte ich mit geschlossenen Augen weiter, sah Energien sich formen. Ein ultravioletter Kristall, pulsierend in Energien, wie das Elixier des Lebens kam er mir vor, wie eine Vision überkam er mich, zog mich in seinen Bann. Seine Kraft, die gleichzeitige Leichtigkeit, sie fesselten mich, ich nahm nichts anderes mehr wahr, bis der Kristall sich in mir befand, er war Teil meiner Selbst, wird es immer bleiben, er spies und speist mich auch jetzt noch mit Energien, wird es genauso in Zukunft tun. Während ich nur existierte, ihn immer mehr wahr nahm, ihn in mir selbst wahr nahm, so wurde ich zu ihm, er dehnte sich aus. Nicht länger war der Edelstein in mir, ich war in ihm, er ward immer allgegenwärtiger, bald war die Erde in ihm, bald das ganze Universum, allem schenkte er seine Energien, in allem aber war er ganz. Der Kristall ward kosmisch.
Nun hellte es immer mehr auf. Mein Kollege fiel mir wieder ein, der den Morgen immer am meisten liebt., aber jetzt in einen gemütlichen, warmen Schlafsack eingewickelt an unserem Platz am schlafen lag. Das Bedürfnis, ihn zu wecken, meldete sich in mir, ich machte mich also auf den Weg zu ihm, während dem Gehen in Gedanken ihn rufend. Immer wiederholte ich die Worte: „Wach auf, es ist Morgen! Es ist morgen, wach auf, du musst aufwachen!“, sprach sie nie aus, dachte sie nur immer und immer wieder. Fast unbewusst trat ich in seine Traumwelt ein, rief ihn von da aus in die Realität, nahm Kontakt zu ihm auf, ohne ihn zu sehen, ohne ihn zu hören oder selbst zu sprechen, spürte nur seine Anwesenheit auf der Erde. Selbst waren meine Rufe für mich unwirklich, wie ein Echo in meinem Kopf, weit weg und doch von mir ausgehend.
Er kam nun in Sichtweite, nur noch ein paar Meter von mir entfernt, begann sich genau in
dem Augenblick zu regen, setzte sich auf, gerade als ich neben ihm zum stehen kam. Ich setzte mich neben ihn, mir bewusst, ihn geweckt zu haben, es gab keine Zweifel. Es war Telepathie.
Während ich nun dem Ziel meiner Reise immer näher kam, tauchte meine Wasserflasche wieder auf, worauf ich sofort grossen Durst verspürte, meinen Rachen das glasklare Wasser spüren liess, ihm Feuchtigkeit spendete, meine Seele erfrischte. So kalt und klar war es, dass sich Eisstücke darin fanden. Ich wurde mir der Durchsichtigkeit bewusst, trank reinen, flüssigen Bergkristall.




