Hehe Samatropinita, "Schwamm drüber", das ist mir auch durch den Kopf gegangen.
Nun, jetzt möchte ich meine früher angeschnittenen Stichworte ein wenig genauer erläu-tern.
Als ich so die Antworten auf meinen Thread durchlas und bemerkte, dass es den meisten doch gut geht, kam mir folgender Gedanke:
"Mensch, mir geht es nicht gut, und da kommen mir die Leut und erzählen, wie toll sie es in letzter Zeit haben. Puh, das brauch ich echt nicht hören..."
Ich realisierte dabei so einiges. Zuallererst musste ich mich selber an der Nase nehmen, wegen meiner eigenen selbst-bemitleidenden und absolut egoistischen Reaktion. Warum macht mir das was aus, dass es anderen gut geht?!? Steckt da nicht blanker Neid dahinter? Warum kann ich mich nicht freuen, dass es anderen gut geht???
Und ich realisierte eben auch, dass Gleiches wiederum Gleiches anzieht. Sprich: Mit den Vibes, welche ich in mir trage und die ich aussende, ist es nicht verwunderlich, dass ich Menschen um mich herum habe, denen es ähnlich geht wie mir, sprich: Die eben auch so einen Schwamm überm Kopp haben wie ich. Zu sehen, dass es andere gibt, die nicht mit den gleichen Problemen kämpfen wie ich half mir zu erkennen, wo ich selber stehe. Und dass ich etwas AN MIR ändern muss, um aus dieser Situation herauszukommen. Sprich: Wie schon in anderen Threads erwähnt, kann ich nicht die Situation um mich herum ändern (oder erwarten, dass das jemand für mich tut), sondern muss selber aktiv werden und nach Innen schauen, was ich da so tun kann...
Da bemerkte ich, dass ich doch tatsächlich (wieder einmal mehr!) in Selbstmitleid versunken war, und mich das eben lähmte. Quasi so nach dem Motto: Sich selbst zerfleischen und jammern, jammern, jammern, dabei aber untätig bleiben und nichts an meiner persönlichen Situation ändern... Und eben... mit Selbsmitleid kommt noch mehr Selbstmitleid, noch mehr Jammern, noch mehr negative Energie und noch mehr "Lähmung"...
Erst durch das Durchbrechen dieser Abwärtsspirale des Selbstmitleid gibt es für mich die Möglichkeit, wieder da rauszukommen.
Und da kam mir eben eine philosophische Diskussion mit einem sehr guten Freund in den Sinn.
Er erzählte mir über die zwei Sprichwörter:
"Die Götter schmieden das Schicksal." und "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.", welche auf den ersten Blick wie zwei unvereinbare Gegensätze erscheinen.
Was aber nicht unbedingt der Fall sein muss, wie wir in unserer Diskussion vor über zwei Jahren herausfanden:
Klar, einerseits gibt es Dinge, die einem vorgegeben werden, Begebenheiten, die nun einmal so sind und für die wir "eigentlich nichts können"... (Was, unter Berücksichtigung karmischer Gesetze [sofern man daran glaubt...] aber wiederum auch nicht 100% so sein mag...) Schicksal halt, das "von den Göttern geschmiedete Schicksal"...
Nun, es liegt aber in der Hand von jedem einzelnen Menschen, WAS er mit dem ihm gegebenen Schicksal anstellt. Wie er es verarbeitet, was er daraus lernt, ob er sich davon zu Boden ringen und schwächen lässt, oder ob er es als Chance zum persönlichen Wachstum und Vorwärtskommen anschaut. Bruce Lee beschrieb das schön: "Ich verwandelte die Stolpersteine auf meinem Weg in Treppenstufen zum weiterkommen."
So sind wir quasi die Schmiede unseres eigenen Glücks.
Diese (erneuerte) Erkenntnis half mir, zur Besinnung zu kommen und meine Jammerei endlich mal sein zu lassen, und anfangen zu HANDELN.
(Siehe auch den Spruch: "Zu wollen ist nicht genug, wir müssen tun! Zu wissen ist nicht genug, wir müssen anwenden!" (Auch von Bruce Lee... *smile*))
Zu erkennen, dass ich mein Schicksal in die Hand nehmen und selber wieder aktiv werden muss, das hat echt gut getan.
Was jetzt nun den Spruch "Mit grosser Macht kommt grosse Verantwortung" betrifft...
Ich habe in letzter Zeit einige Projekte am laufen, die durchaus gute Effekte haben könn-ten und sehr vielen Leuten sehr viel Gutes mitgeben könnten. Da wäre zum einen unsere Kung Fu Schule... Wir haben endlich einen eigenen Trainingsraum (Dojo), wo wir endlich jederzeit selber trainieren und Trainings anbieten können. Die Renovation, Einrichtung etc. dieses Raumes kostet(e) viel Kraft und Geld, und es war (ist) generell eine schwierige Zeit, wo es einem wirklich nicht leicht gemacht wird, etwas auf die Beine zu stellen...
Ich möchte auch endlich die Homepage unserer Schule aktualisieren (gell Chrismos... *smile*) und auch meine eigene (
http://www.drachenherz.ch) auf die Beine stellen, welche beide - so hoffe ich - vielen Menschen etwas Gutes mit auf den Weg geben können.
Mit "Macht" habe ich darum gemeint, dass diese Projekte durchaus die Möglichkeit haben, etwas zu bewirken, sprich: eben eine gewisse "Macht" haben. Das führt aber dazu, dass ich dadurch auch eine gewisse Verantwortung habe, diese Projekte auch wirklich durchzuziehen. Man kann sie sozusagen als meine "Babies" betrachten. Und wie bei einem echten Baby: Es braucht verdammt viel Pflege, Energie und Aufmerksamkeit. Man kann es nicht einfach auf die Welt setzen und sich nachher nicht mehr drum kümmern...
Und diese Verantwortung wiegt nicht leicht... Was mich wiederum auch auf die eine oder andere Art bedrückt hatte... (Weil ich doch meinen bequemen Lebensstil ein wenig ändern muss, um diese Projekte wirklich durchziehen zu können... Und da hatte ich ein wenig Mühe...)
Doch wenn ich es recht bedenke und die glücklichen und zufriedenen Gesichter der Leute im Training sehe... Oder auch manchmal die Reaktionen der Menschen auf Texte von mir... *zwinker smile danke*, dann muss ich sagen, ist es mir durchaus Wert, ein wenig auf meine Bequemlichkeit zu verzichten und durchzuziehen, was jetzt grad angelaufen ist.
Zu TUN... Das ist echt ein Heilmittel gegen ein Down...
...
Wahrscheinlich hab ich jetzt noch den einen oder anderen Gedanken vergessen nieder zu schreiben, aber halb so wild, ich hab euch auch schon so reichlich zugetextet.
Ich danke euch allen auf jeden Fall für eure Inputs und die positive Energie, die ihr mir vermitteln konntet. Ist einfach so, dass wenn man etwas niederschreibt und es mal ruhen lässt, dass sich dann ganz neue Perspektiven eröffnen. Das Schreiben kann eine grosse Hilfe sein, Dinge zu verarbeiten und weiterzukommen. Ein Tagebuch kann da zum Beispiel ganz nützlich sein.
Und wenn man dann auf das eigene Geschriebene sogar noch Inputs und Feedback erhält, ja dann... *doppelsmile* Hihi, das Forum als Hilfe zur Selbsthilfe... *gggg*
Ich wünsche allen von Herzen nur das Beste! Kopf hoch, wenn man mal unten ist, und Kopf nicht hängen lassen, wenn man mal oben ist! *gg*
Peace
A.