
danke Subjekt...so schön, und mir kamen gleich auch wieder die Worte aus
"der Narr" von Khalil Gibran in den sinn...
GOTT
Als vor Zeiten der erste bebende Laut über meine Lippen drang,
erklomm ich den heiligen Berg und sprach zu Gott.
Und ich sagte: «Herr, ich bin dein Diener. Dein geheimer Wille ist mein Gesetz, und ich folge dir immerdar.»
Aber Gott antwortete nicht. Er entschwand einem mächtigen Sturme gleich.
Und nach tausend Jahren erklomm ich den heili-
gen Berg, und wieder sprach ich zu Gott. Und ich
sagte: «Schöpfer, ich bin dein Geschöpf. Aus Ton
hast du mich geformt, und was ich bin und habe,
schuldeich dir.»
Aber Gott antwortete nicht. Er entschwand tau-
send eiligen Flügeln gleich.
Und nach tausend Jahren erklomm ich den heili-
gen Berg, und wieder sprach ich zu Gott. Und ich
sagte: «Vater, ich bin dein Sohn. Aus Liebe und
Erbarmen hast du mich gezeugt, und in Liebe und
Ehrerbietung will ich dein Königreich erben.»
Aber Gott antwortete nicht. Er verschwand wie
Dunst in der Ferne. Und nach tausend Jahren erklomm ich den heili-
gen Berg, und wieder sprach ich zu Gott. Und ich
sagte: «Mein Gott, mein Ziel und meine Erfül-
lung. Ich bin dein Gestern, und du bist mein Morgen.
Ich bin deine Wurzel in der Erde, du bist meine Blüte am Firmament,
und gemeinsam wachsen wir vor dem Antlitz der Sonne.»
Da neigte sich Gott hernieder und flüsterte süße Worte in mein Ohr.
Und wie der See das Bächlein umfängt, das in ihn mündet, so umfing er mich.
Und als ich in die Weiten und Täler hinabstieg, war Gott auch dort.