Gut - Böse - und die Liebe

Mysteriöse Erfahrungen, Weisheiten, Rätselhaftes.
Fallen Angel 2

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

Psychobella hat geschrieben:
piraña hat geschrieben: liebe? ja, kenn ich. hab ich mal. wurde ich mal. ich wurde mal verlassen. und ich hatte verlassen. trotz liebe
Die Kunst ist vielleicht, verlassen zu werden (loszulassen) bzw. zu verlassen (loszulassen) aus Liebe... O:)
Diese Erkenntnis ist sehr sehr weise.
Manchmal scheint das Verlassen lassen nicht einfach, und der Eigensinn paart sich mit dem Gefühl des Verlusts, dem Gefühl der Nichtigkeit gar. Dann wird gehadert, wird geflucht. Verständnis ist fern, weit weg von diesen schönen Tagen - der Illusion, die so strahlend schön gezeichnet war. Richtig herzig sozusagen.
Wer so sehr liebt, dass diese/r jemanden loslässt, weil dies die grösste Form der Liebe ist, die diese/r tun kann, der/die ist weit, weit wie eine riesige Ebene, die manch einer schliesslich wieder verlässt. Freiwillig - wenn er stark ist, oder ebenso weise. Gezwungenermassen, wenn er im Zwang lebt (und im Zwang auch liebt).
Natürlich merkt der Verlassene dies nur, wenn er einigermassen Vernünftig über das ganze nachdenkt. Doch die Vernunft ist halt nicht so in der Nähe, nicht immer griffbereit wenn das Herz brennt. Es braucht vielleicht ganz einfach Zeit, die Zwänge loszulassen.
Auf dass sie Fallen, hinab in den Abgrund der Erkenntnis.
Dann wird die Liebe des Verlassenen gross - entbindet sich der Bindung - wird endlich frei, dann erst von Liebe zu sprechen, wäre etwas gemein - dann jedoch erst davon zu sprechen, dass jener in Liebe loslässt ist wohl wahr.
Zu erkennen, dass dieser Zwang alles war, was daraus entstehen hätte können, das ist denen die Liebe sind und Leben, schneller klar, und sie handeln entsprechend, lassen los, bevor dies unmöglich oder schwierig wird. Die anderen dürfen dies anschliessend lernen, so schmerzhaft es auch sein mag, auf den ersten Blick. So unmöglich angesichts des tiefen Gefühls im Inneren, erscheint dies. Doch der Schein trügt. Es ist möglich, zu erkennen, wieviel Liebe in der Liebe steckt, die Zwang loslässt und auch die Illusion die daran hängt.
Alles was es braucht, ist es zu sehen, das eigene Verhalten, sein und lieben, zu sehen wie aus einer Sicht der freien Liebe, der Liebe die nicht gezwungen wird, wer das erreicht, kann bald einmal loslassen, kaum sofort, der Schmerz ist allzu nah, doch: das geht vorbei. Und dann wird auf einmal vieles klarer, man selbst, der andere, die Liebe der Zwang, alles wird dann auf einmal offenbart, und derart im Licht der Erkenntnis enthüllt, wird das Spiel des Lebens wieder schön. Und Vergangnes lässt uns ziehen.
Capablanca

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Capablanca »

mir ist heute morgen ein Zitat von F. Nietzsche über den Weg gelaufen und ich dachte mir,
es würde vielleicht hier reinpassen (obwohl ich den ganzen Thread aus Zeitgründen nicht gelesen habe)

Das Verlangen nach Gegenliebe ist nicht das Verlangen der Liebe, sondern der Eitelkeit.



Aber was ist eigentlich Liebe?

Ist es das, wenn ich von einer für meine Begriffe schönen Frau verführt werde, in dem ich mich mehrere Stunden ihrem Scharm hingebe, in der Nacht von ihr träume und am nächsten Tag so einen Klumpen im Herzen habe, der mich dazu zwingt, es bei ihr zu versuchen?

Meiner Meinung nach hat das in den meisten Fällen nichts mit Liebe zu tun (Zufälligkeiten ausgeschlossen) ... obwohl sich der "Verliebte" weiß Gott was Poetisches dabei denken mag und er noch so viel Symbolik darin sieht.

Liebe kann nicht aus einer Verführung entstehen, denn eine Verführung funktioniert nur auf der Oberfläche. Es entstehen zwar Gefühle, aber diese Gefühle sind nicht Liebe.

Viel mehr sind diese Gefühle der Ausdruck einer Schwäche (eines Fehlens bzw. eines Mangels), die sich dadurch zeigt, dass ich jemanden brauche, der einen Platz an meiner Seite einnehmen soll. Dieses ureigene Brauchen erzeugt ein Loch in meinem Gemüt, welches mal mehr und mal weniger schmerzt. Der vorhandene und reale Schmerz macht mich wiederum schwach und durch Verführungen angreifbar. In der Not bilde ich mir dann ein, ich würde lieben, stattdessen brauche und begehre ich aber nur, was viel weniger als Liebe ist - obwohl es auch in der Liebe ein Brauchen und Begehren gibt, jedoch weniger absolut ist.

Echte Liebe ist m.E. etwas, was jenseits aller Verführung ist, da sie die Menschen entmaskiert (von ihrem Äußeren befreit) und auf der Ebene ihres menschlichen Wesens besteht. Nur auf dieser Ebene lässt sich feststellen ob A zu B passt und umgekehrt. Die durch Verführung herbeigeführte Liebe gibt mir keine Auskunft darüber. Die durch Verführung herbeigeführte Liebe zeigt mir bestenfalls, wie viel mir noch fehlt, um mit mir selbst im reinen zu sein. Sie zeigt mir, wir groß der Ausmaß meiner inneren Schwäche ist. Ist aber Schwäche eine Voraussetzung für Liebe - oder doch eher eine Voraussetzung für das absolute Begehren und das absolute Brauchen?

Also auf was ich eigentlich hinaus will, ist, dass heutzutage nahezu jedes Gefühl, welches man in Bezug zu einer Person entwickelt, als Liebe bezeichnet wird. In vielen Fällen ist es aber nicht Liebe - in vielen anderen schon.
Es ist fast nie Liebe, wenn die Gefühle einen (krankhaften) Charakter bekommen, der sich in einem absoluten Brauchen und Begehren kenntlich zeigt.
Liebe kann nur dann bestehen, wenn Nehmen und Geben im Gleichgewicht sind.
Demnach muss Liebe Gleichgewicht sein.

Und was hat Verführung mit Gleichgewicht zu tun?
piraña

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von piraña »

Capablanca hat geschrieben:
Aber was ist eigentlich Liebe?
ein verwirrendes durcheinandergeraten der glückssimulierenden hormonträgerzellen, welche unserem gehirn vorgaukeln, dass es endlich etwas gefunden hat, womit es sich zu paaren lohnen würde, und diese verarschung unverzüglich und unaufhörlich an die geschlechtsorgane weiterleiten würde, bis wir auf etwas stossen, was noch passender erscheint?

nicht?

schade...das wäre so einfach zu verstehen gewesen.
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Melliandra
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Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Melliandra »

Capablanca hat geschrieben:Also auf was ich eigentlich hinaus will, ist, dass heutzutage nahezu jedes Gefühl, welches man in Bezug zu einer Person entwickelt, als Liebe bezeichnet wird. In vielen Fällen ist es aber nicht Liebe - in vielen anderen schon.
Es ist fast nie Liebe, wenn die Gefühle einen (krankhaften) Charakter bekommen, der sich in einem absoluten Brauchen und Begehren kenntlich zeigt.
Liebe kann nur dann bestehen, wenn Nehmen und Geben im Gleichgewicht sind.
Demnach muss Liebe Gleichgewicht sein.

Und was hat Verführung mit Gleichgewicht zu tun?
Das hesch jetzt mega kuul gschriebe. Genau das hani ebe au bemerkt. Begehre und Verfüere isch en mega Energie. Drum dänkt mer viellicht, dass es Liebe isch.
Aber Liebi muess gar nid immer so voller Energie sie. Sie isch eifacht.

Danke für de Bricht, du hesch das so gschriebe, wie ich mies letschde Post wieder glöscht han. Han das nid so träffend chöne usdrücke.

Resp. wett ich au da wieder säge, dass das ganze Verführe und Begehre scho au sien Reiz hed, ebe es isch puuri Energie. Es chund halt immer drufah, was mer gern
wett i siem Läbe. Dänke bim verfüehre oder no viel stärcher bim Begehre, baut mer sich es Luftschloss um die Person. Mer stellt sich vor wie sie isch. Die Maske setztz
sich nid nur sGägenüber uf, sonder de Begehrer sälber setzt dere Person die Maske uf, woner gern wett gseh bi dere Person.

Blub, Capablanca du hesch das guet gschriebe, müesst da gar nüd meh dezue säge. =o)
*poink*
Fallen Angel 2

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

Sehr bereichender Post Capa, einfach wow! /color

Jene, die also mittels der Verführung einen Menschen "bekommen", der sich verführen lässt, vielleicht aufgrund eines Mangels, haben zwar ihr Ziel erreicht, sind jedoch bald wieder in der Situation, weiter verführen zu wollen, weil sie nur ihr Bedürfnis gestillt haben, nicht aber Liebe erfahren. Auch nicht vom anderen, so sehr dieser auch glaubt zu lieben, bewundert er doch nur, und braucht genauso wie der Verführer den Verführer. Um das Gefühl des Mangels auszugleichen.

Wären beide jedoch im Gleichgewicht, würden sie einander brauchen, weil sie einander lieben, würden sie einander geben, weil sie einander lieben, würden sie gemeinsam aufbauen, weil sie mittels der Liebe zueinander gefunden haben, so würde sie wachsen - und so gesehen frei sein.

@Piraña
Natürlich wäre das möglich. Noch haben die Naturwissenschaftler nicht alles erkundet, die Zusammenhänge zwischen Drüsen und einzelnen Hirnfunktionen sind noch zu enträtseln. Doch selbst WENN es nur ein mechanischer Vorgang wäre, was hilft dieses Wissen? Es gibt halt einfach Menschen, die etwas in uns durcheinander bringen. Und bei anderen funktioniert das nicht. Sei das nun aufgrund seelisch-karmischer Verbindungen oder weil irgendein DNA-Teilchen der Ansicht ist, dass hier gute Kinder erzeugt werden - wie wir mit dem Gefühl umgehen, und was wir darin sehen, wie wir die Gemeinsamkeit leben können, und was uns daran hindert; diese Fragen bleiben bestehen. Allenfalls könnte man etwas einfacher sagen "unsere Gene passen halt nicht", man hätte eine Ausrede mehr, um besser vergessen zu können (oder loslassen...?) aber es wäre immer noch so, dass dieses Loslassen... dass Du das erst mal lernen musst. Und jedesmal neu lernen, würde ich sagen. Dahingehend ist Capas Beitrag hilfreich, besser zu unterscheiden, zwischen seinem eigenen Mangelbedürfnis, um dem Gefühl mit jemandem sein Leben teilen oder verdoppeln zu wollen (ob für immer oder nur für einige Zeit).

Aber... was - wenn es eben doch kein Mangel ist, doch kein Verlangen nach Gegenliebe, doch keine Sehnsucht, was wenn es noch nicht mal Einsamkeit oder Spitzheit oder was in der Art ist. Was wenn jemand tatsächlich liebt? Richtig liebt? Und es dennoch nicht funktioniert? Was sagst Du diesem jemand? "Such weiter" fänd ich schon fast etwas zynisch...
Fallen Angel 2

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

wie ich mies letschde Post wieder glöscht han.
Höred mal uf Posts lösche ;)
piraña

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von piraña »

de müesst mer gottsname ushalte, dass mer nid alles chan ha, was mer gärn hätt :p
Fallen Angel 2

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

ja logisch - aber wasi demit meine isch, dass villi oftmals de asicht sind, oder zumindest würkt das chli so, wämer so de thread und anderi list, als ob quasi alli wo sich i öpper verliebed, wo dänn nöd au verliebt isch, gar nöd richtig liebed, sondern "nur" sehnsucht, oder suscht was händ, und irgedwie find ich das chli "unrealistisch", will das ja doch chli hüfiger als nur es paar mal im läbe vorchunt, dass mer sich in öpper verlie(r)bt, wo eim nöd wott. isch dänn das alles nur selbstbetrug? dänn stimmt doch entweder öppis mit eusne gen nöd, wenn die verantwortlich sind - oder mit üsre seel, wenn die das uslöst. nach dere theorie, dass es nur liebi isch, wänn beidi enand liebed - und süscht wärs nur irgeden psychlogosiche unsinn - müssts ja cheibe vill päärli geh, was jedoch vo de demographie nöd umbedingt bestätigt wird. oder sind doch alli inenand verliebt, nur gits niemert zue? oder händ alli angst? au nöd allzu realistisch. oder doch? hm. jä egal. isch au nur en gedanke gsi. sölli de post itz lösche..? O:)
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Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Melliandra »

Fallen Angel 2 hm... verwächslisch du das nid mit Beziehig? Ich chan ja sehr wohl öber Liebe und er mich nid, denn giz chum en Bezieg drus, Liebi oder zumindescht
verliebt sie, isch aber, vo mier us, sicher um.

sVerfüehre und sBegehre isch für mich ehner was, wo au starch mit mier sälber z'due hed. dVerfüehrig isch ganz bewusst, z'luege öb mer bim ander Gschlächt a chund.
Luege wiemer wirkt, ab checke wie viel Changse dass mer hed.

dBegehrig isch en Zustand womer für sich hed, mer bewunderet de Ander, hed es krible im Buch, träumt vo Gmeinsamkeite, mal es Lache i die richtig schicke, luege
öb die begehrti Person au gad lueg, wemer zu ihre übere lached, aber wirklich a spräche und denn luege was drus wird, isch für mich scho nümm begehrig. Das wär
denn Flierte und denn chund denn s'negscht. =o)

Bizeli banal und eifacht zäme gfasst.
*poink*
Capablanca

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Capablanca »

Fallen Angel 2 hat geschrieben: Aber... was - wenn es eben doch kein Mangel ist, doch kein Verlangen nach Gegenliebe, doch keine Sehnsucht, was wenn es noch nicht mal Einsamkeit oder Spitzheit oder was in der Art ist. Was wenn jemand tatsächlich liebt? Richtig liebt? Und es dennoch nicht funktioniert? Was sagst Du diesem jemand? "Such weiter" fänd ich schon fast etwas zynisch...
In diesem Fall leihe ich ihm meine Schrotflinte :-)

Aber ich weiß, was du meinst. Ich glaube, in jedem Fall muss man sich der Situation bewusst werden, in der man ist.
Man sollte die Dinge anfangen vernünftig zu sehen. Liebe ich z.B. eine Frau, die verheiratet ist und 3 Kinder hat, helfen mir rationale-vernünftige Gedanken von dieser Liebe loszukommen (loszulassen) - warum sollte ich aus einem eigennützigen Grund wollen, sie ihrer Familie zu entreißen? Wäre doch schlecht und eine sub-optimale Grundlage für eine Beziehung.
In anderen Fällen, wenn es nicht Familie ist, sind es andere Gründe, die nicht weniger wiegen sollten.
Ich würde nicht "Such weiter", sondern "Versuch zu verstehen" sagen - "Wenn du verstanden hast, wird dein Schmerz aufhören."

Das bedeutet aber nicht, dass man die Person deshalb nun zu hassen anfängt. Man kann aber jemanden lieben, ohne ihn zu wollen, ohne das Zusammensein davon abhängig zu machen.

Ich denke, wenn man jemanden wirklich liebt, ihn aber aus einem nachvollziehbaren Grund nicht haben kann, dann darf man ihn weiterhin lieben. Die Liebe wird nur dann zum Schmerz, wenn das eigene Ego aus dem Hintergrund hervortritt, welches eigentlich gar nicht liebt, sondern nur haben will. Ein Ego kann nicht lieben, sondern nur besitzen. Wenn es eine echte einseitige Liebe gibt (die wir hier postulieren können), dann sollte sie von "Besitz" unabhängig sein.


Dazu eine Buchempfehlung von Erich Fromm:
Haben oder Sein - die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft

Es hat zwar wenig mit der Liebe in einer Beziehung zu tun, viel mehr geht es bei dem Werk um das Lieben an sich (das Sein) und die besitzergreifende Liebe, das Wollen (das Haben).

Hier ein Auszug aus Kapitel 1:
Die Bedeutung des Unterschieds zwischen Haben und Sein

Die Alternative Haben oder Sein leuchtet dem gesunden Menschenverstand nicht ein. Haben, so scheint es uns, ist etwas ganz Normales im Leben; um leben zu können, müssen wir Dinge haben, ja, wir müssen Dinge haben, um uns an ihnen zu erfreuen. In einer Gesellschaft, in der es das oberste Ziel ist, zu haben und immer mehr zu haben, in der man davon spricht, ein Mann sei »eine Million wert«: wie kann es da eine Alternative zwischen Haben und Sein geben? Es scheint im Gegenteil so, als bestehe das eigentliche Wesen des Seins im Haben, so dass nichts ist, wer nichts hat.

Die großen Meister des Lebens haben jedoch in der Alternative zwischen Haben und Sein eine Kernfrage ihrer jeweiligen Anschauung gesehen. Buddha lehrt, dass nicht nach Besitz streben dürfe, wer die höchste Stufe der menschlichen Entwicklung erreichen wolle. Jesus sagt: »Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst aber verliert und Schaden erleidet?« (Lk. 9,24 f.). Meister Eckhart lehrt, nichts zu haben und sich selbst offen und »leer« zu machen, sich selbst mit seinem eigenen Ich nicht im Wege zu stehen, sei die Voraussetzung, um geistigen Reichtum und Kraft zu erlangen. Marx lehrt, dass Luxus ein genauso großes Laster sei wie Armut und dass es unser Ziel sein müsse, viel zu sein, nicht viel zu haben. (Ich beziehe mich hier auf den wirklichen Marx, den radikalen Humanisten, nicht auf die üblichen Fälschungen, wie sie der Sowjetkommunismus vornimmt.)


Diese Unterscheidung hat mich seit Jahren beeindruckt. Ich suchte ihre empirische Grundlage durch das konkrete Studium von einzelnen und von Gruppen mit Hilfe der psychoanalytischen Methode zufinden. Was ich fand, legte mir den Schluss nahe, dass diese Unterscheidung zusammen mit jener zwischen der Liebe zum Leben und der Liebe zum Toten das entscheidendste Problem der menschlichen Existenz ist; dass die empirischen Daten der Anthropologie und der Psychoanalyse darauf hindeuten, dass Haben und Sein zwei grundlegend verschiedene Formen menschlichen Erlebens sind, deren jeweilige Stärke Unterschiede zwischen den Charakteren von einzelnen und zwischen verschiedenen Typen des Gesellschafts-Charakters bestimmt.


Beispiele aus der Dichtung

Um Unterschied zwischen der Existenzweise des Habens und der Existenzweise des Seins zu verdeutlichen, möchte ich als Beispiel zwei Gedichte ähnlichen Inhalts zitieren, die der verstorbene D. T. Suzuki in seinen Vorlesungen >Über Zen-Buddhismus< (1960) zitiert. Das eine ist ein Haiku von dem japanischen Dichter Basho (1644-1694), das andere stammt von einem englischen Dichter des 19. Jahrhunderts, von Tennyson. Beide beschreiben das gleiche Erlebnis: ihre Reaktion auf eine Blume, die sie auf einem Spaziergang sehen. Tennysons Gedicht lautet:

Flower in a crannied wall,
I pluck you out of the crannies,
I hold you here, root and all, in my hand,
Little flower - but if I could understand
What you are, root und all, and all in all,
I should know what God and man is.

Blume in der geborstenen Mauer,
Ich pflücke dich aus den Mauerritzen,
Mitsamt den Wurzeln halte ich dich in der Hand,
Kleine Blume - doch wenn ich verstehen könnte,
Was du mitsamt den Wurzeln und alles in allem bist,
Wüßte ich, was Gott und Mensch ist.

(Übersetzung: Marion Steipe)


Bashos Haiku lautet so:


Yoku mireba
Nazuna hana saku
Kakine kana

Wenn ich aufmerksam schaue,
Seh' ich die Nazuna
An der Hecke blühen!



Der Unterschied fällt ins Auge. Tennyson reagiert auf die Blume mit dem Wunsch, sie zu haben. Er pflückt sie »mitsamt den Wurzeln«.

Sein Interesse an ihr führt dazu, dass er sie tötet, während er mit der intellektuellen Spekulation schließt, dass ihm die Blume eventuell dazu dienen könne, die Natur Gottes und des Menschen zu begreifen. Tennyson kann in diesem Gedicht mit dem westlichen Wissenschaftler verglichen werden, der die Wahrheit sucht, indem er das Leben zerstückelt.


Bashos Reaktion auf die Blume ist vollkommen anders. Er will sie nicht pflücken; er berührt sie nicht einmal. Er »schaut aufmerksamer, um sie zu »sehen«.

Suzuki schreibt dazu (1960, S. 1): »Wahrscheinlich ging Basho eine Landstraße entlang, als er etwas bemerkte, was unscheinbar an der Hecke stand. Er näherte sich, sah genau hin und fand, dass es nichts als eine wilde Pflanze war, die recht unbedeutend ist und für gewöhnlich von Vorübergehenden nicht beachtet wird. Es ist eine einfache Tatsache, die in dem Gedicht beschrieben wird, ohne dass dabei ein besonders poetisches Gefühl zum Ausdruck kommt, außer vielleicht in den beiden letzten Silben, die auf japanisch kana lauten. Diese Partikel, die häufig an ein Hauptwort, ein Adjektiv oder ein Adverb angehängt wird, drückt ein gewisses Gefühl der Bewunderung, des Lobes, des Leidens oder der Freude aus und kann manchmal in der Übersetzung ziemlich treffend durch ein Ausrufungszeichen wiedergegeben werden. Im vorliegenden Haiku endet der ganze Vers mit einem solchen Ausrufungszeichen.« Tennyson muss die Blume besitzen, um den Menschen und die Natur zu verstehen und dadurch, dass er sie hat, zerstört er die Blume. Basho möchte sehen, er möchte die Blume nicht nur anschauen, er möchte mit ihr eins sein, sich mit ihr vereinen - und sie leben lassen.



Den Unterschied zwischen Tennyson und Basho verdeutlicht ein Gedicht von Goethe:

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grubs mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ichs
Am hübschen Haus,

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

Goethe geht ohne Absicht spazieren, als die leuchtende kleine Blume seine Aufmerksamkeit erregt. Er berichtet, dass er den gleichen Impuls hat wie Tennyson, nämlich die Blume zu pflücken. Aber anders als Tennyson ist er sich bewusst, dass dies ihren Tod bedeuten würde. Die Blume ist so lebendig für ihn, dass sie zu ihm spricht und ihn warnt. Er löst das Problem also anders als Tennyson und Basho. Er gräbt die Blume aus und verpflanzt sie, damit ihr Leben erhalten bleibt. Goethe steht gewissermaßen zwischen Basho und Tennyson, aber im entscheidenden Augenblick ist seine Liebe zum Leben stärker als die rein intellektuelle Neugier. Dieses schöne Gedicht drückt offensichtlich Goethes Grundeinstellung zur Erforschung der Natur aus.

Tennysons Beziehung zu der Blume ist von der Weise des Habens oder der des Besitzenwollens geprägt, wobei es nicht um materiellen Besitz, sondern um den Besitz von Wissen geht. Die Beziehung Bashos und Goethe ist von der Weise des Seins gekennzeichnet. Mit >Sein< meine ich eine Existenzweise, in der man nichts hat und nichts zu haben begehrt, sondern voller Freude ist, seine Fähigkeiten produktiv nutzt und eins mit der Welt ist.


Der leidenschaftliche Anwalt des Lebens und Kämpfer gegen die Zerstückelung und Mechanisierung des Menschen, hat in vielen Gedichten für das Sein und gegen das Haben Partei ergriffen und den Konflikt zwischen Haben und Sein in seinem >Faust< dramatisch gestaltet, in dem Mephistoteles dGoetheas haben verkörpert. Es gibt ein kurzes Gedicht von ihm, das die Qualität des Seins mit unübertrefflicher Schlichtheit charakterisiert:

Eigentum

Ich weiß, daß mir nichts angehört
Als der Gedanke, der ungestört
Aus meiner Seele will fliehen,
Und jeder günstige Augenblick,
Den mich ein liebendes Geschick
Von Grund aus läßt genießen.




Doch der Unterschied zwischen Sein und Haben ist nicht identisch mit dem Unterschied zwischen östlichem und westlichem Denken. Er entspricht vielmehr dem Unterschied zwischen dem Geist einer Gesellschaft) die den Menschen zum Mittelpunkt hat, und dem Geist einer Gesellschaft, die sich um Dinge dreht, Die Haben-Orientierung ist charakteristisch für den Menschen der westlichen Industriegesellschaft, in welcher die Gier nach Geld, Ruhm und Macht zum beherrschenden Thema des Lebens wurde. Weniger entfremdete Gesellschaften, wie die des Mittelalters oder der Zuni-Indianer oder die bestimmter afrikanischer Stimme, die noch nicht von den heutigen Ideen des >Fortschritts< infiziert sind, haben ihre eigenen Bashos; und vielleicht werden Japaner nach ein paar weiteren Generationen der Industrialisierung ihre eigenen Tennysons haben. Es ist nicht so, dass der westliche Mensch östliche Systeme wie den Zen-Buddhismus, nicht ganz begreifen kann (wie C.G. Jung meinte), sondern dass der moderne Mensch den Geist einer Gesellschaft nicht zu begreifen vermag, die nicht auf Eigentum und Habgier aufgebaut ist. In der Tat ist Meister Eckhart ebenso schwer zu verstehen wie Basho oder Zen, doch Eckhart und der Buddhismus sind in Wirklichkeit nur zwei Dialekte der gleichen Sprache.
u.s.l.

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von u.s.l. »

mit kommt da ein spiel in den sinn, dass ich damals bei einem bekannten ausführlich beobachten konnte:

das "hasch mich - ich bin schwul"- syndrom. dabei geht es darum, ein spiel zu spielen, in dem man für das gegenüber (in seinem fall weiber) schier unerreichbar erscheint...um den jagdinstinkt zu wecken :-s dies kann man beliebigerweise bis zur vergasung fortführen. oder einmal nachgeben. oder auch mehr als einmal.
Fallen Angel 2

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

@Melliandra
guet zämegfasst :)
woher weiss ich ob ich begehre - oder ob da doch meh isch in mir?
(nöd dass das no wichtig wär, aber es hilft mir mini vergangeheit chli besser z'verstah)
oder sogar, meh bi beidne? gspürt "mer" de ander? oder isch das alles nur iibildig?
Capablanca hat geschrieben:Ich denke, wenn man jemanden wirklich liebt, ihn aber aus einem nachvollziehbaren Grund nicht haben kann, dann darf man ihn weiterhin lieben. Die Liebe wird nur dann zum Schmerz, wenn das eigene Ego aus dem Hintergrund hervortritt, welches eigentlich gar nicht liebt, sondern nur haben will. Ein Ego kann nicht lieben, sondern nur besitzen. Wenn es eine echte einseitige Liebe gibt (die wir hier postulieren können), dann sollte sie von "Besitz" unabhängig sein.
Wiederum ein sehr interessanter Beitrag.
Hier in diesem Abschnitt zeigt sich das gleiche, was ich auch Melliandra gerade gefragt habe.
Es wird schnell so definiert, dass jener, der jemanden will der diesen nicht will - im Ego ist. Es ginge nicht länger um Liebe. Es ginge nicht länger um Gefühle. Nur noch um Psychologie. Und das mag so sein, und ist oft so, aber ich kann mich mit dem Gedanken nicht ganz anfreunden, dass dies immer so sein soll.
Wird die Liebe nur zum Schmerz, wenn das Ego mitredet? In meinem etwas längeren Beitrag von gestern Abend und heute Morgen, bin ich zu ähnlichen Schlüssen gekommen, und doch...
Wenn man jemanden liebt, und aus NICHT nachvollziehbaren Gründen nicht "haben" kann, wie zum Beispiel, weil dieser andere ein Trauma hat, oder wie bei Romeo und Julia die Umstände dazwischenfunken, oder wenn ganz einfach irgendetwas schief geht, ist dann da nicht das Unglück, der Schmerz am Grössten, wo Liebe echt und wahr ist, und nicht gelebt werden DARF. Weil irgendwas - das jenseits der Liebe ist - dies "verhindert"?
Nun kann man fatalistisch sagen, wenn zwei sich wirklich lieben, überwinden sie jedes Hindernis, sonst hats halt nicht sollen sein - aber... die Realität ist manchmal hart, härter noch als die Romantik.
Wenn Zwang das Handeln und Lieben bestimmt - okay, dann muss man lernen den Zwang als solchen zu erkennen, und in Liebe loszulassen. Was aber, wenn das gar nicht das Problem ist? Wenn nicht der Zwang das Problem ist?
Und woher weiss denn jemand der liebt, was nun ist, ob Zwang oder Pech? Im Beispiel mit den drei Kindern, ist es Pech. Aber... es gibt andere Situationen, in denen jemand aus freien Stücken, frei liebt, und auch bereit ist dafür steinige Wege zu beschreiten. Doch wenn dies alles sinnlos ist, "weils einfach nicht hat sollen sein", dann ist der Schmerz: echter Liebesschmerz, und weit weg von Haben und Besitz. Dann IST der Schmerz.
Bedingungsloser Schmerz sozusagen.

Edit: wobei natürlich die Gefahr besteht, sich auf den Bedingungslosen Schmerz (hey neues Wort juhu) zu berufen, und doch nichts weiter zu empfinden, als Zwang.
Capablanca

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Capablanca »

Fallen Angel 2 hat geschrieben: Wenn man jemanden liebt, und aus NICHT nachvollziehbaren Gründen nicht "haben" kann, wie zum Beispiel, weil dieser andere ein Trauma hat, oder wie bei Romeo und Julia die Umstände dazwischenfunken, oder wenn ganz einfach irgendetwas schief geht, ist dann da nicht das Unglück, der Schmerz am Grössten, wo Liebe echt und wahr ist, und nicht gelebt werden DARF. Weil irgendwas - das jenseits der Liebe ist - dies "verhindert"?
[...]
Aber... es gibt andere Situationen, in denen jemand aus freien Stücken, frei liebt, und auch bereit ist dafür steinige Wege zu beschreiten. Doch wenn dies alles sinnlos ist - "weils einfach nicht hat sollen sein", dann ist der Schmerz: echter Liebesschmerz, und weit weg von Haben und Besitz. Dann IST der Schmerz.
Bedingungsloser Schmerz sozusagen.
Ich denke hier sind wir uns einig ... der Schmerz wäre dann "wirklich" oder "bedingungslos" wie du ihn nennst .. aber ist das nicht auch nur Pech? So wie es bei Romeo und Julia auch nichts anderes war?
Es sind eben irgendwelche Umstände, die dazwischen funken. Der Fall mit verheiratet und 3 Kinder ist nur ein einfaches Beispiel, solcher Umstände.

Aber die Frage stellt sich, ob solche Fälle nicht Seltenheiten sind und ob nicht eher diejenige Form der "Liebe", die an unbedingtes Begehren, Brauchen und Besitzen geknüpft ist, an der Tagesordnung ist - und nur mit der obigen, von dir geschilderten Form verwechselt wird?
Fallen Angel 2

Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

Natürlich wird es zumeist damit verwechselt, aber es kommt denke ich oft genug vor, um nicht von Seltenheit zu sprechen.

Wenn jemand "unglücklich" verliebt ist, und seine Verliebtheit verwandelt sich in irgend eine Form des Hasses, auf die Person, die geliebt wird, und sei es auch nur, ihr gefliessentlich aus dem Weg zu gehen, nicht mehr anzugucken, schon gar nicht zu reden, und ganz allgemein, sie nicht länger mögen, oder gar "gute Gründe" suchen, für den blöden Charakter und "ein Glück hat das nicht geklappt"....

Dann ist es mit Sicherheit keine Liebe, und war nie Liebe und wäre nie Liebe geworden, selbst wenns geklappt hätte. (edit: wobei: es kann natürlich auch sein, dass jemand diese Dinge sagt, um sich selbst vor dem Drama (s.u.) zu schützen.)

Wenn aber Bedauern der Umstände, des Schicksals, oder des negativen Glücks (Bad Luck) das einen zu verfolgen scheint, an die Stelle des Hasses tritt und wenn die Liebe zu dieser Person nie weniger wird, sondern immer stärker in der Seele brennt, wenn sie die Tränensäcke bemüht, wenn diese Liebe so stark ist, dass der Mensch daran zerbricht, dass es nicht möglich ist, so wie bei Romeo und Julia, dann dürfen wir glaube ich ohne weiteres von Bedingungslosem Schmerz sprechen, denn die Liebe wird nicht weniger und nicht verworren, nur bedauert und ..wenn derjenige Glück hat, schliesslich losgelassen.

Wenn er Pech hat, wird er nie wieder glücklich...

Zum Bedingungslosen Schmerz gehören vermutlich auch Autounfälle und dergleichen. Die einem Liebenden sein "ein und alles" fortreisst.

Ja ich denke doch, diesen Bedingungslosen Schmerz, den gibt es. Und es gibt die Menschen, die lernen müssen, damit zu leben. Loslassen ist hier schwieriger, als beim Zwang. Denn den Zwang den kannst Du noch als solchen Enttarnen und wenn dies Dir bewusst wird, kannst Du es relativ leicht loslassen, wenn Du nur ein wenig ehrlich zu Dir bist.
Doch wenn es keine Gründe gibt, die im psychologischen zu finden sind, sondern eher dem Drama (oder Melodrama) zuzuordnen sind... dann ist es nicht mehr nur loslassen - sondern bereits Loslösen.
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Re: Gut, Böse, Neutral, lieb, nett, gemein, äh, Help?

Beitrag von Melliandra »

Fallen Angel 2 hat geschrieben:Dann ist es mit Sicherheit keine Liebe, und war nie Liebe und wäre nie Liebe geworden, selbst wenns geklappt hätte. (edit: wobei: es kann natürlich auch sein, dass jemand diese Dinge sagt, um sich selbst vor dem Drama (s.u.) zu schützen.)

Wenn aber Bedauern der Umstände, des Schicksals, oder des negativen Glücks (Bad Luck) das einen zu verfolgen scheint, an die Stelle des Hasses tritt und wenn die Liebe zu dieser Person nie weniger wird, sondern immer stärker in der Seele brennt, wenn sie die Tränensäcke bemüht, wenn diese Liebe so stark ist, dass der Mensch daran zerbricht, dass es nicht möglich ist, so wie bei Romeo und Julia, dann dürfen wir glaube ich ohne weiteres von Bedingungslosem Schmerz sprechen, denn die Liebe wird nicht weniger und nicht verworren, nur bedauert und ..wenn derjenige Glück hat, schliesslich losgelassen.
Das ist nun witzig. =o) Ich empfinde es gleich anders rum. Wenn man anfängt zu hassen, DANN MUSS vorher Liebe gewesen sein. Denn hassen kann ich nur etwas,
dass ich geliebt habe, eigendlich immer noch Liebe. Hass ist die negativ Form von Liebe, also gleich viel Emotionen und Gefühle.

Alle Trauer, Leid, Depression, dass man diese Person nicht haben kann, das die Liebe nicht erwiedert wird, dass hat doch was mit mir ganz alleine zu tun und nicht
mit der Liebe. Julia wird immer Romeo lieben auch wenn sie nicht zusammen sein können. Ausser sie fängt ihn an zu hassen. Die Liebe wird immer stärker und was ist
schlimm daran? Genau, dass man nicht zusammen sein kann. Aber was hat das mit Liebe zu tun? Das ist doch genau dieses Begehren, dieses ich will haben, will die
Person für mich, will mit ihr zusammen sein. Hört sich für mich mehr nach nicht vollkommen an, als wenn ich mier versuche ein zu reden, dass ich die Persön plötzlich
doof finde und sogar hasse.
*poink*
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