@post blue
das problem bei mir ist, dass ich selten viel überlege, beim Schreiben, es ist mehr so ein inneres Bedürfnis irgendwas mittzuteilen, das auch für mich etwas verwirrend ist..
Dennoch glaube ich, dass ich ungefähr folgendes meine:
wenn man nach Glücklich-sein strebt, so ist man einigermassen "fixiert" und das macht dann unglücklich, weil man "etwas" *noch* nicht erreicht hat. Man ist nicht IM MOMENT. Und das macht unglücklich.
ok das war nicht Deine Frage.
also zu dem Satz, Unglück macht glücklich. Klingt auf den ersten blick etwas ...abstrakt. Wie kann man glücklich sein, wenn einem Unglück widerfährt?
...und dann kommt, wenn man pech (oder glück?) hat: ein Unglück.
Etwas, das nicht so ist, "wie es sein sollte", sondern was – kalt und hart – so ist, wie es IST. Das kann dazu führen, dass man wieder bewusster IM MOMENT lebt. Mit den ureigenen Gefühlen, Ängsten, Träumen, Hoffnungen verbunden. Wodurch man glücklich wird..
Es ist schwierig sich einzureden, dass man immer "im moment" leben sollte. Denn das ist dann eben auch wieder nur ein Konzept. Eine idee. Manche machen daraus sogar Ideologien. oder Religionen. Moral! Abstraktion...
jedoch, wenn dein Vater stirbt oder deine grosse Liebe dich verlässt, oder etwas in der Art, dann bist du eine ganze Weile, völlig bei Dir. Du durchlebst nach solchen Ereignissen eine ganze Weile lang, alle möglichen Weh-Gefühle, von Wut bis zur Euphorie. Das nennt sich Trauer. Diese Trauer führt dich auf eine Art zurück zu Dir zu deinem Menschsein. Etwas, dass die Welt der abstrakten Konzepte nicht bieten kann.
Da das Streben nach Glück (zum Beispiel eine romantische Beziehung mit jemanden zu haben) häufig zu Unglück führt (sie/er will nichts von einem) kommt man in Kontakt mit einem Unglück, was einen mit einem selbst verbindet, wodurch man in dem Moment wieder im Moment lebt, wodurch man glücklicher wird. Zumindest für eine Weile...
somewhere along these lines, ein Gedankenanstoss: welche menschen sind am unglücklichsten? jene die tausend probleme haben, zu wenig geld für die steuern, ständig am rotieren sind, sich einsetzen müssen für sich und ihre kleine welt, die ganze zeit ums überleben kämpfen und womöglich sogar noch das eine oder andere psychische problem haben, weswegen sie ständig in einem zwiespalt leben - oder jene, die alles haben, ein gemachtes nest, eine geregelte arbeit, ein haus, mit garten, kinder, leute die alles vernünftig durchdenken, und die sich die ganze zeit gewissermassen zu tode langweilen?


