Katholizismus vs. New Age

Mysteriöse Erfahrungen, Weisheiten, Rätselhaftes.
Fallen Angel 2

Katholizismus vs. New Age

Beitrag von Fallen Angel 2 »

Ich bin auf der Wikipedia auf einen Link gestossen, worin der Vatikan zur Philosophie New Age Stellung nimmt.

http://www.vatican.va/roman_curia/ponti ... ge_en.html

Dies ist sehr interessant und teilweise sogar lehrreich. Man erkennt, dass die Kirche in erster Linie fest daran glaubt, dass Jesus tatsächlich Gottes Sohn und Gott effektiv eine Person ist. Jesus ist in den Augen der Katholiken nicht irgend ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten, wie das in New Age Philosophie allgemein vorausgesetzt wird.

An und für sich hat der Autor sich bemüht, den Text einigermassen neutral zu schreiben, man merkt aber doch immer wieder deutlich die Ablehnung des Vatikans gegenüber New Age (sozusagen zwischen den Zeilen).

Interessant ist die Kritik, dass New Age eher egozentrisch und auf das Wohl des Einzelnen ausgerichtig sei, während der Katholizismus das "Du" von Gott und seinem Sohn prägt.

Oder auch, dass New Age angeblich hauptsächlich verwirrend wirke, nicht erfüllend (?) wie die Kirche.

Ich bin eher ein atheistischer oder pantheistischer, New Age angehauchter, offen-kritischer Philosoph, und in dieser "Rolle" suche ich immer wieder nach neuen Erkenntnissen. Ich bin aus der Reformierten Kirche ausgetreten mit einem etwas längeren Text (ihr kennt mich ja :) ) in dem ich die Eigenverantwortung und die Gaia-Philosophie als "meine Religion" und Begründung für den Austritt angegeben habe.

Eine Antwort auf den Text habe ich nicht erhalten. Ich schätze, wenn ich aus der Katholischen ausgetreten wäre, hätten sie angefangen zu diskutieren. ;)
Benutzeravatar
Zauberhäxli
Platin Member
Platin Member
Beiträge: 508
Registriert: Fr 22. Sep 2006, 08:49
Wohnort: Land of Fantasy

Beitrag von Zauberhäxli »

Solche Ansichten kommen mir sehr bekannt vor. Meine Schwester ist in einer Freikirche die eine sehr konservative Ausrichtung hat, so tragen zum Beispiel alle Frauen lange Röcke aus religiöser Überzeugung. Sie vertritt genau so Ansichten nur noch mit mehr Nachdruck. Seit kurzem besuche ich einen Jogakurs, meine Schwester war entsetzt und hat gesagt; dass mich so ein Kurs weg von Gott bringt. Das beim Joga der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht Gott, deswegen findet sie es sehr gefährlich.

Sie selber und die Leute welche diese Freikirche besuchen, sind eigentlich sehr liebe Menschen. Sie glauben nicht nur an die Bibel (und zwar wortwörtlich), sonder leben es auch wirklich und helfen anderen Menschen. So war meine Schwester zum Beispiel in Afrika um eine Strasse in ein abgelegenes Gebiet zu bauen.

Ich finde jede fanatische Organisation oder religiöse Überzeugung schlecht. Kein Mensch hat die Weisheit mit Löffeln gegessen und jeder Mensch macht Fehler. Es ist so schade, dass auf dieser Welt Religionen im Lauf der Geschichte missbraucht und verändert wurden, dabei meinen im Grunde alle das gleiche. Egal ob Gott, Buddha, Allah oder was auch immer, dass sind nur Namen.
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern erschaffen zu können
Fallen Angel 2

Beitrag von Fallen Angel 2 »

Zauberhäxli hat geschrieben:Das beim Joga der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht Gott, deswegen findet sie es sehr gefährlich.
das ist in etwa genau das, was der Vatikan in seinem Text auch schreibt.
und sie sind auch ziemlich offen, wenn sie sagen, dass jetzt eine ideale Zeit sei, die Menschen zu bekehren, da allgemein eine grosse Verwirrung herrscht.

Verantwortlich für die Verwirrung ist gemäss Vatikan unter anderem New Age und die Renaissance. Nichts neues eigentlich, aber es hat mich erstaunt, dass dies ziemlich genau so auf einer offiziellen Seite des Vatikan steht. Wenn eine Freikirche so etwas rauslässt, schütteln alle die Köpfe, aber bei der Katholischen Kirche scheint niemand sich daran zu stossen.

ich will aber auch nicht unnötig auf der Kirche rumhacken. Persönlich sehe ich es schon so, dass es ziemlich wagemutig ist, zu behaupten, Gott in Persona sei existent. Auf der anderen Seite: wenn jemand durch diesen Glauben zu einem friedlichen, fürsorglichen Mensch wird, ist das nicht unbedingt schlecht.
dabei meinen im Grunde alle das gleiche. Egal ob Gott, Buddha, Allah oder was auch immer, dass sind nur Namen.
Interessanterweise sieht der Vatikan diesen Punkt anders. Der Satz ist in ihren Augen "Pantheistisch" (alles ist eins) und wer "so was" sagt, kapiere quasi nicht, dass Jesus effektiv Gottes Sohn war, und dass er für die Sünden der Menschheit gestorben sei.

Was übrigens (wusste das vorher auch nicht) der Grund ist, warum wir überhaupt den freien Willen haben: Vor Jesus gab es Richtig und Falsch, nachdem er für unsere Sünden sozusagen einen Blancoscheck ausgestellt hat, war jeder frei zu tun was immer er will - nur dass er natürlich entsprechend in die Hölle kam, wenn er das falsche tat.

Nun ja - inhaltlich wirft der Text durchaus einige Fragen auf, die interessant sind, die haben sich wirklich damit auseinandergesetzt. Es wäre vielleicht noch etwas interessanter, wenn man den Text sozusagen aus New Age Sicht nochmals überarbeiten würde. Es fehlt ein bisschen der Kommentar zum Kommentar.

Ich denke in einem Punkt sind sich New Age und Katholizismus sogar einig: den Menschen fehlt der Glaube, im Sinn von "an etwas glauben". Mag sein, dass dies so eine Art kulturhistorisches Erbe ist, dass unsere Generation also noch zu nah an der Zeit ist, als schlichtwegs alles vom Glauben diktiert wurde.

Andererseits um Stephen King durch eine seiner Romanfiguren zu zitieren: "Ich lese mehr als deine Mutter, aber letztendlich ist sie diesbezüglich die Vernünftigere. Was wri tun, was wir denken ... das beruht so oft auf willkürlichen Entscheidungen, auch wenn es richtig ist. Darüber komme ich nicht hinweg. Es ist wie ein Kloss in meinem Hals, dass jede wahre Logik aus dem irrationalen zu kommen scheint. aus dem Glauben."

Ist es nicht teilweise so? Wenn wir sagen, wir wollen eine friedlichere, liebevollere Welt, in der die Menschen einander vertrauen, ist das nicht so eine Art Glaube an das Gute? Ob dieses Gute nun "in den Menschen" liegt (New Age) oder in der Lebensessenz Gottes (Kirche), spielt meines Erachtens keine allzu grosse Rolle.

Darin irren sich meiner Ansicht nach beide Philosophien: Sie suchen Gegensätze und reiten darauf rum. Statt die Gemeinsamkeiten zu finden, und darauf aufzubauen.

Auch das eines der Hauptprobleme der heutigen Welt. Denn darin irrt sich die Kirche: der Satz "dabei meinen im Grunde alle das gleiche. Egal ob Gott, Buddha, Allah oder was auch immer, dass sind nur Namen." ist eben doch wahr. Die jeweiligen Kirchen haben das nur ad absurdum geführt, indem sie den ursprünglichen Gedanken verzerrt haben.

Ach übrigens; New Age ist gemäss der Kirche das gleiche wie Gnostic (nicht Gothic ;) ) - wen es interessiert, hier noch die Bibel nach Gnostischer Lehre: http://wwwuser.gwdg.de/~rzellwe/nhs/nhs.html

Wie aus dem Text des Vatikan hervorgeht (diesmal nicht so deutlich) wurde der Gnosticismus in den ersten paar Jahrhunderten nach Christus heftig bekämpft, in erster Linie, weil auch darin der Mensch im Mittelpunkt gestanden habe, und nicht Gott.
Benutzeravatar
Elias
Platin Member
Platin Member
Beiträge: 757
Registriert: So 13. Aug 2006, 08:34
Wohnort: da

Beitrag von Elias »

Was sind dann eigentlich „Religionen“ Wie definiert man Religion?
Ich probier mal, „Religion“ zu definieren, auch wenn ich jetzt schon weis,
dass es unmöglich ist „Religion“ auf einen Nenner zu bringen!
Genau das aber, machen Lehren wie „Religionen“.
sie wollen etwas, auf einen Nenner bringen.
Unbewusst sind wir so ziemlich alle, sehr religiös.
Auch wenn wir das bestreiten.
Ich probier, dass anhand eines Beispiels zu unterstreichen:

Herr Beispiel ist ein jemand, wie viele.
Er ist eigentlich ziemlich zufrieden mit seinem Leben,
auch wenn er es recht frustrierend findet.
Herr Beispiel kann mit Religion nichts anfangen.
Er lebt so vor sich hin, so wie halt viele andere,
nicht wirklich glücklich, aber auch nicht unglücklich.
Nun gehen wir mal in das Unterbewusstsein, dieses Herrn Beispiel.
Irgendwo dort in den tiefen, seines Unterbewusstseins, ist Herr Beispiel davon überzeugt;
das es Sünde und Tod gibt.
Sein Unterbewusstsein hat viele Jahre lang gelernt, dass man im Leben leidet,
und dass das halt ganz normal ist, weil Leid ja auf der Welt auch ganz normal ist.
Herr Beispiel hat sich aber nie wirklich ernsthaft hinterfragt WIESO er leidet.
Er glaubt ja nicht bewusst an Sünde, und diesen ganzen Religionsscheiss!
Sein Unterbewusstsein aber ist darauf trainiert worden, an Leiden und Sünde zu glauben.
Also glaubt er eben doch daran, einfach nicht bewusst!
Unsere Gesellschaft hat ihm das eingetrichtert,
und trichtert´s ihm jeden Tag, immer wieder, aufs Neue ein.
Das Unterbewusstsein des Herrn Beispiel ist immer noch von der Idee überzeugt,
dass es das Leben oft nicht gut mit ihm meint.
Und er glaubt immer noch an den bösen Rachegott, oder halt, an das böse Leben.
Das Leben ist ja so Hart und gemein, denkt er sich.
Sein Unterbewusstsein reagiert halt so,
wie es das immer tut, auf Herrn Beispiels Suggestionen, über eine böse, sündige, leidende Welt.
Es zeigt dem Herrn Beispiel Bilder, einer grossen, bösen, sündigen
und leidenden Welt.
Bilder von Rache und Tod, wo weit und breit keine Liebe zu finden ist.
Eine Welt in der man seine „Sünden“ oder sein „Karma“ abtragen muss, durch leiden.
Gehen wir mal wieder zum Bewussten Herrn Beispiel, der zufrieden ist mit seinem leben,
auch wenn es manchmal so frustrierend ist.
Irgendwie beginnt er sich immer öfters zu hinterfragen,
ob es das wirklich sein kann.
Und in einem plötzlichen Moment denkt er sich:
"Wenn ich an Leiden glaube, dann glaub ich doch auch an Sünde,
da gibt’s doch keinen unterschied!
Und ich Glaube an Sünde weil ich ja oft auch Leide.
Auch wenn ich es noch Tausendmal bestreite.
Wenn ich leide dann bin ich ein Sünder, den das Leben ist halt so, und wir müssen ja alle, unsere „Strafe“ oder unser „Karma“ abtragen."
Herr Beispiel wird immer wütender…!
„Und wenn die ganze Welt und tausend Yogis von Sünde und Karma reden, ich glaube nicht mehr daran."
"Das ist doch ein riesen pschiss, eine riesen Verarschung!“
In seiner Wut denkt er ziemlich zynisch, es ist für ihn aber befreiend:
„ Drogen und Sex und Fun in allen warianten, das alles,
ist doch sooo sündig, und es tötet uns…!
ja ja klar, so ist das!“
Und er lacht über sich selbst.
Und Herrn Beispiel wir plötzlich klar, wie sehr er doch von den Religionen beeinflusst wurde,
und er fragt sich, wieso das so ist.
Und er denkt sich, dass es auch heute noch sehr ähnlich ist wie Z.B. im Mittelalter.
Die mächtigen und reichen benutzen die Religionen nach wie vor, um das „dumme Fußvolk“ unter Kontrolle zu halten, nur halt auf eine etwas unterschwelligere und subtilere Art, als im Mittelalter.
http://www.vimeo.com/elfilmias
http://www.youtube.com/elfilmias

Wage du, zu irren und zu träumen! Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel.
(Schiller)
Benutzeravatar
Titali
Platin Member
Platin Member
Beiträge: 841
Registriert: Fr 29. Jun 2007, 11:25
Wohnort: Deep Somewhere...

Beitrag von Titali »

wenn ich einen wunsch frei hätte und damit die welt verändern könnte, würde ich ALLE RELIGIONEN ABSCHAFFEN !!!!

ins vergessene rufen, auflösen lassen und neuanfangen... independet and free for everybody!!!
The Drums don't Stop... Bild
Benutzeravatar
cannaswiss
Beiträge: 14
Registriert: Mo 27. Aug 2007, 18:19
Wohnort: känsch eh nöd

Beitrag von cannaswiss »

Einwurf: Ich hasse den Begrif New Age---> so nichtssagend!!!!!!! =D>
Wählt grün und erntet viel=)
Benutzeravatar
juerg
Platin Member
Platin Member
Beiträge: 935
Registriert: Di 1. Aug 2006, 12:36
Wohnort: agra

Beitrag von juerg »

independet and free for everybody!!!
:ove: :ove: :ove: But lots of Love for every being :ove: :ove: :ove:
In den Momenten, in denen es uns gelingt, zu sein, was wir sind, ohne zu fragen,
was wir sein sollten, funkelt unser Lebenslicht wie ein heller Stern.

Liebe das Leben
aber lebe die Liebe.

***G L O B A L I Z E *** LOVE
Benutzeravatar
Titali
Platin Member
Platin Member
Beiträge: 841
Registriert: Fr 29. Jun 2007, 11:25
Wohnort: Deep Somewhere...

Beitrag von Titali »

jürg hat geschrieben:
independet and free for everybody!!!
:ove: :ove: :ove: But lots of Love for every being :ove: :ove: :ove:
YeeeeeS!!!!

LoVe is the solutation for everything... universal LoVe :ove:


(nur manchmal habe ich das gefühl, dass ein grosser teil der menschheit verlernt hat zu lieben)
The Drums don't Stop... Bild
Benutzeravatar
Zauberhäxli
Platin Member
Platin Member
Beiträge: 508
Registriert: Fr 22. Sep 2006, 08:49
Wohnort: Land of Fantasy

Beitrag von Zauberhäxli »

ja abschaffen!!!! Religionen trennen die Menschen und schüren Hass, love is all you neeeed *lalala* :ove:
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern erschaffen zu können
Fallen Angel 2

Beitrag von Fallen Angel 2 »

cannaswiss hat geschrieben:Einwurf: Ich hasse den Begrif New Age---> so nichtssagend!!!!!!! =D>
New Age bezieht sich auf das "neue Zeitalter" Namens Wassermann, was den Astrologischen Übergang vom Fische-Zeitalter ins Wassermann-Zeitalter beschreibt (ein solcher Übergang findet so ca. alle 2000 Jahre statt und hängt damit zusammen wo unser Sonnensystem sich in der Galaxie befindet, denn auch die Sonne bewegt sich (und mit ihr alle Planeten) um den Mittelpunkt der Galaxie Milchstrasse, was dazu führt, das diverse Sternenkonstellationen sich fortwährend verändern), und schliesslich als Begriff 'New Age' für ziemlich vieles, was heute (im deutschen Sprachgebrauch) eher unter Esoterik oder Spiritualität bekannt ist, verwendet wurde. Der Vatikantext oder auch Wikipedia beschreiben das recht gut.
Die mächtigen und reichen benutzen die Religionen nach wie vor, um das „dumme Fussvolk“ unter Kontrolle zu halten, nur halt auf eine etwas unterschwelligere und subtilere Art, als im Mittelalter.
Ich denke, diese Aussage ist ziemlich wahr, und wird stets von neuem bewiesen (Iran, Hinduismus in Indien, Katholizismus in Südamerika, Christianity in USA, usw.).

Vielleicht muss man zwingend Religion und "Glaube" voneinander trennen.

Ich glaube (auch) an die Macht der Liebe. O:)
Psymäleon
Platin Member
Platin Member
Beiträge: 885
Registriert: Sa 13. Aug 2005, 14:37
Wohnort: Bern

Beitrag von Psymäleon »

Ich bin ja auch nicht gerade ein grosser Freund von vorgekauter Religion und doch finde ich die Pauschalisierungen gerade bei diesem Thema sehr gefährlich. Klar hat Religion in der Vergangenheit viel Schaden angerichtet, Hass geschührt und zu Intoleranz verleitet. Aber ist das alles? Gerade religiöse Gruppen haben auch verdammt viel für unzählige Menschen getan. Was würde passieren, wenn sich alle Hilfsorganisationen religiösem Ursprungs aus den Entwicklungsländer zurückziehen würden? Wie viele Lücken würden im Schweizerischen Sozialnetz entstehen, wenn es keine Kirchen, oder kirchennahe Grupen gäbe? Wenn man schon dem Vatikan usw. Schwarz-Weiss-Malerei vorwirft, dann sollte man sich dieser üblen Verallgemeinerung selbst auch nicht bedienen.
Es ist nicht wenig Zeit die wir haben. Sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen.
Fallen Angel 2

Beitrag von Fallen Angel 2 »

Worin ich ein Problem sehe, trotz des sehr guten Arguments, dass die Katholische Kirche und Freikirchen christlicher Natur, tatsächlich Hilfsorganisationen überall hinsenden, ist, dass die "Christen" tatsächlich genau so verblendet sind, wie alle anderen Religionen, wenn es um ihren Gott (bzw. ihre Götter) geht. Diese Götter existieren nicht. Es sind Erfindungen, oder Gleichnisse, um zu beschreiben wie die Physik funktioniert, wenn man kein Physiker ist.

Die Menschen haben die Fähigkeit, zu Glauben, warum nutzen sie diese Fähigkeit nicht, um zum Beispiel an einen friedlichen Planeten zu glauben? An sich selbst? An ihre Mitmenschen?

Nein, sie verschwenden ihre Fähigkeit, etwas zu glauben, an "den Gott" und all den Quatsch, den seine selbsternannten Sprachrohre rauslassen.

Ok, ist vielleicht etwas zu kritisch, und das Argument, dass die Hilfe, die die Kirche heute teilweise darstellt, nicht einfach wegzudiskutieren ist, ..äh kann man nicht so einfach wegdiskutieren.

Mir passt einfach diese Sturheit nicht, dieses "Es gibt Jesus, und er starb für unsere Sünden" - das ist mir zu fundamentalistisch. Wenn schon, können sie sagen, "ich glaub dran" aber müssen sie ständig versuchen, andere davon zu überzeugen?

Der Text des Vatikans bezüglich New Age oder Esoterik zeigt mir, dass auch im 21. Jahrhundert das Missionieren ganz weit oben auf der Prioritätenliste Rom's liegt.
Psymäleon
Platin Member
Platin Member
Beiträge: 885
Registriert: Sa 13. Aug 2005, 14:37
Wohnort: Bern

Beitrag von Psymäleon »

Fallen Angel 2 hat geschrieben: Diese Götter existieren nicht. Es sind Erfindungen, oder Gleichnisse, um zu beschreiben wie die Physik funktioniert, wenn man kein Physiker ist.
Punkt. Somit ist alles rational erklärbar, oder wäre es zumindest, wenn wir es mit wissenschaftlichen Methoden könnten? Sorry, aber nicht jeder, der an einen Gott glaubt ist ein verblendeter, uneigenständiger Mensch, der nur sagt: blablabla vatikan, blablabla gott, blablabla amen. Auch wenn deine Ansicht verständlich sein mag, so musst du nicht den selben Fehler machen wie die religiösen Fanatiker: Jedem Andersdenkenden den Respekt verweigern und deine Meinung als die absolute Wahrheit postulieren! Gerade bei Religionsfragen wäre ein Minimum an Fingerspitzengefühl sicher keine schlechte Sache.

Und übrigens: Bist du ein Physiker? Also ich bin keiner und deshalb ein fanatischer, verblendeter Religionsheini... oder doch nicht...
Es ist nicht wenig Zeit die wir haben. Sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen.
Capablanca

Beitrag von Capablanca »

Fallen Angel 2 hat geschrieben:Diese Götter existieren nicht. Es sind Erfindungen, oder Gleichnisse, um zu beschreiben wie die Physik funktioniert, wenn man kein Physiker ist.
Du weißt, dass das nicht so einfach ist. Es mag zwar ein atheistischer Standpunkt sein, der, genau betrachtet, auch nur ein mehr oder weniger naiver Glaube ist wie anderen Glaubensformen auch. In der Erkenntnistheorie wird die Idee eines Weltschöpfers, die dort etwas anders genannt wird, wie beispielsweise das "unbedingt Notwendige" und ähnlich, als eine sog. Transzendentalidee bezeichnet, auf die man durch relativ gesunde Überlegungen kommen kann.

Bereits Kant zeigte auf, dass es für eine derartige Transzendentalidee keine Widerlegung geben kann (auch keinen Beweis), weil eine Widerlegung stets auf Gegenständen der Erfahrung beruht, aber die Idee eines Weltschöpfers außerhalb jeglicher Erfahrung ist. Nun ist mir klar, wie du das meinst. Insbesondere geht es dir um die zum Teil völlig einseitige und verbohrte Interpretation dieser ursprünglichen Idee, und dem, was daraus gemacht wird (es wurden mit religiösen Interpretationen Kriege legitimiert, und in der menschlichen Geschichte hat nichts soviel Blut vergossen wie Religionen). Aber betrachtet man deine Aussage unabhängig davon, wie sie oben steht, kontextfrei, dann ist sie auch nicht besser als jede andere religiöse Aussage.
Fallen Angel 2

Beitrag von Fallen Angel 2 »

@Psymäleon
"nicht jeder, der an einen Gott glaubt ist ein verblendeter, uneigenständiger Mensch"
Da gebe ich Dir recht.

"Somit ist alles rational erklärbar, oder wäre es zumindest, wenn wir es mit wissenschaftlichen Methoden könnten"
Das habe ich nicht gesagt, ich sagte, es gibt keinen "personifizierten" Gott. ALLES kann man nicht rational erklären. Man kann aber all das rational erklären, wofür es mathematische und physikalische Beweise gibt, selbst wenn wir diese Beweise heute noch nicht kennen. Wie das mit den Atomen ganz ganz ganz genau funktioniert, naja ich weiss es nicht. hihi
Doch, ob das jetzt rational erklärbar ist, oder nicht: Dass ein Gott existiert, dann seinen Sohn auf die Erde schickt, ihn dort elendiglich verrecken lässt, und zuvor noch ein paar Wunder geschehen lässt, das alles ist nach logischen Überlegungen schlichtwegs auszuschliessen. Vielleicht nicht komplett unmöglich, es wäre so in Etwa eine Chance von 1:unendlich.
Dass der menschliche Geist oder Körper zu mehr fähig ist, als wir heute wissen, es also vielleicht tatsächlich einen Jesus gab, der ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten war, könnte schon eher sein, ist aber dennoch eine Glaubensfrage (also in dem Fall halt New Age), es ist nicht beweisbar, und solange wir keinen physikalischen Weg finden, in der zeit zurück zu kehren, können wir auch nicht nachfragen.
Wir können nur Wahrscheinlichkeitsrechnungen anstellen.

"Bist du ein Physiker?"
nein, wenn ich einer wäre, könnte ich vermutlich Beispiele bringen, was früher als Wunder angesehen wurde, und heute bekanntermassen, eine XY-String-Delta-Theorie ist. ;)

"Auch wenn deine Ansicht verständlich sein mag, so musst du nicht den selben Fehler machen wie die religiösen Fanatiker: Jedem Andersdenkenden den Respekt verweigern und deine Meinung als die absolute Wahrheit postulieren!"
Ich sag doch gar nicht, dass das die absolute Wahrheit ist, ich sag nur wie ich es sehe. Da interpretierst Du etwas in meine Worte, das dort so nicht steht.
Was jedoch stimmt: ich mag es nicht, wenn ein Mensch seine Intelligenz, seine Fähigkeit "an etwas zu Glauben" und seine Menschlichkeit aufgibt, für ein irreales Wesen. Und schon gar wenn er das für die leeren Worte aufgibt, von anderen Menschen, die behaupten, es gäbe ein solches Wesen, die aber keinerlei Beweise dafür bringen, sondern einfach sagen "dafür brauchts keine Beweise, gib mir zehn Goldmünzen".
Ich respektiere dieses naive sich-selbst-aufgeben nicht! Ich mag dieses Verhalten nicht, was noch lang nicht heisst, das ich den Mensch an sich nicht respektieren würde.
Dazu kommt, dass ich den Typ der die Goldmünzen will, tatsächlich als Mensch nicht respektiere, denn unschuldige, naive Menschen auszunehmen, ist einfach nur scheisse.

Der Umkehrschluss von Kant, dass es auch keinen Beweis dafür gibt, dass es einen Gott nicht gibt, ist zwar annähernd richtig, es gibt aber Millionen von Indizien, die zeigen, dass es verdammt unwahrscheinlich ist. Und keine Indizien für das Gegenteil (ausser das, was diejenigen sagen, die eine Religion "gründen").

Es mag sein, dass ich was das angeht etwas engstirnig erscheine. Auf eine Art bin ich das, auf eine andere Art auch wieder nicht...

Ich vermute einfach mal, wenn wir als Menschheit weiterkommen wollen und uns selbst weiterentwickeln, dann sollten wir aufhören, uns an irrealen Dingen festzuhalten, sei es bewusst (Vatikan) oder unbewusst (Elias Beitrag). Irgendwann muss man aufhören zu relativieren, und sagen: so ist es und so nicht. Dann erst hat man ein Fundament, hihi, auf dem man aufbauen kann.

Allerdings muss man fairerweise sagen, dass die Kirche vermutlich genau das gemacht hat... :-) Somit habt ihr beiden wohl doch recht... ;)

@Capablanca
ein Atheist vernichtet niemanden, nur weil der an einen Gott glaubt, ein Fanatiker würde aber einen Atheisten vernichten, weil er seinen Gott beleidigt. Dazwischen liegen schon gewisse deutlich erkennbare Unterschiede.

@Fingerspitzengefühl
Warum muss ich Fingerspitzengefühl bewahren, während der Vatikan solche Texte ins Internet stellen "darf" oder irgendwelche Islam-heinis gegen die bösen Ungläubigen schimpfen dürfen, und Terroristen zumindest dulden, wenn nicht sogar unterstützen, oder Israel unschuldige Kinder wegbombt, im Namen des Glaubens, dass das ihr Land sei, von Gott gespendet, oder in Indien noch immer Witwen verbrannt werden, weil das irgendso ein bekloppter Gott mal für ne gute Sache hielt? Das alles stört die Weiterentwicklung der Menschheit, und wenn es nicht nett ist, das zu sagen... dann bin ich halt nicht nett. who cares?
Antworten