Leute jetzt mal ehrlich 6 Mia. sind im Vergleich zu anderen Ausgaben schlichtwegs nicht viel. Amanita hat völlig Recht:
Amanita hat geschrieben:I find mer sött viel meh Gäld id Wüssäschaft stecke, nüt het so viel Potential. Guets, wie schlächts. Wenn aber s Gäld vorhande isch, isch d Gfahr chliiner, dass mer s vorhandeni für öppis schlächts iisetze muen, well mer denn au mol ideologisch (und nöd nur gwünnbringend) forschä darf.
Das Hauptproblem an der Wissenschaft ist nicht, dass die Wissenschaftler irgendwelche Militärfanatiker wären, sondern, dass das Militär in der Vergangenheit und Gegenwart die EINZIGE gottverdammte Institution war, die für Forschung Geld springen liess, während andere ja lieber Antiraucherplakate in die Welt setzen (BAG, auch so ein Deppenbetrieb).
Natürlich war das Militär in der Vergangenheit auch die einzige Institution die überhaupt so viel Geld hatte...
In der Gegenwart jedoch haben es Leute wie Bill Gates und andere Privatunternehmer, dank der Freien Marktwirtschaft (die sicherlich auch nicht über jeden Zweifel erhaben ist), geschafft riesige Vermögen anzuhäufen, und deren Ziele haben mit SICHERHEIT nichts mit Militärischen Waffen zu tun.
Wenn sich also diverse Wissenschaftler und einige Neureiche Spinner zusammentun, um Forschung EINZIG UND ALLEIN wegen der Forschung zu betreiben (was eben die Ideologische Forschung wäre), so ist das mit Sicherheit nicht Vergleichbar mit der Zeit des zweiten Weltkriegs, in der Forschung in erster und mehrheitlich einziger Linie zwecks Massenvernichtung betrieben wurde.
6 Milliarden? Sorry aber es ist PEANUTS (Erdnüsschen) gegenüber den Billiarden und Trilliarden die jährlich für die Ausbildung von Rekruten und das bauen von Landminen weltweit ausgegeben wird. Es ist ein Klacks, ein Pickel in der Supernova, nichts.
Das ist NICHT das Problem. Es geht hier nicht um GELD. Geld ist scheissegal. ES IST scheissegal. In aller Deutlichkeit möchte ich darauf hinweisen, Geld ist nichts weiter als Geld. Wichtig ist, was getan wird, und NICHT, wie es finanziert wird.
Mit 6 Milliarden könnten vermutlich einige Brunnen in Afrika gebaut oder einige Leute dort durchgefüttert werden, aber all das bringt der Menschheit NULL und nichts, so hart und zynisch das auch klingen mag, wenn z.b. ein Meteor auf die Erde knallt, oder ein Atomkrieg ausbricht. Nichts. Würden dann die Brunnen bringen.
Astro-Forschung denkt nun mal per Definition in grösseren Massstäben. Es geht hier darum, herauszufinden, OB man schneller als Licht sein kann, und wenn nicht, wie man DENNOCH schneller als Licht sein kann. Es geht darum herauszufinden, wie man den Mars und unseren Mond und den Mond Io Erdähnlich machen kann, damit unsere Spezies (Menschheit, evtl. auch einige Tiere und Pflanzen, Bakterien, Ratten, einfach das was wir als LEBEN bezeichnen) auf diesen Felsklumpen angesiedelt werden können, damit der Fortbestand des Lebens erreicht wird.
CERN versucht nichts weiter, als in diesem Sinne für ALLE Menschen Dinge herauszufinden, die unser Überleben (und mit UNS meine ich alles was auf der Erde lebt) ermöglichen, ungeachtet aller Astronomischen Möglichkeiten, wie einer Supernova der Sonne, dem Gravitationsverlust des Mondes, einem Meteoriten, oder auch: dem plötzlichen Auftauchen eines schwarzen Lochs in der Nähe der Flugbahn unseres Sonnensystem (das um den Mittelpunkt der Galaxie kreist) und wer weiss, vielleicht AUCH gegen etwas aggressivere Aliens.
Das CERN geht dabei zwangsläufig Risiken ein, und diese Risiken sollten IMHO minimiert werden, und ich denke mal die werden das auch tun. Es ist jedoch auch eine Tatsache, dass sie NICHT 100%ig ausgeschlossen werden können. Natürlich ist die Chance dass die Erde von einem schwarzen Loch verschluckt wird gering, aber es wäre möglich und dies wiederum regt die Phantasie und den (schwarzen) Humor an, und wenn auch nichts anderes so haben wir wenigstens was zu lachen, bevor wir vor die Hunde gehen.
Was WIR zwangsläufig sowieso irgendwann werden, weil das Universum ein verdammt gefährlicher Ort ist, um dem Leben zu frönen. Die Sonne explodiert in 4 Mia. Jahren. Das sind sogar weniger Jahre als das CERN für diese Forschung in Dollars ausgibt.
Und ausserdem was solls? Wäre der Verlust der Erde wirklich sooooooo schlimm? Sind wir Menschen nicht vielleicht auch etwas Terrazentrisch? Das Leben findet immer einen Weg, seit dieses Universum mit seinen Kohlenstoffen, und Aminosäuren und dem ganzen Kram (von dem ich und 99% der Menschen keinen blassen Dunst haben) erfunden wurde.
Mit diesem Widerspruch will ich nichts weiter als aufzeigen: das man zum leben Risiken eingehen muss - dann stirbt man vielleicht. Doch das tut man auch, wenn man keine Risiken eingeht. Welches sterben ist angenehmer? Das wo man einfach wie ein Kaninchen auf den Lastwagen wartet, oder das wo man hüpft und gumpt, und dem Leben und seinem Verb eine Chance gibt?
Und isch uf jede Fall besser als Waffe!