Betrachten wir das doch mal philosophisch.
Der Wunsch nach Zweisamkeit beinhaltet einen Partner.
Wer sich völlig von allen möglichen Erwartungen befreit, und dennoch den Wunsch nach Zweisamkeit hegt, wird vor die Unmöglichkeit gestellt, einen Partner zu suchen, ohne zu Erwarten, einen zu finden.
Da sich Aufmerksamkeit - nicht nur esoterisch mit Energie und so - sondern auch ganz praktisch Psychologisch dorthin richtet, wo man sich hindenkt, könnte eine völlige Erwartungslosigkeit, dazu führen, dass man mögliche Partner nicht sieht.
Mögliche Partner im Sinne dieses Threads wären dann also Sengel Frauen, die an Partys gehen.
(Das mit der psychologisch erklärbaren Aufmerksamkeit noch kurz erklärt: wer ein Kind bekommt, sieht plötzlich überall Kinderwägen - wer ein neues Auto kauft, sieht plötzlich überall diese Autos)
Daher Unmöglich.
Das Umgekehrte, die krampfhafte Suche, birgt (wenn wir den empirischen Erzählungen Unzähliger lauschen) ebenfalls keine Wunscherfüllung nach Zweisamkeit. Hier wird also nach esoterischer Auslegung ZU VIEL Energie in die Sache gepusht, und den gleiche Satz könnte auch ein Anti-esoteriker verwenden, während der Psychologe sich vermutlich ein neues Buch kauft.
Wie auch immer.
Erwartungslosigkeit ist eine wunderschöne Methode, um sich selbst die Sicht auf Möglichkeiten zu verbauen. Noch dazu, wenn man nicht ehrlich zu sich selbst ist. Noch dazu wenn man nicht ehrlich zu potentiellen Partnerinnen ist. Denn: Auf die Frage, was erwartest Du? Gibt es nur eine richtige Antwort: man(n) erzähle die Wahrheit.
Und zwar möglichst so, wie man sie empfindet, denn - man glaubt es kaum - aber bei der Liebe geht es um Empfindungen, die mit einem anderen Menschen geteilt werden.
der erste Schritt aus dem Dilemma raus ist also die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass es tatsächlich Sengel Frauen gibt, die an Partys gehen.
der zweite Schritt ist, sich sämtlicher Erwartungen im Sinn von "sie muss so und so denken, so und so aussehen, so und so riechen" zu entledigen, und offen und amüsiert durch die Welt zu wandeln.
der dritte Schritt ist das Verlieben, per Zufall, weil man plötzlich eine trifft auf die alle nicht vorhandenen Erwartungen zutreffen.
der vierte Schritt ist, ihr das irgendwie mitzuteilen, nach Möglichkeit einigermassen charmant, aber das wichtige an diesem Satz ist "nach Möglichkeit", und zwar gemäss der
eigenen Möglichkeit. Und nicht gemäss dem was im Men's Health steht

der fünfte Schritt ist, daran zu glauben, dass diese Frau tatsächlich etwas von einem will, und auch daran zu glauben, dass man selbst, für sie tatsächlich der Hammer ist.
und der sechste Schritt... ist sich darüber klar zu werden, dass man zwar gar keine Erwartungen hatte, dank Schritt zwei, dass sich jedoch alle Erwartungen, die man nicht hatte, plötzlich erfüllt haben.
Ich ersetze somit Erwartungslosigkeit durch Bereitschaft (eine Zweisamkeit einzugehen).
Und auch zugeben, wenn man verknallt ist. Ich mein so tragisch ist das doch gar nicht. Geliebt zu werden, mein' ich.
Dabei muss man ja nicht mit der Tür ins Haus fallen.
Ihr jedoch vorzuspielen, man sei nicht verliebt, obwohl man doch verliebt ist, und dabei irgendwie durchscheinen lassen, dass man doch interessiert ist, weil äh...
des klappt nicht.
Wahrhaftig sein. Das wichtigste. Sogar und ganz besonders dann, wenn sie frägt,
"was willst Du von mir?"
"was hast Du erwartet"
"wotsch meh?"
"wieso häsch welle abmache?"
Das sind oftmals keine Fragen, bei denen es explizit darum geht, was die Antwort ist, sondern nur: ob die Antwort ehrlich ist.
Kannst Du - nachdem sich beide schon etwas kennen, beschnuppert haben, etc. - ihr gegenüber zugeben, dass Du sie magst, und gern mit ihr zusammen zweisamkeit erleben möchtest, oder glaubst Du - aus welchen logischen überlegungen heraus auch immer - dass du ihr irgend etwas anderes vorspielen müsstest, obwohl selbst ein Blinder sehen kann, dass Du sie begehrst?
Das ist natürlich keine Garantie. Kann auch anders sein.
Aber wie auch immer: zumindest bist Du ehrlich. Und ehrlichkeit ist nichts schlechtes.
Ehrlichkeit heisst dann aber auch nicht, dass man beim ersten Date hingeht ihr 50 Rosen schenkt, und ihr eine Ballade vorsingt. Das kann in ganz bestimmten Fällen zwar klappen, aber es ist meistens eher beängstigend.
Erst Quatschen. Dann Antworten.
PS: wichtiger noch als (gnadenlose?) Ehrlichkeit, ist adaptiv sein: sich einlassen auf das Gegenüber. Das - denke ich - verursacht gute Gespräche

Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.