Ich entschuldige mich zutiefst fürs Off-Topic, aber der Thread hat sich ohnehin schon zu einer Diskussion entwickelt. Außerdem weiß jetzt jeder, dass die Party absolut megaschön war, und mit unserer Diskussion machen wir jetzt einfach ein bisschen Werbung fürs nächste Jahr ...
abraxas hat geschrieben:es gibt leute, denen gefällt diese musik einfach. muss man das erklären? muss man das rechtfertigen? muss oder kann man überhaupt über sowas diskutieren?
Ah Abri, müssen tut man nichts. Außer vielleicht sterben, aber das scheint ja auch die moderne Genfoschung nach und nach zu relativieren.
Ob man das kann? Nun ja. Man kann über vieles diskutieren, die Frage ist ob es Sinn macht.
Was ist aber bei einer Diskussionm "Sinn"? Jemanden von etwas zu überzeugen? Finde ich nicht. Der viel "höhere" Sinn einer Diskussion ist der Austausch; der Prozess, in welchem meine Gedanken und Ideen (statische Gedanken) in dein Bewusstsein transferiert werden, und dort nach einer Verarbeitung neue Gedanken produzieren, die wieder zurück in meinem Bewusstsein gelangen ....Diese Verarbeitung und Erzeugung des neuen
Outputs, behaftet für beide Parteien mit neuen Erkenntnissen, ist der tiefere Sinn einer jeden Diskussion. Und Erkenntnisse können vielfältig sein ... fein, kaum von Nicht-Erkenntnissen zu unterscheiden.
Ich finde über eine Sache macht es besonders wenig Sinn zu diskutieren: nämlich darüber, ob das Diskutieren Sinn macht. Genau das, was wir jetzt machen.
Sinnlos. Und ebenso nur eine Meinung wie bei dem Musikgeschmack, nur etwas anders verpackt, aber doch letztendlich dasselbe.
abraxas hat geschrieben:
klar, ich sehe diese entwicklung auch. ich habe sie ja schon hinter mir. ich fand diese musik irgendwann auch nur noch langweilig. irgendwann hat mans einfach gehört, wenn alles nach schema x produziert ist.
Wenn man sich nur den Müll, der nach Schema x produziert wird, anhört, wird man schnell gelangweilt. Aber es gibt Lichtblitze .... es gibt Künstler, die tatsächlich die Entwicklung der Musik nach vorne treiben, mehr als viele andere zusammen. Wenn man sich z.B. das neue Album von Branicel anhört, dann merkt man gewaltige Unterschiede zum Mainstream. Da wird auch nicht gedüdelt, oder ge
dadadadat. Nein. Das ist Kunst. Das ist Musik, echte "Entwicklung", die so komplex, verwirbelt und vielschichtig ist, die man sich erst mal ein paar mal anhören muss, um überhaupt einigermaßen durchzublicken, anstatt, dass man nach 2maligem anhören das Bedürfnis für jedes weitere Anhören für lange lange Zeit verliert, wie es bei einfach gestricktem Sound für Kleingeister ist.
abraxas hat geschrieben:
jedem tierchen sein pläsierchen.
Diesem Spruch möchte -zur Vorbereitung- einen alten philosophischen Grundsatz entgegenstellen (nicht um den Spruch zu widerlegen): Man erkennt sich selbst nur durch andere.
Das hat sogar der Homer Simpson im neuen Simpson-Kinofilm begreifen müssen. Deswegen ....
abraxas hat geschrieben:
deswegen, das einzige was man machen kann, ist selber aktiv werden. selber auflegen. selber produzieren. selber party machen.
halte das hier für falsch. Auch dieses ständige Erwähnen von irgendwelche coolen Typen, die schon mal Partys gemacht und aufgelegt haben, dass der einzige Weg, den man gehen sollte, derjenige ist, es selber zu machen, finde ich unfair, respektlos, und zu guter letzt engstirnig, aber Hauptsache man ist im Glauben, die Weisheit mit dem Löffel geschöpft zu haben, welchen man erst bekommt, wenn man Partys organisiert und auflegt.
Ohne das Publikum gibt es keine Party.
Ohne den Betrachter gibt es kein Kunstwerk.
Jemand, der meint, sich für die Bewertung und die Kritik anderer nicht interessieren zu müssen, der nicht bereit ist, sich für neue Ideen, deren Inspiration durchaus von der Natur, die jegliche Betrachter einbezieht, kommen kann, der ist meiner Meinung nach stehengeblieben. Nein, er fällt sogar in seiner Entwicklung zurück.
abraxas hat geschrieben:
was irgendwie noch nie funktioniert hat, ist einfach dauernd zu sagen wie es besser sein würde, sollte, was man machen könnte, was schön wäre, was nicht so toll, etc.
Ich erinnere an die Schule: Genauso funktioniert es dort. Das ist das Prinzip nach welchem Menschen lernen. Natürlich dies "dauernd" zu tun, und dann auch weniger wegen dem Inhalt, sondern mehr um es einfach nur zu tun, kann auch nicht das Wahre sein. Ich kann aber in diesem Forum nicht beobachten, dass etwas derartiges "dauernd" gemacht wird. Regelmäßig kommt zwar so etwas schon vor ... aber die Regelmäßigkeit ist bei weitem nicht so schlimm wie die Dauerhaftigkeit, die keine Ausnahmen duldet.
abraxas hat geschrieben:
es bringt einfach nichts. wie oft wurden so sachen schon diskutiert. weniger progi an parties. weniger techhouse an parties. weniger elektro an parties...
Ich finde das, bringt durchaus was:
Alles was gesagt, geschrieben und gut begründet wird, erzeugt eine Veränderung, auch wenn sich Diese Personen wie du nicht eingestehen möchten. Diese Veränderung, die zunächst mal nur innerhalb eines Bewusst- und Unterbewusstseins stattfindet, ist der erste Schritt zu einer äußeren Veränderung.
Zu guter Letzt ein allgemeiner Kommentar zu gewissen "Beitragsstrategien", die hier im Forum anzutreffen sind.
Ein pessimistisches Weltbild hat nichts mit der Realität zu tun. Man erkennt an Beiträgen von Personen, die die Schattenseiten von etwas beleuchten müssen, besonders wenn es dauernd so ist, mehr etwas über den inneren Zustand der Verfasser als über die tatsächliche Realität .... hier greife ich niemanden persönlich an. Solche Leute beziehen sich meist auf Argumente der Schulphysik, -Psychologie und der -Medizin, übersehen aber, dass durch das Voranschreiten der Forschung immer mehr offene und recht mysteriöse Fragen entstehen. Die Urknalltheorie verliert beispielsweise immer mehr Nährboden in der Welt der Wissenschaft. Inzwischen gibt es etliche Theorien über ein Universum , dass entweder als ein Hologramm gesehen (holographische Theorie, die ohne Gravitation funktioniert) werden kann, oder über ein Universum, welches aus mehr als 10 oder mehr als 20 Dimensionen besteht. Wenn man sich mit solchen Fragen, wie
was die Welt ist?,
die Realität?,
woher kommen wir?, nach neuerem Erkenntnisstand bisschen beschäftigt, erscheinen Meinungen, die von einer objektiven Realität zu sprechen glauben, nur noch lächerlich.
Dass z.B. vielen nicht klar ist, dass ein chemisch verändertes Gehirn eben die Welt anders wahrnimmt, diese Wahrnehmung nicht weniger "Realität" beinhalten muss, zumindest auf einer bestimmten Ebene gesehen, als andere Wahrnehmungen ... ich könnte jetzt darüber ein Buch schreiben, aber ich will nicht zu sehr ins Off-Topic gehen
