gut, mit deinen texten lässt du mir keine andere wahl als alles auseinander nehmen.
- Er glaubt, alle, die etwas gegen die völlig Musikindustriefreundliche Kopierschutzverordnung haben, wären alles Diebe, Diebe die nicht bereit seien für Kunst zu bezahlen.
...... richtig, das ist sein eindruck und er ist sauer.
Damit irrt er sich massiv. Gerade Youtube hat mehr Käufer für ansonsten eher unbekannte Künstler erschaffen, als jede andere Form von Werbung.
... youtube hat eine werbeplattform erschaffen damit man die namen der mp3's in den tauschbörsen findet. also eigentlich google, da sind wir uns einig hmm? denn auch google unternimmt mal rein garnix um diese links in den suchanfragen zu löschen.
- Denn Youtube hat den massiven Vorteil, nicht erst durch die von der Musikindustrie erschaffenen "Top Ten" gefiltert, nur das zu bringen, was "massentauglich" ist.
.... stimmt. schön.
- es ist eine Unterstellung, dass (alle) Leute, die im Internet Musik runterladen, nicht bereit wären dafür zu bezahlen.
..... diese unterstellung wird durch die verkaufszahlen verglichen mit den downloadzahlen belegt und ist zum grössten teil keine unterstellung sondern die wahrheit. wäre und hätte war und ist nie ein argument.
- Bedauerlicherweise sind die Möglichkeiten Musik legal zu KAUFEN bislang äusserst beschränkt. Mancherorts brauchst Du Kreditkarten und gerade die unter 18jährigen haben diese Möglichkeit nicht - ich habe bis heute keine, weil ich keine will.
.... totaler quatsch. es gibt an jeder coop-kasse itunes-karten zu kaufen. auch für minderjährige und menschen mit deiner einstellung.
- Was man dann so legal runterlädt hat Kopierschutz, wehe dem, der seine gekaufte Lizenz auf der Musik häufiger als fünfmal verwenden will.
... das war früher mal so, man kann problemlos online musik kaufen ohne diese veraltete regelung.
-Was der Mann ebenfalls nicht begreifft, ist, dass Fans von bestimmter Musik auch bereit wären das doppelte und dreifache einer normalen CD zu bezahlen, weil sie das lieben. Die "Sondereditionen", wo irgendeine völlig nutzlose DVD drauf ist beweisen das
.... dein verhalten ist nicht gleich das verhalten anderer. die zahlen der masse sprechen eine ganz andere sprache.
- Was die Leute jedoch je länger je weniger bereit sind zu bezahlen, das sind irgendwelche Gebühren auf Leerdatenträgern, sind irgendwelche Suisa Abgaben an legalen Partys, sind irgendwelche Tantiemen für Rock- und andere Legenden, weil sie erkennen, was für eine tiefgreiffende Ungerechtigkeit damit einhergeht, dass nur ein paar wenige Künstler und ein Haufen Aktionäre und Verwaltungsbeamte das grosse Geld einheimsen.
.. richtig, der verteilschlüssel der suisa/gema ist ungerecht. in der achso bösen musikindustrie regieren wie in jeder anderer industrie die grossen. hier im internet z.bsp. google. im maschienenbau ist es siemens oder festo. du bezahlst aber anyway diese gebühren für deinen ipod oder was auch immer. die werden uns allen aufgedrückt.
ich schreibe gleich mehr dazu.....
-Ich zahle gern 50 Franken für eine völlig unbekannte, äusserst begabte Künstlerin
.... sehr schön aber eben du bist nicht die masse.
-Er glaubt, dass die aktuelle Musiklandschaft - bzw. die vor zehn Jahren - supertoll sei.
.... oh ja das war sie auch! man muss aber noch weiter zurück z.bsp in die 80ger anfang 90ger. hör dir mal die qualität dieser musik an und vergleiche mit heute. ich schreibe aber auch hier etwas später mehr dazu
-Nun ja - ich glaube, dass die aktuelle Musiklandschaft supertoll ist, weil es inzwischen auch für kleinere, unbekannte Künstler dank des Internets die Möglichkeit gibt, ihre Musik weltweit zu verbreiten
.... ist sie nicht. klar kann man mehr verbreiten aber wo ist der erkennungswert? richtig: nirgends. leute sagen mir voller stolz dass sie so und so viele gigabytes an musik auf ihren festplatten haben aber sie kennen nichts davon wirklich. sie kennen aber noch das alte zeuchs, das was sie früher im laden gekauft haben - auf platte oder cd. so lieber fallen angel funktioniert die grosse masse. die künstler bleiben unbekannt auch wenn ihr zeuchs mehr verbreitet ist als früher.
-Früher war alles besser? Nun früher gab es auf VIVA noch ganze Themenabende zu Techno, obwohl nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung das überhaupt kannte, früher da gab es im Radio noch "Nachtschwärmer", wo mal Musik gespielt wurde, die nicht dem Mainstream entsprach.
... jedes marketing einer firma, besonders in den medien macht zielgruppenanalysen. hier siehst du wie wenig sich die menschen heute mit ihren vollen HD's mit musik für musik interessieren. die medien senden das was einschaltquoten bringt aufgrund der zielgruppenanalysen. alles passt sich der zielgruppe an. auch der duden - ich behaupte in 50 jahren ist die gross-kleinschreibung in deutsch fast abgeschafft oder gleich wie in englisch. ich schreibe auch gerne dauer-klein

. das internet wird in zukunft noch viel mehr auf deine bedürfnisse abgestimmt sein und suchmaschinen werden dir die entsprechenden ergebnisse liefern. das internet wird zu dir kommen. schöne neue isolierte welt.
-Zu seinen Ausführungen, dass es heute keine Indie-Labels mehr gibt...
Warum gibt es die nicht mehr? Weil sie gekauft wurden von den grossen. Bei den Computerspielen ist haargenau das gleiche abgelaufen. Aber: bei den Computerspielen gibt es inzwischen Dinge wie Steam, die als Vertriebsgesellschaft auch Indie-Producer unterstützen.
..... du scheinst von computerspielen mehr ahnung zu haben als von labels. bei mir ist es umgekehrt, ich spiele keine computerspiele also kann ich dort nicht mitreden. die kleinen indie-labels werden nicht gekauft sondern sie sterben wie es sven im filmchen sagt. sie sterben reihenweise. kein mensch würde anfangen musik zu machen wenn es nicht gut für die seele wäre. es ist eine bereicherung fürs leben. aus wirtschaftlicher sicht ist es unglaublich doof ein indie-label zu gründen. musik wird immer gemacht auch wenn überhaupt nichts dabei verdient wird und genau das wird von der grossen masse schamlos ausgenutzt. macht mal musik - wir konsumieren es und gehen dazu ab - aber wir bringen dir keine wertschätzung zurück.
-Es gibt durchaus Argumente FÜR ein Urheberrecht.
... richtig: artikel 27 in den menschenrechten, absatz 2. - der grund wieso es überhaupt solche gesellschaften wie suisa oder gema gibt.
-Davon mal abgesehen gibt es durchaus noch Indie-Labels - es sind nur halt keine "Label" mehr in einem Sinn, der hauptsächlich darin besteht, möglichst viel Geld zu machen.
... richtig. aus liebe zur musik. wie oben erwähnt. jedoch können sich diese labels keine ausgaben leisten wie vinylpressung oder cd-verkauf.
-Ich erwarte nicht, dass ein 14jähriger Hunderte von Franken für Musik ausgibt, im Gegenteil ich möchte dass so jemand lernt mit dem Geld umzugehen.
.... erwarte ich auch. und ich erwarte von den eltern dass sie ihren kindern lernen nicht sachen zu klauen wenn sie es sich nicht leisten können. oder findest du es richtig wenn ein jugendlicher beim hofladen äpfel klaut nur weil er denkt dass er hunger hat und zuwenig kleingeld in der tasche hat? ein song kostet etwa soviel wie ein apfel. meinst du tatsächlich es würde noch bauern geben wenn man essen klonen und im schneeballprinzip verteilen könnte? ja es gäbe noch ein paar. die die es einfach lieben zu "bauern" alle anderen würden sich einen anderen job suchen.
-Über 30jährige hingegen sollten durchaus bereit sein, für das was ihnen gefällt auch einen monetären Beitrag zu leisten. Seien das Spiele - oder Musik - oder Filme.
... über 30 jährige sind genauso menschen wie die jugendlichen. die meisten haben wohl mehr geld in den taschen als die jugendlichen und können sich mehr leisten. das ist ganz normal. grundsätzlich soll man diesen lächerlichen preis für einen track bezahlen als wertschätzung wenn man das produkt konsumiert! als es noch kein internet gab hatten wohl jugendliche auch weniger platten am start als ihre eltern. ich habe es selber noch erlebt.
-Letztendlich ist durch einen illegalen download erstmal niemand zu Schaden gekommen. Der einzige theoretisch entstandene Schaden ist nicht generierter Umsatz. Doch auch hier: wer sagt denn, dass der Downloader das nicht später auch kauft, oder vielleicht sogar schon gekauft hat, es aber praktischer findet, es im Internet runterzuladen, als seine CD zu kopieren (zweimal noch dazu).
... die lieblingsausrede aller downloader. ok hier mal die wahrheit dazu und ja ich kenne die zahlen, denn ich habe selbst so ein kleines online-label am start und release selbst musik die in meiner wohnung entstanden ist und tausche mich natürlich mit anderen aus die das gleiche tun. der schaden ist massiv! mit 50 Franken bei Beatport bist du locker in den top 100. hier siehst du wie viel elektronische musik gekauft wird. zur erinnerung: beatport ist der grösste online verkäufer elektronischer musik weltweit. wenn du 30 legale downloads hast stehen circa 10000 illegale in EINER tauschbörse gegenüber. ok, jetzt kommt dein argument: die hätten eh nicht gekauft - kann für einen teil stimmen, aber es wird konsumiert ohne ende! so wurde zum beispiel mein track von schweizer djs gespielt obwohl ich in den verkaufszahlen gesehen habe das kein einziger schweizer den track legal gekauft hat. sorry ich schweiffe aus, muss bei schaden bleiben: nun, wenn man von anfang her schon weiss dass nichts an finanzieller wertschätzung reinkommt produziert man auf "nullrunde" es wird plötzlich selber gemastert, keine aufträge gehen an masteringstudios denn das kostet geld. musikstudios gehen ein. kleine innovative studios. weiter klauen die kleinen hobbymusiker einfach die software. kleine innovative softwareschmiden machen die grätsche. reihenweise. musiker die eigentlich von ihrer musik leben könnten sitzen auf jobs ..... die eigentlich für andere frei wären. tsja. ist halt so. soll ich noch weiter schreiben zu deinem argument: es gibt keinen schaden? klar mach ich: wie du erkennst frisst sich das debakel von klein nach gross. die grossen vier majorlabels haben die schnauze voll und verlangen jetzt einfach extrem massiv mehr abgaben von suisa/gema. in deutschland ist eine grosse diskussion im gange. was bedeutet das? wenn in einem kleinen club nur ein verdammtes lied welches bei der gema gemeldet ist gespielt wird sind abgaben fällig. kleine clubs werden sterben - so siehts aus. also clubs gehen kaputt, die musik selber geht qualitativ kaputt. die gagen von bands werden massiv höher weil man menschen noch nicht downloaden kann. konzerte werden immer teuerer, parties auch. je mehr geld eine band verpasst bei vekauf von musik desto höher wird die gage bei live-auftritt. es gibt zuwenige möglichkeiten für live auftritte für alle musiker, den musik wird immer gemacht - es wird immer musiker und djs geben. dies führt in der elektronischer musik zu einer party-inflation und die veranstalter die schon massiv gebühren bezahlen nehmen sich gegenseitig das publikum weg. die veranstalter sind ja meistens dj's. (also beinahe jeder) die mal öffentlich auflegen wollen. desshalb gibt es zu viele parties. jedoch braucht es gar keine newcomer denn die alten setzen sich ja nicht zur ruhe. dj-ing ist viel zu einfach geworden und entwertet sich durch die masse selbst. jeder der nen traktor auf dem notebook hat und weiss wo er gratis musik ziehen kann nennt sich dj. der dj ist die migros - der produzent der bauer. ein glück sind im olymp der weltweiten dj szene, diejenigen die auch selbst tracks produzieren. wenigsten das hat die masse einigermassen geschnallt. - die machen wenigstens was! in der ganzen musikindustre überleben finanziell nur noch die eh schon grossen, bekannten und die gewinner sind die grossen onlineshops wie beatport die einfach von jedem track einen prozentsatz für sich behalten. quantität statt qualität. (pro tag sind bei beatport mehrere hundert neue qualitativ schlechte tracks online. - zu promozwecken!) gewinner sind grosse eh schon reiche labels (majorlabels) die die radiosender und fernsehsender im griff haben in sachen musik. wenn ein unbekannter musiker bekannt werden möchte muss seine musik bei universal music rauskommen - alle anderen 98573948537498537945 labels sind unwichtig. die grössten gewinner sitzen nicht mal in der musikindustrie sondern sind apple und google. richtig. die reichsten firmen der welt. ach ja und da gibt es ja noch den fetten kim.com der mit den produkten anderer illegalerweise zum milionär geworden ist. das alles nur weil das wichtigste glied in der finanziellen kette fehlt. der endkonsument mit seiner wertschätzung.
eigentlich gibt es nur eine lösung für das problem aber es müssen alle musiker in jedem genre mitmachen und dass kan man leider vergessen:
keine musik mehr auf den markt schmeissen, nur noch 2-Minuten snippets auf soundcloud oder youtube oder wo auch immer zu promozwecke für gigs. oder wie wäre es mit soundcloud-plays inkl. werbepause von ariel oder so nen scheiss? bis der endkonsument wieder bereit ist eine wertschätzung zu zeigen für das produkt dass er ja so liebt.
so du hast noch mehr geschrieben aber ich will jetzt nicht mehr antworten.
schönen tag noch.