Was ist so faszinierend am "Bösen"?

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Drachenherz

Was ist so faszinierend am "Bösen"?

Beitrag von Drachenherz »

Warum sone starchi Faszination a dä Bosheit (überspitzt gseit), an Ironie, am Sarkasmus... a dä eher dunkel bis schwarze Siite vom Läbe (abgschwächt gseit)? Warum dä Trend?

Was isch so langwiilig am "guet sii"? :-P

Ironie, Sarkasmus und Schwarze Humor isch mer nöd fremd, siehe mini bitterböse Gschichte... Bi mir isch das es uusläbe vo mire dunkle Siite in Wort, damit ich nöd im echte Läbe alti Ömis go abschlah muen oder chlini Chind go uusnäh. *gg*

Was i aber i dä letschte Zyt no nie erläbt han, isch dass "guet sii" im gliichlige Mass als cool dargstellt wird wie ebe s'"bös sii"... Sondern ebe ehner belächlet wird... Bzw. grad wieder mit Ironie und Sarkasmus niedergfräst... (Man erinnere sich an den "nervigsten User" thread...)

Was sind so eui Gedanke derzue?
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Melliandra
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Re: Was ist so faszinierend am "Bösen"?

Beitrag von Melliandra »

Drachenherz hat geschrieben:Warum sone starchi Faszination a dä Bosheit (überspitzt gseit), an Ironie, am Sarkasmus... a dä eher dunkel bis schwarze Siite vom Läbe (abgschwächt gseit)? Warum dä Trend?

Was isch so langwiilig am "guet sii"? :-P

Ironie, Sarkasmus und Schwarze Humor isch mer nöd fremd, siehe mini bitterböse Gschichte... Bi mir isch das es uusläbe vo mire dunkle Siite in Wort, damit ich nöd im echte Läbe alti Ömis go abschlah muen oder chlini Chind go uusnäh. *gg*

Was i aber i dä letschte Zyt no nie erläbt han, isch dass "guet sii" im gliichlige Mass als cool dargstellt wird wie ebe s'"bös sii"... Sondern ebe ehner belächlet wird... Bzw. grad wieder mit Ironie und Sarkasmus niedergfräst... (Man erinnere sich an den "nervigsten User" thread...)

Was sind so eui Gedanke derzue?
Erste Gedankesblitz zu dem Thema... bös sie vermittlet en gwüssi unantaschtbarkeit. Im sinn vo wemer bös isch chan eim nüd verletze und
abe zie da mer ja bös isch und das "gail" find und billigd.

Gad so mien erscht Gedanke...

Aber sGuete wird immer siege. :-)
*poink*
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Dancingdevil
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Beitrag von Dancingdevil »

vielleicht ist gut sein nicht so fasettenreich wie ein böses "Imitsch :twisted: "zu haben.

Tendenziell gute menschen wirken sehr schnell ein bisschen naiv und übervertrauensseelig und wie meine Erfahrung zeigt werden sie auch ziemlich oft ausgenutzt.
"Bad Boyz" wirken oft selbstvertrauter und erfahrener, bodenständiger, wobei auch klar ist das sie vielmals versuchen gewisse unsicherheiten zu überspielen.

Ich persönlich mag kunterbunte Menschen, bei welchen du nie so richtig weisst ob sie es gerade "ironisch" meinen oder nicht und es doch tief in ihren Herzen gut mit allen meinen. Man schaut dan nicht so schnell hinter die Fasade.

Warum heuzutage gerade das "böse"- wirken so im Trend zu sein scheint weiss ich auch nicht genau. Es wird wohl an der Zeit an sich liegen.

Ich muss mir als Musiker halt eine Rolle geben die einen gewissen Typus verkörpert und wiederspiegelt, daher die oft sarkastischen Ausdrücke.
Unter dem Namen "Dancingdevil" kannst ja auch fast nicht anders als ein bisschen Abartigkeit und Rock'n Roll vorzuteuschen :twisted:

tia.... meine Meinung

Greez
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wallaby
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Beitrag von wallaby »

Ich dänk mi sind vo Natur us alli Guet.
Mi sind mitteme Gwüsse usgstattet und eme überläbenstrieb.
"Was Du nicht willst dass man Dir tu, das füge keinem anderen zu" und
"man geht meistens den Weg des geringsten Widerstandes, auch unbewusst" das sind enart Naturgsetz nach dene mir zume grosse Stuck funktioniered.

Also dasme im Alltag lieb und fründlich isch, das isch normal und nöd so spektakulär.

Oder häsch i de Migro mal a de Kasse anere Kassiererin grad us is Gsicht gseit, dass sie es hässlichs fetts Monster isch ?
Nei ?
Aber vilich dänkt...! Hä hä !
Wenn de vor Dir a de Kasse dere fette Kassiererin ahfangt Kompliment mache und dass sie guet usgseht und ihri Arbet aber sehr guet macht, und de kennt die Frau aber offesichtlich nöd, denn denksch vilich au, de Typ isch en läschtige Schliemer. Voll eklig.

Aber es bitzli Bosheit isch i Eus allne parat zum i Aktion trette wenn's nötig isch.
Isch vilich es überbliebsel us de Evolution bevor de Mensch nett und sozial worde isch. Es hett wahrschinli en Teil vo Eusne Primate-Vorfahre als wildi Räuber und Mörder überläbt.

Es bekannts Stuck Literatur dadezu isch "Dr.Jeckill and Mr.Hyde".
Es git au e sehr gueti Verfilmig devo mit em Titel "Mary Reilly" mit de Julia Roberts und em John Malkovich. Sehr zu empfehlen von mir.

Ich denk de Hang zum Dunkle wo de Thread-Start ahspricht isch en ehrliche Kompromiss zum beidi Sietene anerkenne. En Tribut a d'Natur.

Stell Dir vor : Die ganze Welt besteht aus "Ned Flanders - Menschen" !

peacely-dudelidu-diesly
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Melliandra
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Beitrag von Melliandra »

Dancingdevil hat geschrieben:...Tendenziell gute menschen wirken sehr schnell ein bisschen naiv und übervertrauensseelig und wie meine Erfahrung zeigt werden sie auch ziemlich oft ausgenutzt.
"Bad Boyz" wirken oft selbstvertrauter und erfahrener, bodenständiger, wobei auch klar ist das sie vielmals versuchen gewisse unsicherheiten zu überspielen.

Ich persönlich mag kunterbunte Menschen, bei welchen du nie so richtig weisst ob sie es gerade "ironisch" meinen oder nicht und es doch tief in ihren Herzen gut mit allen meinen. Man schaut dan nicht so schnell hinter die Fasade.
....
Find ich ziemlich träffend vormuliert. Dänke Mänsche wo zu sich und ihrem
Dänke chönd stah, die sind intressant und strahled das au us. "böse sie" oder
au unantaschdbar isch für mich oft es Zeiche vo abschottig vomene, eigendlich,
weiche Chern. Us was für Gründ au immer mer druf chund, dass mer sich
so muess abschotte, findi schad... ja mer isch viellicht verletzlicher wemer
en liebe, vertrauenswürdigi und viellicht au bizli en naivi Seel isch, aber
es werdet immer gueti Mänsche cho wo das schätzed. Und mitem usgnütz
werde, hehe mit dem lernt mer umzgah. :wink:

sAnder isch warschiendlich wirklich, dass es halt inn isch en "bad boy" zie.
Warschiendlich wirklich en Ziet- Erschienig.
*poink*
abraxas
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Beitrag von abraxas »

niemand ist von natur aus gut und niemand böse...

kleine kinder sind überhaupt nicht "gut von natur aus". die müssen erst sozialisiert werden. kleine kinder sind egoisten und können ziemlich brutal und grausam andern menschen gegenüber sein....

warum das böse anziehend wirkt? vermutlich weil es tabuisiert und unterdrückt wird. der begriff des bösen ist in meinen augen pervertiert. "das böse" kann für alles mögliche eingesetzt werden, was mir selber grad nicht moralisch oder gut erscheint. bush ist böse, krieg ist böse, kapitalismus, reichtum, progi, ausländer....
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ilenja

Beitrag von ilenja »

aso ech finde ned das chlini kinder prutal und grausam sind bzw chönne sie.. sie selbe das us was sie vorgelbt bechömme nöd meh und nöd weniger.. fakt esch zwar das baby wägem überlebe sehr egozentrisch wörke aber das esch kei eigenschaft wo es kind bsitzt us böswilligkeit ... wie das ja den i de gsellschaft usglebt werd.. sondern ums überlebe.. sprich briege bis sie was z`esse bechömme und und und .. kind sind ehrlich und direkt ...wenn ihne das nöd vorglebt werd ehrlichkeit usznütze zum verletze .. den sind sind sie schlicht und eifach ehrlich ohni hinder gedanke .. eifach somer mer esch aber ebe ..
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Beitrag von Psymäleon »

wallaby hat geschrieben:Aber es bitzli Bosheit isch i Eus allne parat zum i Aktion trette wenn's nötig isch.
Isch vilich es überbliebsel us de Evolution bevor de Mensch nett und sozial worde isch. Es hett wahrschinli en Teil vo Eusne Primate-Vorfahre als wildi Räuber und Mörder überläbt.
Ist der Mensch durch die Sozialisation nett geworden? Jedem seine Meinung, für mich ist das aber eine gar unrealistische Einschätzung... Ich persönlich bin der Meinung das in der menschlichen Natur weder das Gute noch das Böse dominiert; weshalb für mich auch die Idee von Love, Peace und Happiness einer händchenhaltenden und in Frieden zusammenlebenden Menschheit nur eine schöne Utopie bleiben wird.
Es ist nicht wenig Zeit die wir haben. Sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen.
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Beitrag von abraxas »

hab ich auch nie gesagt dass die das aus böswilligkeit machen. hab ja geschrieben, weder gut noch böse.
brutal sein heisst nicht bösartig sein. grausamkeit setzt nicht bösartigkeit voraus, sondern vielleicht fehlende empathie oder egozentrismus...

natürlich sind kinder ein spiegel der umwelt. unsere kultur und unser umfeld leisten einen grossen beitrag zum verhalten eines kindes und seiner reaktionen auf äussere einflüsse.

aber konzepte wie mitgefühl müssen kinder meines erachtens nach erst lernen. wer sich nicht seiner selbst und seiner gefühle bewusst ist kann auch nicht des anderen und seiner gefühle bewusst sein...

und die "sozialisierung" eines kindes ist ein langwieriger prozess. wir kennen doch alle das verschupfte schuelgschpänli das von der klasse immer gehänselt wurde.. sowas ist doch grausam und brutal, nicht? ich glaube nicht dass kinder sowas beigebracht kriegen. eher das gegenteil, sie kriegen nicht beigebracht wie man sowas nicht macht ;)

macht, kontrolle, ansehen, anerkennung - das ist alles in uns drin wie liebe, freude, zuneigung. das eine fördern wir, das andere unterdrücken wir. aber im kern besitzen alle menschen alle gefühle.

so seh ich das zumindest :)

und: je mehr man etwas unterdrückt oder nicht wahrhaben will, desto stärker wird es - und auch die faszination. wenn man etwas hingegen akzeptiert, zulässt und durch-lässt, dann verliert es an macht. manchmal wenigstens :)
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abraxas
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Beitrag von abraxas »

Psymäleon hat geschrieben: Ist der Mensch durch die Sozialisation nett geworden?
er verbrennt wenigstens keine hexen mehr ;)
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TheAngel1985

Beitrag von TheAngel1985 »

Hmm... ich geb auch mal meinen Senf ab... ob man was damit anfangen kann oder nicht kann ich nicht sagen... sind etwas wirre Gedanken aber ich glaub sie passen zum Thema...

Ich finde, der Mensch ist und bleibt ein Sünder... was er damit anfängt hat er zu einem gewissen Masse selbst in der Hand... ich sage ziemlich bewusst dass man es bis zu einem gewissen Mass in der Hand hält weil ich der Überzeugung bin dass es alleine nicht funktioniert "gut zu sein" oder "Gutes zu tun"...

Oder warum beobachte ich in meinem Leben immer wieder Rückfälle? Wenn ich von mir aus lieb sein will, Gutes tun will? Weshalb schaff ich es nur kurz oder nur über kurze Zeit meine negativen Gewohnheiten abzulegen? Hab ich zu wenig Kraft oder bin ich einfach nur halbherzig dabei? Denk ich nicht... ich find der Mensch alleine wird nie von sich aus gut sein... oder warum sonst geht es mit der Gesellschaft ja mit der ganzen Welt immer wie mehr bergab?

Und jep es ist schon so... wenn man sieht wie viele sich für das Jahr 2007 wieder gaaaanz viele Vorsätze genommen haben (hihi, ich selbst auch...) wo sie wieder was in ihrem Leben verändern wollen oder ablegen wollen... schön und gut nur wird es funktionieren? Es soll jetzt überhaupt nicht pesimistisch klingen... ich will auch niemandem zu nahe treten ich versuch nur meine Gedanken und mein Erlebtes mitzuteilen...

Und was es mit dem "Trend" auf sich hat dass das Böse immer wie mehr an Trend zunimmt... hmm... war es nicht schon immer so dass die Menschen verfolgt oder verurteilt und belächelt wurden die versuchten ihre Mitmenschen zu lieben und zu ehren?

Hätt irgendwie noch mehr zu sagen aber weiss nich wie formulieren... deshalb mal soviel für jetzt...
Zuletzt geändert von TheAngel1985 am Mi 10. Jan 2007, 14:02, insgesamt 1-mal geändert.
Drachenherz

Beitrag von Drachenherz »

hehehehe@hexen...

Hmm... das mit dem "von Natur aus "gut oder böse", da wäre es interessant, mal ein paar Kleinkinderzieherinnen oder div. Mütter zu befragen, wie sich Kleinkinder denn gegenüber gleichaltrigen verhalten... [ich schreibe bewusst "Kleindkinder" -> Babies, Säuglinge, die noch nicht so durch ihre Umwelt beeinflusst wurden wie z.b. schon im Kindergarten oder so...]

Gibt sicherlich schon die eine oder andere Studie.

Zum
und: je mehr man etwas unterdrückt oder nicht wahrhaben will, desto stärker wird es - und auch die faszination. wenn man etwas hingegen akzeptiert, zulässt und durch-lässt, dann verliert es an macht. manchmal wenigstens :)
da pflichte ich Dir teilweise bei, Abra. Je mehr man etwas unter den Teppich kehrt, desto mehr macht kann es meines Erachtens entwickeln. Wie ein Schwelbrand, der lange Zeit nicht entdeckt wird und dann irgendwann mal erst seine ganze zerstörerische Kraft entfalten kann.

Aber zulassen befürworte ich nicht... (bei mir selber...) (durchlassen und akzeptieren noch eher), dass kann durchaus auch das Gegenteil fördern: Das etwas zur Routine und nicht nur akzeptiert, sondern mit der Zeit auch "erlaubt" wird. Und somit "zur Normalität" werden k a n n .

Ich für mich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass ich meine "negativen Eigenschaften" (was ich für mich persönlich als negativ erachte) erkennen und akzeptieren lerne. Das aber schritt für schritt dann lerne, nicht mehr zu tun und es mir nicht mehr durchgehen zu lassen. Aber ohne mich dabei ständig selbst zu geisseln.

Quasi sich dessen bewusst sein, es nicht verneinen (jaja, das "böse" auf der Welt ist immer noch da, auch wenn man die Augen verschliesst), aber es auch nicht gewähren lassen. Ist für mich ein Schrittweiser Prozess, der mir mal besser, mal schlechter gelingt.

Ah, was ich mir auch noch so überlegt habe: Uns Menschen (und wahrscheinlich auch noch anderen Lebewesen) ist die Fähigkeit der Ratio mitgegeben worden. Naja, den meisten jedenfalls, hehe. Und so haben wir auch die Fähigkeit, zu entscheiden, welche Verhaltensweisen wir bei uns unterstützen wollen...

Ja, es ist nicht leicht, sich nicht von seiner Wut beherrschen zu lassen und zum Beispiel Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

Aber es ist Möglich, wenn man mal geschlagen wird, nicht zurückzuschlagen...

So, bevor ich all zu plakativ moralisinierend werde, setzt ich mal einen Punkt.

---> . <---
satropa
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Beitrag von satropa »

So ich möchte auch gerne noch ein paar Sätze zum Thema loswerden:
(wenn schon ausdrücklich nach Kleinkinderzieherinnen verlangt wird *lach*)

1. Ich bin grundsätzlich Abras Meinung (jaja :-) *g*)
2 Ich möchte gerne ein paar Ergänzungen und Ausführungen vornehmen:

Böswilligkeit, wird wie soziales Verhalten auch, anerzogen. Böswillig handeln kann nur jemand der auch die sozialen Weisen kennt und verstanden hat. Da lässt sich einfach schlussfolgern, dass Böswilligkeit mit der Sozialisation des Menschen geboren wurde.
Ich halte die Sozialisation für eine Notwendigkeit. Sie birgt enormes Entwicklungspotenzial. Nur wer seine Mitmenschen wahrnimmt, sich auf andere einlassen kann und sich selber zugunsten des gemeinsamen Wohls zurücknehmen kann hat die Chance sich selbst weiter zu entwickeln, nicht nur im Bereich der sozialen Kompetenzen. Da kommt die altbekannte Wertvorstellung, ich kann nur im du ich werden, zum tragen.

Das erwähnte, egozentrische Verhalten von Kleinkindern (0- ca. 4 Jahre, Kinder in familienexternen Betreuungsinstitutionen erlernen soziale Werte und Normen etwas früher), sehe ich als "wertfreies Verhalten", weil es allein dem Überleben der Spezies dient. Ich beobachte, dass Kinder mit guten kognitiven Ressourcen sich eher sozial Verhalten und somit auch schneller erfassen wofür es sich lohnt sich selbst zurückzustellen.
Meine Theorie ist, dass wir uns ohne Sozialisation immer noch die Rübe mit Keulen einschlagen würden, wenn wir des Nachbar Mammut attraktiver finden, wozu aus damaliger Sicht nichts einzuwenden ist es, wäre halt so.

Aber ich lese aus den Fakten der Geschichte, dass es doch ein Bedürfnis des Menschen sein muss, sich weiterzuentwickeln und diese setzt eben Sozialisation voraus.
Der Nachbar konnte das Mammut nur mit Hilfe des anderen Nachbarn einfangen. Und die geräumige Höhle von Özzi, ist nur so geräumig weil er

1. die Idee hatte Steine wegzutragen (Verlangen nach Optimierung) und
2. das Können, die Anderen davon zu überzeugen warum es gut ist eine geräumige Höhle zu haben, damit sie ihm dann beim Wegtragen der Steine behilflich sein konnten (dazu ein weiser Vers: Wenn du willst, dass die Menschen dir ein Schiff bauen, erwecke ihre Sehnsucht für das Meer ;-)).

Böswilligkeit, das Wort setzt sich aus "Böse" und "Wille" zusammen, es setzt die Entscheidung, "Böse" sein zu wollen, voraus. Sozialisation ist eng mit dem Entwicklungs- und Optimierungsbedürfnis des Menschen verknüpft. Daher sollte es theoretisch einfacher sein, sich sozial zu verhalten.

Ich denke, dass die von dir erwähnte Böswilligkeit, oh wertes Drachenfüdli, keine wirkliche ist, sondern einfach ein Mangel an Zeit, Erziehung und Wissen. ...die Gesellschaft verliert an kognitiven Ressourcen ;-) Sozialisation ist niemals abgeschlossen, das hat man(n) und frau vergessen, sich blenden lassen vom schnellen Vergnügen?..*gg*

Soviel einmal zum Thema Sozialisation im Zusammenhang mit der Entwicklung von Böswilligkeit.
Zuletzt geändert von satropa am Fr 12. Jan 2007, 18:33, insgesamt 3-mal geändert.
Hörst du zu, lernst du meistens etwas.
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petit.papillon
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Beitrag von petit.papillon »

also eigentlich standi voll unter ziitdruck... aber die diskussion da laht mi nid in rueh. wenn i so gwüsse ussage vo euch lise denn fangt öppis i mir afah brodle und git mir irgendwie s bedürfniss da öppis dezue zsäge.

sind ihr würkli all dr überzügig dass es es "GUET" und es "BÖS" git?? wieso mues immer die unterscheidig gmacht wärde? wieso müend all lüt immer über anderi lüüt/tate/aasichte URTEILE?
für mich isch die unterscheidig e erfindig vo de mensche... und nid nur e erfindig sondern dr gröscht irrtum überhaupt. denn wär d wält in guet und bös (richtig und falsch) ufteilt setzt sich über die andere. wohär nämet ihr das rächt z entscheide was richtig und falsch isch??
ha da gläse dass das en urinstinkt söll sii... ach ja? und wieso isches denn nid für all mänsche glich? wieso empfinde nid all die glich gränze zwüsche denne 2 pol?
all relligione wo ich kenn basiere uf däm prinzip vo dr trennig vo guet und bös. sie schribe eim vor was me darf und was nid. das isch doch nid natürlich!

wallaby hat geschrieben:Isch vilich es überbliebsel us de Evolution bevor de Mensch nett und sozial worde isch.
Dancingdevil hat geschrieben:vielleicht ist gut sein nicht so fasettenreich wie ein böses "Imitsch :twisted: "zu haben.

Tendenziell gute menschen wirken sehr schnell ein bisschen naiv und übervertrauensseelig und wie meine Erfahrung zeigt werden sie auch ziemlich oft ausgenutzt.
"Bad Boyz" wirken oft selbstvertrauter und erfahrener, bodenständiger, wobei auch klar ist das sie vielmals versuchen gewisse unsicherheiten zu überspielen.
ich find beides e verlogeni sach... genauso "nätt und sozial" wie au s "bad boy" image. es isch beides nid ehrlich. und zwar nid ehrlich zu sich sälber und nid ehrlich zu dr umwält. dr mensch isch weder s einte no s andere.
aber das heisst nid dasser sones lauwarms zwüscheprodukt isch vo beidem.
abraxas hat geschrieben:macht, kontrolle, ansehen, anerkennung - das ist alles in uns drin wie liebe, freude, zuneigung. das eine fördern wir, das andere unterdrücken wir. aber im kern besitzen alle menschen alle gefühle.
jein... :)
also mit einem hesch sicher rächt... LIEBI, freud, ehrlichkeit, freiheit, harmonii, fride, usw sind in uns. tief in üserer seel verankeret. die andere gfühl wo da erwänt wärde sind abwandlige vo däne da. hmmm... wie söll ich das blos formuliere :-k
die liebi wo ich grad erwähnt ha, das isch für mich d quelle vo allem. es isch die gröscht energie wos git. me chas au gott, liecht oder süsch irgendwie nenne. die liebi isch weder guet no bös... sie ISCH eifach!
üs mensche (und sicherlich au anderne läbewäse) isch d möglichkeit gäh vo dere energie zschöpfe. was mir aber drus mache isch üs sälber überla... mir chönne die energie in hass, wuet, angst, unsicherheit, abhängigkeit, gwalt und was weiss ich no alles umwandle.
s ziel isch aber die energie la zflüsse, denn erscht denn cha sie sich ganz entfalte. gott wott sich durch üs manifestiere! aber glichzitig isch üs dr frei wille mitgäh worde. mir chönne üs fürs liecht entscheide, müend aber nid. darum gits o kei guet und bös.
entscheidet eu für d liebi und es wird euch und eurem umfäld besser ga! das heisst aber nid dass en andere wäg falsch isch.

ich find nid dass me alles söll dulde und guetheisse was uf däre wält passiert... längstens nid. aber es fangt bim akzepiere vo de tatsache aa. (üse forum drache het da paar gaanz weise sätz drüber gschribe hie und uf sire peitsch)
akzeptiere chame nur durch verstah und wüsse... erst nächhär chame sinnvoll handle, und nid anderene welle e moral, es gsetz ufzwinge. bestrafig isch au nid sinnvoll. denn
1. es chunnt eh alles uf eim zrück... das isch es geistigs gsetz ;)
es git da im forum ä rächt gueti formulierig zu däm thema:
http://www.mysticalforum.ch/viewtopic.php?t=3905
2. es isch niemert vo üs fähig und im rächt über e straf zentscheide. ich dänke das steit üs nid zue. mir sind all mänsche und glichwärtig.

ach und no öppis zu de chindli
abraxas hat geschrieben:kleine kinder sind überhaupt nicht "gut von natur aus". die müssen erst sozialisiert werden. kleine kinder sind egoisten und können ziemlich brutal und grausam andern menschen gegenüber sein....
genau abraxas... da hesch rächt. ich finde dass da oft die rosarotbrille ufgsetzt wird. die ach so "unschuldig lämli" sind garnid so unschuldig. ich bi da inne sicher nid die einzig wo glaubt dass mir mehreri mal d möglichkeit hend uf die wält zcho. und ich dänke mal das mir einiges an "erfahrige" jedes mal wider mitnämet. mir mache e fähler wenn mir dänke dass e früschi seel grad gebore isch und dass die formbar isch nach lust und laune vo de eltere und vom umfäld. sicher hend die es gwüsses mass an ifluss, aber me sött nid vergässe dass scho en es stück wiit gformte charakter uf d wält chunnt. dä "charakter" cha sich natürlich mit dr ziit verändere... mir wachse ja o sändig ;)

edit: ach ähm vor luter guet und bös hani glatt vergässe d frag vo däm threat zbeantworte :?
also wohär dä trend chunnt... i dänke dass d lüt merke dass blüemligetue, "nätt und sozial sii" nid ehrlich isch und versueche wägedäm e anderi form vo umgang und getue. nur halt dass sie keis stuck besser sind.
aber mit däm ständige wächsel (i dr gsellschaft oder uf persönlicher äbeni) vo däne 2 haltige wird dr eint oder ander dr wäg vo dr liebi entdecke und us däm "innere (oder aus üssere) Kampf/Tüfelskreis" usstiege :-D

ha sicher paar sache vergässe und gwüses nid ganz erklärt, aber fürs erste tuets das glaub. fraget mir ruhig wenn euch öppis nid passt oder so ;)
satropa
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Beitrag von satropa »

sind ihr würkli all dr überzügig dass es es "GUET" und es "BÖS" git?? wieso mues immer die unterscheidig gmacht wärde? wieso müend all lüt immer über anderi lüüt/tate/aasichte URTEILE?
Bitte lies meinen Text nochmals durch ;-)
für mich isch die unterscheidig e erfindig vo de mensche... und nid nur e erfindig sondern dr gröscht irrtum überhaupt. denn wär d wält in guet und bös (richtig und falsch) ufteilt setzt sich über die andere. wohär nämet ihr das rächt z entscheide was richtig und falsch isch??
Bist du sicher, dass jeder, der diese Einteilung vornimmt mit der Motivation handelt, über andere zu richten, sich über sie hinwegzusetzen?
ha da gläse dass das en urinstinkt söll sii... ach ja? und wieso isches denn nid für all mänsche glich? wieso empfinde nid all die glich gränze zwüsche denne 2 pol?
Laut meiner Theorie, ist es wie bereits erwähnt, eine Sache der ersten Prägung, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Es gibt tonnenweise interessante Literatur aus verschiedensten Fachrichtungen zum Thema "Moral" und deren Entwicklung.
all relligione wo ich kenn basiere uf däm prinzip vo dr trennig vo guet und bös. sie schribe eim vor was me darf und was nid. das isch doch nid natürlich!
Genau um das geht es zwischen meinen Zeilen. Was ist deiner Meinung nach natürlich?
Der Mensch gibt der Handlung den Wert. Wobei die Unterscheidung dieser zwei Kategorien der Orientierung dient, nach welcher sich der Mensch für seine Entwicklung richtet. Also kann etwas, das der Mensch selbst erschaffen hat unnatürlich sein?
Hörst du zu, lernst du meistens etwas.
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