GEDICHTE

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Fallen Angel 3
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Re: GEDICHTE

Beitrag von Fallen Angel 3 »

Du bleibst stehen mit System
verdrehst die Augen, lässt Dich gehen
suchst nach Hoffnung und einem Licht
Beides erlöscht, wagst Du es nicht.

Aufbruch, Einbruch, Abbruch
So kommst Du zu Dir, ohne Ziel
Alles vergeht, der Wind weht
Kreisend suchst Du noch halt
Denn vor lauter Freiheit ist Dir ganz kalt.

Der Boden kommt näher, fliegend nun
bekommst ihn kaum zu fassen,
Sein Griff ist hart, und doch vertraut
Gibt dir Frieden, eher laut.

Und während Du Deine Wunden leckst
frägst Du Dich zum ersten Mal seit langem
Was tu' ich hier? Und wo ist der Weg?
Nicht wie sonst, verwirren Dich Fragen
Diesmal geben Sie Dir Ruhe statt Klagen.

Es ist an der Zeit aufzuwachen
und statt zu ertrinken
jetzt Tausend Sachen zu machen
Damit die Kraft der Sterne
sich in Dir beginnt zu entfachen.

Schliesse die Augen, lass sie mal Ruhn
Gebe Dir selbst genug Aufmerksamkeit
merke wie eingebunden in Vielfalt
Dein Leben stets war. Öffne die Augen
Öffne Dein Herz - lass los, den Schmerz.
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psy-co
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Re: GEDICHTE

Beitrag von psy-co »

Freundschaft

Du bist für mich da,
wenn ich dich brauche.
Du hörst mir zu,
gibst mir Kraft und neuen Mut.
Du zauberst ein Lächeln in mein Gesicht
und dieses strahlen in meine Augen!

Ich kann mit dir über alles reden,
du brauchst mir nicht mal eine Antwort
auf all meine Fragen geben,
nur zuhören und
mich ab und zu mal in den Arm nehmen.
Ich habe keine Angst,
dass das, was ich dir erzähle,
irgendwann alle wissen...
denn ich vertraue dir.

Das alles schätze ich an dir!

Du bist für mich derjenige,
bei dem ich mich anlehnen kann,
wenn es mir schlecht geht...
Dann baust du mich wieder auf
und bist einfach für mich da.

Du bist für mich ein echt guter Freund geworden!

Du zeigst mir das Schöne am Leben
und durch dich kann ich wieder fröhlich sein.
Es tut gut, zu wissen, so jemanden wie dich zu haben.
ANTI-POP Productions

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u.s.l.

Re: GEDICHTE

Beitrag von u.s.l. »

Gehirnzelle



Ein Kleeblatt sonnt sich im taufrischen Gras,
grünt mit unverwechselbarer Stärke,
mir scheint, als ich ebenso stark vergass,
zu vollenden meine unvollendet Werke -
ad hoc suche ich nach dem Warum und Was,
das fehlte, damit ich was fehlte merke.

Und in dieser scheinbar stillen Idylle,
ein Lichtlein scheint, als ginge es mir auf,
es durchflutet mich mit farbiger Fülle,
die Flut nehme ich nicht ungerührt in Kauf,
als sei ich das Kleeblatt, ist was ich fühle,
noch bevor ich die letzte Gehirnzelle wegsauf.

Was bleibt, wenn nichts mehr da ist, was denkt,
ein Herz, das seine Geschichte schreibt,
und ich spüre, wie es antreibt und mich lenkt,
und feuchte Tränchen in die Augen treibt,
das Leben, das uns einst wurde geschenkt,
und die Hoffnung, dass es noch lange bleibt.
The Dude

Re: GEDICHTE

Beitrag von The Dude »

Grünes Gras in Blumenwiesen
Leuchtend bunt wie neue Fliesen
Wächst vor sich hin
Ohne jeglichen Sinn
Und doch bringt es nutzen
Drum sind sie am stutzen
"Sollen wir es mäh'n?
Oder einfach weiter sä'n?"
"Lasst die Blumen unbeschadet!
Sonst hat die Erde abgemagert!"

---------

Irrsinnige Poesie
Ist ähnlich wie Oligarchie
NIE die beste Regie
Der Chemie

---------

Drum lasst die Fetzen fliegen
Denn wir können nur noch siegen
Und wenn wir erst gewonnen haben
Trällern dann die Sängerknaben
Drum lasst uns pfeifen, tanzen,
Und alle Wanzen
Mit den Lanzen stanzen

crazyeye
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psy-co
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Re: GEDICHTE

Beitrag von psy-co »

Gedicht Hoffnung
/color /color /color

Wie wäre ein Winter zu ertragen,

ohne Hoffnung auf den Frühling,

wie ein Abschied auszuhalten,

ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen?


Nur die Hoffnung,

daß es immer wieder hell wird,

läßt uns die langen, finsteren

Nächte durchstehen.
ANTI-POP Productions

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Zachariel Drachenherz

Re: GEDICHTE

Beitrag von Zachariel Drachenherz »

Ein Gedanke

Im Grau zwischen Licht und Dunkelheit
entscheidet ein einziger Gedanke
ob ich weiter furchtlos vorwärtschreit'
oder verblendet im kalten Nebel wanke.

Ein Gedanke lässt mich liegenbleiben
und mich im Kreise drehn
oder er kann meine Qual vertreiben
und ich kann endlich wieder sehn.

24.06.2009
Zachariel Drachenherz

Re: GEDICHTE

Beitrag von Zachariel Drachenherz »

Das Herz des Drachen

Ein flammendes Herz
lässt sich nicht ersticken.

Weder durch Schmerz
noch in Lichtblicken.

Es existiert einfach
im Puls der Zeit.

Zuvor als auch danach
im Jetzt der Ewigkeit.

25.06.2009
Zachariel Drachenherz

Re: GEDICHTE

Beitrag von Zachariel Drachenherz »

Widerspruch

Mein Kopf lässt meinen Körper nicht das tun
was Herz und Geist und Seele wollen
Der Verstand sieht die Herzenswünsch, die tollen
und lässt doch die Maschine namens Körper ruh'n.

Ein Zwiespalt durchfährt deshalb mein ganzes Wesen
doch seltsamerweis zerfrisst er mich nicht
denn ich bin nicht länger darauf erpicht
durch den eignen Widerspruch zu verwesen.

Ein komisches Gefühl erfüllt mich von Kopf bis Herz
mit allem, was dazwischen in mir steckt
tief in mir drinnen, ist etwas geweckt
weshalb ich alles fühle - ausser Schmerz.

22.07.2009
Zachariel Drachenherz

Re: GEDICHTE

Beitrag von Zachariel Drachenherz »

Unnachvollziehbar

Mein Herz ist schwer, und doch nicht voll Trauer
aber belastet durch Freude am materiellen Genuss
und darin liegt wie ich es sehe mein persönlicher Verdruss
denn diese Dinge sind unbefriedigend, da nicht von Dauer

Gern würd ich wieder mal weinen, Tränen spüren auf den Wangen
doch zu verschlossen bin ich in meiner eigenen Freiheit
zu tun und lassen, was ich will, von Vorschriften befreit
auf der Suche nach endgültiger Stillung meines Verlangen

23.07.2009
Zuletzt geändert von Zachariel Drachenherz am Do 23. Jul 2009, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Elias
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Re: GEDICHTE

Beitrag von Elias »

Und du denkst,
und du denkst,
und du denkst,
es sei so und so,
oder so und so,
vielleicht auch, so und so.

Und plötzlich in einem Moment,
vergisst du...
...lässt es raus, lässt es raus, lässt es raus...

Göttliche Gefühle
schmerzen am allermeisten.
Lass es zu,
lass es raus!
Wer keinen Schmerz fühlt,
liebt nicht wirklich.

-

Und du denkst,
und du denkst,
und du denkst,
es sei so und so,
oder so und so,
vielleicht auch, so und so.

Und plötzlich in einem Moment,
vergisst du.
...lässt es rein, lässt es rein, lässt es rein...

Göttliche Gefühle
freuen am allermeisten.
Lass es zu,
lass es rein!
Wer keine Freude fühlt,
liebt nicht wirklich.
http://www.vimeo.com/elfilmias
http://www.youtube.com/elfilmias

Wage du, zu irren und zu träumen! Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel.
(Schiller)
u.s.l.

Re: GEDICHTE

Beitrag von u.s.l. »

traube

sanft war die art, wie du meine hand gehalten,
vertraut dein inniger wunsch nach leben.
die zeit reif, um uns auseinanderzuspalten,
wie trauben während der lese von reben.

nicht, weil es nicht sein hätte sollen,
fieber in kopf, bauch und gebeinen.
spass, mit dir gemeinsam rumzutollen,
wusstest du, ich bin mit mir im reinen.

so rein, wie es dir mit verbliebener kraft,
das herz von sich aus nur kann gönnen,
und das gewissen in der lage, wenns straft,
wie fussohlen beim über glühende kohlen rennen.

und stets hält es dir etwas vor augen,
nicht nur morgen, gestern und jetzt.
beginnt dich von neuem auszulaugen,
bis es auch dich in stücke zerfetzt.

doch aus dir, bin ich mir schlüssig,
wird eines tages ein gereifter wein,
der selben flasche überdrüssig -
wirst du ganz gross sein...ich bleibe klein.
MoLoToW
Beiträge: 6
Registriert: Mo 3. Aug 2009, 15:03

Re: GEDICHTE

Beitrag von MoLoToW »

Mini bescht kollegin esch föres halbs johr uf Davos (ben usem AG) ond ich handere das för di lang ziit metgeh:

Ich wollte dir etwas schenken, etwas das du nie vergisst.
Etwas das für immer dein eigen ist.
Ein Geschenk von mir an dich,
Einfach nur weil du es bist.

Meine grösste Angst ist es dich zu verlieren.
Getrennte Wege zu gehen und einander nicht mehr interessieren.
Ein leben ohne dich kann ich mir nicht denken,
Deshalb will ich dir eine Erinnerung schenken.
Fals du einmal nicht mehr da bist
Weis ich, dass du mich nie vergisst.

Das Gewissen zu haben, dass du dich immer Erinnern wirst
Dass dir vor langer Zeit einer wie ich
Dir ein Gedicht geschrieben hat
Welches ganz alleine und nur für dich gedacht.
Zachariel Drachenherz

Re: GEDICHTE

Beitrag von Zachariel Drachenherz »

Der freie Wille

In der grössten Dunkelheit befinden wir uns nur
wenn wir uns abwenden, vom Licht so rein und pur.
Dunkelheit ist nur eine Illusion von vielen
Doch auch Illusion ist real, solang wir mit ihr spielen.

Auszusteigen aus dem Spiel der Dualität
bedeutet einzugehen in die wahre Realität
nämlich der Erkenntnis des absoluten Sein:
Wir waren und sind nie getrennt, sondern All Ein.

Denn das Licht fällt immer noch auf unsern Rücken
und schafft es, den finstern Abgrund zu überbrücken
es bedingt einzig des freien Willens letzten Entscheid:
Sich umzudrehen und hinter sich zu lassen das Leid.

14.08.2009
The Dude

Re: GEDICHTE

Beitrag von The Dude »

Robert Browning hat geschrieben:Zuerst durchfuhr mich´s: Lug ist, was er spricht,
Der weißgeharrte Krüppel, dessen Blicke
Voll Bosheit schielen, ob die Lüge glücke;
Wie zuckt der falsche Mund, als trüg´ er´s nicht
Den Hohn zu hehlen, der verdammte Wicht,
Ob diesem neuen Opfer seiner Tücke !

Wozu stand er mit seinem Stab sonst da,
Als daß er allen Wandrern Schlingen lege,
Die gläubig ihm befragt um Pfad´und Stege ?
Sein schädelgleiches Lachen hört´ ich, sah
Im Geist die Krücke meine Grabschrift, ha !
Kritzeln, zum Zeitvertreib, im staub´gen Wege,

Wenn ich nach seinem Wort mich seitwärts wandte
Zu dem verruf´nen Ort, des Wüstenei
Den finstern Turm umschloß. Doch sonder Scheu
Ritt ich, wohin er wies, und in mir brannte
Nicht Stolz noch Hoffnung, da er mich entsandte,
Zur Freude, daß ein Ziel mir nahe sei.

Zog ich durch Jahre doch die Welt entlang
Und hatte nie, was ich gesucht, gefunden.
Mein Hoffen war zum Schatten hingeschwunden,
Dem lauter Siegesjubel fremd entklang:
So duldet´ ich´s, daß Lust mein Herz durchdrang,
Als ihm am Ziel sich zeigten Tod und Wunden.

Wie wenn ein Kranker an dem letzten Tag
Lebwohl den Freunden sagt mit Mund und Händen
Und tot erscheint und fühlt, die Thränen enden,
Und hört, wie einer all´ aus dem Gemach
Hinausweist, frei zu atmen, da den Schlag,
Der niederfiel, kein Jammer mehr kann wenden.

Und man berät schon, ob bei seinen Ahnen
Noch Raum für ihn sei, wann dem toten Leibe
Bestattung werd´, und ob man´s rasch betreibe;
Von Kränzen spricht man, Schleifen, Trauerfahnen -
Und er vernimmt´s und fleht, daß er die Bahnen
Solch zarter Lieb´ nicht kreuz´ - und leben bleibe.

So war auf dieser Leidensfahrt so lange
Ich umhergeirrt, so oft schon war Mißlingen
Mir prophezeit gleich allen, die zu dringen
Zum finstern Turm verflucht in heißem Drange,
Daß fest ins Aug´ ich sah dem Untergange,
Konnt´ ich den Tod der Helden nur erringen.

Still wie Verzweiflung schaut ich nicht zurück,
Zum Pfad einlenkend, nach des Zwergs Grimasse.
Schon neigte sich der Tag, der trübe, blasse,
Dem Ende zu, doch kündend Mißgeschick,
Schoß er noch einen grimmen roten Blick
Zum Blachfeld, ob es fest sein Opfer fasse.

Doch als mein Roß ein=, zweimal ausgeschritten
Und ich mein Heil dem Blachfeld sah verpfändet,
Da hab´ ich einmal noch den Blick gewendet
Zur sichern Straße, drauf ich hergeritten:
Ich fand sie nicht. In grauer Ebne Mitten
hielt ich, und jedes Zaudern war verschwendet:

Ich mußte vorwärts. Nie noch sah mein Aug´
So ärmlich, sonder Adel die Natur:
Nicht Baum noch Blume sog hier Nahrung, nur
Trespen und Wolfsmilch und gemeiner Lauch,
fortwuchernd rings nach niedern Unkrauts Brauch ;
Die Klette wäre Kön´gin solcher Flur.

Hob sich ein Distelstengel aus den Reih´n
Der Brüder war der Kopf ihm abgerissen:
Des Ampfers rauhe Blätter schau ! zerschlissen,
Durchlöchert, daß der letzte grüne Schein
Verschwunden war. Drang wohl ein Tier hier ein,
Das fühllos sei und zersplissen ?

Spärlich das Gras, wie Aussatzkranker Haar ;
Im Kote, der mit Blut verknetet schien,
Stak hier und da ein kläglich Hälmchen drin.
Ein blindes Pferd, des Glieder steif und starr,
Stand staunend, wie´s hierher verschlagen war:
Alt und verbraucht hieß es der Teufel ziehn.

Ob es noch lebt ? Es stand vielleicht seit Stunden,
Den roten hagern Hals weit vorgereckt,
Von rost´ger Mähne dicht das Aug´ verdeckt ;
War je solch Grau´n mit solchem Leid verbunden ?
So tiefen Abscheu hatt´ ich nie empfunden:
Es war verdammt, sonst hätt´ es Weh geweckt !

Ich schloß die Augen, kehrend sie nach innen.
Wie Wein der Krieger fordert vor dem Streiten,
Rief ich nach einem Trunke froh´rer Zeiten,
Daß Kraft mir sei zu kühnlichem Beginnen.
Dem Kämpfer ziemt´s, bevor er ficht, zu sinnen:
Ein Schmack des alten Glücks hilft fürder schreiten.

Jung Cuthberts blühend Antlitz rief ich wach,
Um das die goldnen Locken fröhlich wallten ;
Mir war´s, als legt´ er, um mich festzuhalten,
Zärtlich den Arm in meinen, wie er pflag,
Der liebe Bursch.. Ach, e i n e Nacht der Schmach !..
Die Glut erlosch, mein Herz fühlt´ ich erkalten.

Der Ehre Seele, Julius, sah ich dann,
So frank, wie da man ihn zum Ritter schlug.
Was Helden wagten, wagt´er, kühn wie klug...
Ein Wandel ! Pfui ! Der Henker hängt den Bann
Ihm vor die Brust. Die Mannen spei´n ihn an,
Und den Verräter trifft des Volkes Fluch !

Besser dies heut als solch vergangner Graus.
Zurück zum Pfad, den schon die Nacht umgraute !
Nichts regte sich, soweit das Auge schaute.
Traut auch der Schuhu nicht, die Fledermaus
Sich her ? Da - aus dem Sinnen riß heraus
Ein Etwas mich mit unheimlichen Laute.

Ein kleiner Fluß durchkreuzte jäh den Pfad,
Wie eine Schlange plötzlich dich umzischt ;
Kein Bach, der träum´risch sich der Dämmrung mischt:
Er schoß dahin, dem glüh´nden Huf ein Bad
Des höllischen Feinds, der flockenschäum´ge Gischt
Des schwarzen Strudels raste früh und spat.

So klein, und doch so giftig ! Rings am Rande
Knieten verhärmte Erlen im Verscheiden,
Kopfüber stürzten sich zerzauste Weiden
Verzweifend in die Flut vom sichern Lande,
Doch er, der sie versenkt in Weh und Schande,
Stürmte vorbei, nicht achtend ihrer Leiden.

Wie ich hindurchritt, wähnt´ ich immerdar
Auf eines Toten weiche Wang zu treten.
Ich stieß den Speer zum Grund in brünst´gem Beten
Und traf, so schien´s, der Leiche Bart und Haar...
Vielleicht, daß es nur eine Ratte war,
Doch klang´s, als schrie ein Kind in Todesnöten.

Aufatmet´ ich, wie ich das Ufer fühlte -
Ein besser Land ! Vergebliches Verlangen !
Wer waren sie, die hier so wild einst rangen,
Daß ihr Gestampf den feuchten Grund zerwühlte
Zum Sumpf, da ihre Wut schier nie verkühlte,
Wie wilder Katzen hinter glüh´nden Stangen ?

Wo blieb das Ziel ? Ob ich es nimmer ?
Nichts in der Ferne als die fahle Nacht !
Nichts, was den Pfad mir wies ! Wie ich so dacht´,
Da traf ein ries´ger Vogel, ausgespannt
Die schwarzen, drachengleichen Schwingen, sacht
Mein Haupt. War der zum Führer mir gesandt ?

Ich schaut´ empor. Da war mit einem Male
Kein Fleckchen mehr der Ebne zu erblicken,
Nur Berge rings, darf dieser Name schmücken
häßliche Höh´n und Haufen, grau und kahl -
Wie kam ich nur hinein in dieses Thal ?
Wie sollte mir´s, ihm zu entrinnen, glücken ?

Doch meint´ ich fast, ich wär´ einmal vor Zeiten
Auf solchem Unheilspfade schon gegangen,
Vielleicht im Traume. Dicht und dichter drangen
Die Hügel her. Hier gab´s kein Vorwärtsschreiten!
Da rasselt was, als hört´ ich niedergleiten
Ein Fallenthor. Bei Gott, ich war gefangen!

Und glühend kam es über mich im Nu:
Dies war der Ort ! Zur Rechten dort zwei Höh´n,
Geduckt wie Stiere, die den Feind erspähn -
Ein öder Berg zur Linken: Schläfer du!
Du stehst am Ziel und träumst in träger Ruh´,
Und gabst ein Leben doch, um dies zu sehn!

Was lag inmitten als der Turm der Schrecken?
Blind wie ein Narrenherz, rund, unzerspellt,
Aus braunen Quadern, einzig auf der Welt...
So zeigt der Sturmes Elf im Meeresbecken
Das Riff dem Schiffer, höhnend ihn zu necken,
Just da ihm krachend Bug und Kiel zerschellt.

Konnt´ ich nicht sehn ? O ja ! Schier wollt´ es tagen
Zum zweiten Mal: aus Wolken brach heraus
Der Sonne letzter Strahl, zu schau´n den Graus.
Die Höh´n, wie Riesen auf em Anstand lagen,
Haupt in die Hand gestützt, das Wild zu jagen:
" Stoßt zu und macht dem Tierlein den Garaus"

Nicht hören ? O, laut klang mir´s in den Ohren
Wie Glockenschall. Die Namen all der Scharen
Vernahm ich, die vor mir des Weges gefahren,
Wie jener kühn war, dieser auserkoren
Vom Glück, und der vom ruhm - hin und verloren
Die Helden alle weh ! seit langen Jahren !

Sie standen, bleiche Schemen, in der Runde,
Des Endes harrend, starrend unverwandt
Der Opfer jüngstes an. Im Flammenbrand
Sah und erkannt´ ich all´ in dieser Stunde,
Doch keck führt´ ich mein Hifthorn bis zum Munde
Und blies: " Zum finstern Turm kam Herr Roland !
Zachariel Drachenherz

Re: GEDICHTE

Beitrag von Zachariel Drachenherz »

Könntest Du das nicht zusammenfassen, anstatt zu quoten, Dude? Hab keine Lust und Zeit, mich durch das ganze durchzulesen.

:-P
The Dude hat geschrieben:
Robert Browning hat geschrieben:Zuerst durchfuhr mich´s: Lug ist, was er spricht,
Der weißgeharrte Krüppel, dessen Blicke
Voll Bosheit schielen, ob die Lüge glücke;
Wie zuckt der falsche Mund, als trüg´ er´s nicht
Den Hohn zu hehlen, der verdammte Wicht,
Ob diesem neuen Opfer seiner Tücke !

Wozu stand er mit seinem Stab sonst da,
Als daß er allen Wandrern Schlingen lege,
Die gläubig ihm befragt um Pfad´und Stege ?
Sein schädelgleiches Lachen hört´ ich, sah
Im Geist die Krücke meine Grabschrift, ha !
Kritzeln, zum Zeitvertreib, im staub´gen Wege,

Wenn ich nach seinem Wort mich seitwärts wandte
Zu dem verruf´nen Ort, des Wüstenei
Den finstern Turm umschloß. Doch sonder Scheu
Ritt ich, wohin er wies, und in mir brannte
Nicht Stolz noch Hoffnung, da er mich entsandte,
Zur Freude, daß ein Ziel mir nahe sei.

Zog ich durch Jahre doch die Welt entlang
Und hatte nie, was ich gesucht, gefunden.
Mein Hoffen war zum Schatten hingeschwunden,
Dem lauter Siegesjubel fremd entklang:
So duldet´ ich´s, daß Lust mein Herz durchdrang,
Als ihm am Ziel sich zeigten Tod und Wunden.

Wie wenn ein Kranker an dem letzten Tag
Lebwohl den Freunden sagt mit Mund und Händen
Und tot erscheint und fühlt, die Thränen enden,
Und hört, wie einer all´ aus dem Gemach
Hinausweist, frei zu atmen, da den Schlag,
Der niederfiel, kein Jammer mehr kann wenden.

Und man berät schon, ob bei seinen Ahnen
Noch Raum für ihn sei, wann dem toten Leibe
Bestattung werd´, und ob man´s rasch betreibe;
Von Kränzen spricht man, Schleifen, Trauerfahnen -
Und er vernimmt´s und fleht, daß er die Bahnen
Solch zarter Lieb´ nicht kreuz´ - und leben bleibe.

So war auf dieser Leidensfahrt so lange
Ich umhergeirrt, so oft schon war Mißlingen
Mir prophezeit gleich allen, die zu dringen
Zum finstern Turm verflucht in heißem Drange,
Daß fest ins Aug´ ich sah dem Untergange,
Konnt´ ich den Tod der Helden nur erringen.

Still wie Verzweiflung schaut ich nicht zurück,
Zum Pfad einlenkend, nach des Zwergs Grimasse.
Schon neigte sich der Tag, der trübe, blasse,
Dem Ende zu, doch kündend Mißgeschick,
Schoß er noch einen grimmen roten Blick
Zum Blachfeld, ob es fest sein Opfer fasse.

Doch als mein Roß ein=, zweimal ausgeschritten
Und ich mein Heil dem Blachfeld sah verpfändet,
Da hab´ ich einmal noch den Blick gewendet
Zur sichern Straße, drauf ich hergeritten:
Ich fand sie nicht. In grauer Ebne Mitten
hielt ich, und jedes Zaudern war verschwendet:

Ich mußte vorwärts. Nie noch sah mein Aug´
So ärmlich, sonder Adel die Natur:
Nicht Baum noch Blume sog hier Nahrung, nur
Trespen und Wolfsmilch und gemeiner Lauch,
fortwuchernd rings nach niedern Unkrauts Brauch ;
Die Klette wäre Kön´gin solcher Flur.

Hob sich ein Distelstengel aus den Reih´n
Der Brüder war der Kopf ihm abgerissen:
Des Ampfers rauhe Blätter schau ! zerschlissen,
Durchlöchert, daß der letzte grüne Schein
Verschwunden war. Drang wohl ein Tier hier ein,
Das fühllos sei und zersplissen ?

Spärlich das Gras, wie Aussatzkranker Haar ;
Im Kote, der mit Blut verknetet schien,
Stak hier und da ein kläglich Hälmchen drin.
Ein blindes Pferd, des Glieder steif und starr,
Stand staunend, wie´s hierher verschlagen war:
Alt und verbraucht hieß es der Teufel ziehn.

Ob es noch lebt ? Es stand vielleicht seit Stunden,
Den roten hagern Hals weit vorgereckt,
Von rost´ger Mähne dicht das Aug´ verdeckt ;
War je solch Grau´n mit solchem Leid verbunden ?
So tiefen Abscheu hatt´ ich nie empfunden:
Es war verdammt, sonst hätt´ es Weh geweckt !

Ich schloß die Augen, kehrend sie nach innen.
Wie Wein der Krieger fordert vor dem Streiten,
Rief ich nach einem Trunke froh´rer Zeiten,
Daß Kraft mir sei zu kühnlichem Beginnen.
Dem Kämpfer ziemt´s, bevor er ficht, zu sinnen:
Ein Schmack des alten Glücks hilft fürder schreiten.

Jung Cuthberts blühend Antlitz rief ich wach,
Um das die goldnen Locken fröhlich wallten ;
Mir war´s, als legt´ er, um mich festzuhalten,
Zärtlich den Arm in meinen, wie er pflag,
Der liebe Bursch.. Ach, e i n e Nacht der Schmach !..
Die Glut erlosch, mein Herz fühlt´ ich erkalten.

Der Ehre Seele, Julius, sah ich dann,
So frank, wie da man ihn zum Ritter schlug.
Was Helden wagten, wagt´er, kühn wie klug...
Ein Wandel ! Pfui ! Der Henker hängt den Bann
Ihm vor die Brust. Die Mannen spei´n ihn an,
Und den Verräter trifft des Volkes Fluch !

Besser dies heut als solch vergangner Graus.
Zurück zum Pfad, den schon die Nacht umgraute !
Nichts regte sich, soweit das Auge schaute.
Traut auch der Schuhu nicht, die Fledermaus
Sich her ? Da - aus dem Sinnen riß heraus
Ein Etwas mich mit unheimlichen Laute.

Ein kleiner Fluß durchkreuzte jäh den Pfad,
Wie eine Schlange plötzlich dich umzischt ;
Kein Bach, der träum´risch sich der Dämmrung mischt:
Er schoß dahin, dem glüh´nden Huf ein Bad
Des höllischen Feinds, der flockenschäum´ge Gischt
Des schwarzen Strudels raste früh und spat.

So klein, und doch so giftig ! Rings am Rande
Knieten verhärmte Erlen im Verscheiden,
Kopfüber stürzten sich zerzauste Weiden
Verzweifend in die Flut vom sichern Lande,
Doch er, der sie versenkt in Weh und Schande,
Stürmte vorbei, nicht achtend ihrer Leiden.

Wie ich hindurchritt, wähnt´ ich immerdar
Auf eines Toten weiche Wang zu treten.
Ich stieß den Speer zum Grund in brünst´gem Beten
Und traf, so schien´s, der Leiche Bart und Haar...
Vielleicht, daß es nur eine Ratte war,
Doch klang´s, als schrie ein Kind in Todesnöten.

Aufatmet´ ich, wie ich das Ufer fühlte -
Ein besser Land ! Vergebliches Verlangen !
Wer waren sie, die hier so wild einst rangen,
Daß ihr Gestampf den feuchten Grund zerwühlte
Zum Sumpf, da ihre Wut schier nie verkühlte,
Wie wilder Katzen hinter glüh´nden Stangen ?

Wo blieb das Ziel ? Ob ich es nimmer ?
Nichts in der Ferne als die fahle Nacht !
Nichts, was den Pfad mir wies ! Wie ich so dacht´,
Da traf ein ries´ger Vogel, ausgespannt
Die schwarzen, drachengleichen Schwingen, sacht
Mein Haupt. War der zum Führer mir gesandt ?

Ich schaut´ empor. Da war mit einem Male
Kein Fleckchen mehr der Ebne zu erblicken,
Nur Berge rings, darf dieser Name schmücken
häßliche Höh´n und Haufen, grau und kahl -
Wie kam ich nur hinein in dieses Thal ?
Wie sollte mir´s, ihm zu entrinnen, glücken ?

Doch meint´ ich fast, ich wär´ einmal vor Zeiten
Auf solchem Unheilspfade schon gegangen,
Vielleicht im Traume. Dicht und dichter drangen
Die Hügel her. Hier gab´s kein Vorwärtsschreiten!
Da rasselt was, als hört´ ich niedergleiten
Ein Fallenthor. Bei Gott, ich war gefangen!

Und glühend kam es über mich im Nu:
Dies war der Ort ! Zur Rechten dort zwei Höh´n,
Geduckt wie Stiere, die den Feind erspähn -
Ein öder Berg zur Linken: Schläfer du!
Du stehst am Ziel und träumst in träger Ruh´,
Und gabst ein Leben doch, um dies zu sehn!

Was lag inmitten als der Turm der Schrecken?
Blind wie ein Narrenherz, rund, unzerspellt,
Aus braunen Quadern, einzig auf der Welt...
So zeigt der Sturmes Elf im Meeresbecken
Das Riff dem Schiffer, höhnend ihn zu necken,
Just da ihm krachend Bug und Kiel zerschellt.

Konnt´ ich nicht sehn ? O ja ! Schier wollt´ es tagen
Zum zweiten Mal: aus Wolken brach heraus
Der Sonne letzter Strahl, zu schau´n den Graus.
Die Höh´n, wie Riesen auf em Anstand lagen,
Haupt in die Hand gestützt, das Wild zu jagen:
" Stoßt zu und macht dem Tierlein den Garaus"

Nicht hören ? O, laut klang mir´s in den Ohren
Wie Glockenschall. Die Namen all der Scharen
Vernahm ich, die vor mir des Weges gefahren,
Wie jener kühn war, dieser auserkoren
Vom Glück, und der vom ruhm - hin und verloren
Die Helden alle weh ! seit langen Jahren !

Sie standen, bleiche Schemen, in der Runde,
Des Endes harrend, starrend unverwandt
Der Opfer jüngstes an. Im Flammenbrand
Sah und erkannt´ ich all´ in dieser Stunde,
Doch keck führt´ ich mein Hifthorn bis zum Munde
Und blies: " Zum finstern Turm kam Herr Roland !
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