Vielleicht ist aber gerade diese Vorgehensweise maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Leid solche Ausmaße annimmt? Wenn es denn so wäre, müsste man sich die Frage stellen, wie man das ändern kann. Die Möglichkeit derartiger Veränderung sehe ich als gegeben an, weil sie naheliegend und schlichtweg Gegenstand der Erfahrung ist. Es werden also keine Zaubersprüche von Nöten sein, vielmehr muss die innere Haltung gründlichst überdacht werden.
Ja, genau so ist es! Gerade das verkrampfen, ausgelöst aufgrund von Leid, also die sogenannte Stärke, die man braucht, um damit klar zu kommen, ist die Ursache von immer mehr Leid, das immer mehr Stärke braucht um "überstanden zu werden. Es genügt, sich seiner eigenen Schwäche bewusst zu machen, nicht im Sinn von "ich bin doof" sondern ich bin "auch nur ein Mensch".
Man darf auch mal TRAURIG sein, und weinen, und bedauern - nur sollte man dort nicht stehen bleiben. Das ist ein erster Schritt in Richtung Akzeptanz, etwa genau so wie es in "die Quelle" beschrieben wurde. Der zweite Schritt ist, dank eines solchen Öffnens für das eigene Innere, die viel "echtere" Stärke zu finden, und zu nutzen, sich nicht wieder mittels irgendwelcher seltsamer Ideen, mit Vorurteilen und Misstrauen zu "schmücken" sondern einigermassen relaxt (cool, bzw. unerhitzt), an das Leben heranzugehen.
Was zum dritten Schritt führt, ein Mensch zu sein, der im Einklang mit Sich und seiner Umwelt (Menschen und Natur) lebt.
Auf dieser Basis, ist es möglich Dinge zu erkennen, die auch für die Partnersuche wichtig sind. Dinge zu merken, zum Beispiel wann man tatsächlich verliebt ist (love), und wann man sich nur von den Äusserlichkeiten anziehen lässt (attraction). Und dann merkt man auf einmal, dass man tatsächlich schon einiges begriffen hat.
Hihi, yeah, dann merkt mann, dass man sogar verzichten kann, solange es IHR gut tut, dass man keine Beziehung will, weil man eine braucht, sondern weil man glaubt, dass man IHR gut tut. Dass man versteht, wenn sie zweifelt, weil man sich in sie hineinversetzt. Dass man nicht zwingt sondern anbietet, nicht erobert sondern wirbt, dass man respektiert und nicht anhimmelt. Dass man tatsächlich LIEBT und nicht WILL.
Und danach kommt vielleicht der fünfte Schritt, und es gilt, das alles in einer Beziehung zu leben, und nicht wieder zu vergessen. Vielleicht ist das auch erst der 6. oder 7. Schritt aber was soll's - auf alle Fälle ist man dann auf einem guten Weg.
Dieses Streben kann als ein langfristiger Prozess angesehen werden, welcher, zumindest aus unserer Perspektive, ohnehin einen nicht-deterministischen Verlauf hat, und daher es unnötig ist, sich deterministisch Ziele zu setzen, die dann aufgrund der Konstellation aller Dinge nicht zu erreichen sind. Ich würde das Streben als einen Weg sehen, der, wenn er von einer positiven Grundhaltung und kritischer Selbstüberprüfung begleitet wird, bereits ein "höheres" Ziel ist.
Was'n Deterministisch?

Also ja, das höhere Ziel ist der Weg, wobei er es vermutlich erst ist, wenn man in seinem inneren aufgeräumt hat, und sich nicht von leeren Überzeugungen und "Begierden" blenden lässt, sondern langsam beginnt zu begreiffen, wie eine Pflanze, die zum ersten mal aus dem Samenkorn hinausguckt und merkt, dass es da auch noch so zeugs wie Sonnenlicht gibt.
blödes Beispiel ich weiss.
Also jedenfalls gehört zu einem höheren Ziel-Weg auch das Verstehen, dass es echt sein muss, weil sonst sinn entleert, und ein gute Gradmesser für diese echtheit, ist das eigene Verhalten, wie man auf sie zugeht, was man sagt, und was man denkt, wie fordernd man ist, oder eben nicht, wenn man sich selbst beobachtet, merkt man ob es echt ist, und kann entsprechend (re)agieren.
Wie du es bereits sagtest, es ist weder gesund noch weise (es ist kontraproduktiv), deswegen würde ich danach schauen, es verschwinden zu lassen. Dies geht sicherlich nicht von Heute auf Morgen. Die für den Erfolg zwingende Voraussetzung ist aber in meinen Augen eine derartige Einsicht.
Das Problem ist, das in den Zeitperioden, in denen ich nicht auf o.g. echte weise in jemanden verliebt bin, ich eher schnell in das Misstrauen verfalle, nie eine zu finden, was insofern sogar stimmt, weil zu dem Zeitpunkt auch gar keine da ist, die für mich in Frage käme. Klar gibts viele schöne, anziehende, lustige, coole usw. Frauen, die man "gern hätte" in den Zeiten der Einsamkeit. Nur sind die allesamt nicht Frauen, die man echt liebt. Und sobald Du eine trifftst, die Du echt liebst, weisst Du das wieder - und vergisst es sehr schnell wieder, wenn das endet. Und dann heisst wieder "ich find nie eine". Dabei: will ich doch gar keine von denen die "nur" schön, anziehend, lustig und cool sind - ich will eine die ich liebe - die ich nicht brauche, sondern der ich mich gerne anbiete.
Jetzt gilt es nur noch, diesen Gedanken festzuhalten, in den Phasen der Einsamkeit und Nicht-Verliebtheit, und eventuell zu merken, dass man glücklich sein kann, keine zu haben, die man gar nicht liebt. Besser keine, als eine die man nur hat, weil man sie erobert hat. Besser keine als eine die nur reizvoll war - für eine Weile. Lieber warten, bis man jemanden trifft, für den man alles tun würde, ohne darüber nachzudenken, alles - sogar gar nichts, sogar verzichten.
Ist das ein Vorurteil gegenüber dem Alter?
Nein, es ist eher die Frage, ob - wenn man es nicht schafft den letzten Abschnitt zu begreiffen, und in dem Misstrauen dem Leben gegenüber stecken bleibt, und seine Begierden nicht stillt, ob man dann nicht eines Tages gar nicht mehr fähig ist zu lieben.
Andererseits: vielleicht verliert man diese Fähigkeit nie. Eine Kollegin meiner Grossmutter hat sich vor einiger Zeit verliebt, und sie verhielt sich gemäss meiner Grossmutter wie wenn sie 20 wäre.
Die Kraft der Liebe ist vermutlich tatsächlich so stark, jegliche Mauern einzureissen, die man sich im Laufe seines Lebens aufbaut, und hinter denen man sich einsperrt. Doch: das einsperren ist in diesen Momenten nötig, damit man sich sozusagen gezwungenermassen mit sich selbst auseinandersetzt und dadurch erst merkt, dass man diese Mauern hat. Und eigentlich gar nicht braucht. Es ist so eine Art Kreislauf des Lebens.