@Elias
Das sind wirklich geniale Gedanken. Ziemlich beeindruckend geschrieben. Insbesondere:
„Der Test eurer Beziehungen war darauf ausgerichtet, wie gut die andere Person eure Ideen und Vorstellung entsprach, und wie gut ihr selbst ihren Ideen und Vorstellungen entsprochen habt.
Doch der einzige wahre Test besteht darin, wie gut ihr euren Ideen und Vorstellungen entsprecht...“
„Doch der Sinn und Zweck einer Beziehung besteht nicht darin, dass ihr eine andere Person habt, die euch vervollständigt, sondern darin, dass ihr mit dieser anderen Person eure Vollständigkeit teilen könnt. „
„Die Liebe meines Lebens - ich liebe mein Leben. „
„Ich möchte mich nicht in eine solche Abhängigkeit begeben, möchte aber gerne meine Erfahrungen mit jemandem den ich sehr sehr fest mag teilen und ergänzen“
Doch so genial das alles ist, nach meiner Erfahrung, und im ersten Beitrag sieht man das recht gut, schaffe ich es alleine einfach nicht, konstant, mein Leben zu lieben, so wie es ist, wenn ich immer wieder verliebt bin, und immer wieder daran scheitere, eine Beziehung einzugehen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht auf Frauen zugehe, das könnte man meinen, wenn man das hier so alles liest. Nein, ich lerne auch immer wieder mal eine Frau kennen. Aber aus irgendeinem Grund wird nichts draus (nicht mal ein One Night Stand

).
Entweder merke ich selbst, dass es keine Liebesgefühle sind, und bin dann willensstark genug, um mich nicht weiter damit zu beschäftigen. Oder sie will keine Beziehung, oder hat schon eine, oder „die Umstände“ (Wohnort, Arbeit, Alter) verhindern, das mehr draus wird. Was es auch ist, es klappt nicht. Und das waren einige Frauen, könnt ihr mir also glauben.
Vielleicht denkt ihr ja, ich sei irgendwie abhängig oder sehn-süchtig und drum klappt es nicht. Doch das ist nur ein Teil des ganzen. Was mich so traurig macht, ist dass ich der Ansicht bin, ich könnte jemanden glücklich machen, nur dass niemand so was will. Dass ich mich körperlich gesehen auch etwas verarscht fühle vom Leben, weil ich all das Zärtlichkeit, Streicheleinheiten Zeugs wirklich nur sehr selten überhaupt erlebt habe. Weil ich keine Erfahrung sammeln konnte, punkto streiten, sich selber bleiben, dem respektvollen Umgang miteinander. Ich bin 28 und auf dem Stand eines 15jährigen was Beziehungen angeht. Das macht es nicht einfacher. Und bei meiner bisher einzigen Beziehung hat man das auch gemerkt, entsprechend viele Fehler habe ich gemacht.
Okay das klingt jetzt nicht grad nach ner guten Bewerbung

– aber ehrlich gesagt, weiss ich langsam nicht mehr wie ich „den Anschluss“ an dieses Thema überhaupt noch finden soll. Und jedesmal wenn’s „nicht klappt“ also so Korb-mässig oder sogar schon etwa mehr als Korb und dann doch wieder nicht, dann nimmt mich das richtig mit. Ihr glaubt gar nicht, wie zynisch und schwarzseherisch ich gegenüber dem Leben eingestellt bin, nach einem Korb. Ein „Arschloch“ ist geradezu nett, dagegen.
Und das ist nicht „mein Weg“! ich habe vielleicht die Fähigkeit zynisch zu sein, aber ich bin einfach dagegen, irgendwann derart verbittert geworden zu sein, dass ich all das, was ich z.B. im Mystik-Forum (Quelle, Spiritualität) geschrieben habe, nicht mehr glauben werde.
Noch ist es nicht so weit, noch rappel ich mich immer wieder auf, noch bin ich durchaus fähig zu erkennen, dass Zynismus und Schwarzseherei mit Liebe schon mal gar nichts und mit einem schönen Leben erst recht nichts zu tun hat. Aber ich befürchte, wenn das nochmal zehn Jahre so weiter geht, bin ich eines Tages ein ziemlich übellauniger Zeitgenosse.
Und das wiederum wäre wirklich schade, es wäre die Verschwendung meines gesamten menschlichen Potentials. Nur... wenn mich halt keine will, die ich will, wie soll das denn dann abgewendet werden?
Walsch glaubt, dass es nicht darum gehe – dass man alleine durchaus Lieben kann, das Leben lieben und so – aber ich weiss nicht so recht. Vielleicht bin ich auch einfach zu wenig „weit“ dafür, aber ich glaube ich würde tatsächlich näher an dieser Form der universellen Liebe sein, wenn ich eine wundervolle Partnerin an meiner Seite habe. Nicht um mich zu vervollständigen, das meine ich ja gar nicht, sondern um Energien in mir freizulegen, die ich aktuell überhaupt nicht mehr wahrnehme, und die von Tag zu Tag weiter verschüttet werden.
Ich bin mir durchaus der „Gefahren“ einer Beziehung bewusst, Abhängigkeit und Illusionen und so weiter. Aber aber aber,
nein! Diese Gefahren sind nur dann eine „Gefahr“, wenn es Dein Ziel ist, so eine Art Buddha zu werden. Und das ist nicht mein Ziel. Ich möchte mit einer wundervollen Frau zusammen sein. Ich möchte mit ihr den wundervollen Moment teilen, wenn die Sonne aufgeht, oder an einer Party ein Stück kommt, dass uns beiden gefällt, oder mich darüber freuen, wenn sie etwas in ihrem Leben erreicht hat, das ihr wichtig ist, oder ihr meine Freude zeigen, wenn dies in meinem Leben passiert. Ich möchte in ihre Augen schauen, und diesen Moment einfach geniessen, ich möchte mit ihr schlafen, und dabei mit ihr verschmelzen, mir geht’s um eine Beziehung in der man nach Hause kommt, wenn man heimgeht, eine Liebesbeziehung, das Gefühl, dass Du für einen Menschen das Glück bist, das Gefühl, dass dieser Mensch Dich glücklich macht, das Gefühl, zu reden, und Gedanken zu teilen, und sich zu streiten, und dennoch keinen Hass zu empfinden, miteinander zu lachen, übereinander zu lachen, über sich selbst lachen, Pläne zu schmieden, auf Reisen gehen, sich halten, wenn der Schmerz des Lebens mal wieder brennt, die Tränen zulassen, wenn jemand aus der Familie stirbt, füreinander da sein, einander halt geben. Mit jemandem zusammen sein. Einander spüren, einander geradezu
empfinden, auf esoterische Reisen gehen, in der materialistischen Welt versuchen klar zu kommen. Neue Wege und alte Wege gehen. Lieben, und geliebt werden.
Das alles gehört für mich dazu, wenn man vollständig sein will. Sorry, Walsch – aber Du hast Dich geirrt. Genauso wie sich Buddha und Laotse und viele andere geirrt haben. In meinen Augen ist es Augenwischerei zu sagen, dass man niemanden braucht, um das Mysterium des Lebens zu erfahren. Denn das Mysterium des Lebens ist das
leben an sich, und ein grosser Teil davon, ein sehr grosser, ist nur möglich, mit einem Menschen an Deiner Seite.
So, jetzt könnt ihr mich Romantiker schimpfen, hihi