ah jetzt ist Dein Beitrag weg - naja was solls.
Toast hat geschrieben:Durch Abgrenzung. Nicht zu verwechseln mit Ignoranz!
Wo fängt das eine an und hört das andere auf?
Toast hat geschrieben:Worte allein führen kombiniert mit Weltschmerz zu Selbstvorwürfen.
Aber sind diese (Selbstvorwürfe) denn nicht gerechtfertigt?
Klar, ich persönlich bin nicht derjenige, der Schuld ist, an der Situation der Welt.
Andererseits bin ich auch nicht derjenige, der fähig ist, in irgendwelche Krisengebiete zu reisen etc.
Und warum? weil ich keinerlei Motivation habe. Man könnte meinen Weltschmerz sei Motiviation genug,
aber das stimmt eben nicht. Mich motiviert es.. oder würde es motivieren... wenn ich eine Zukunft sähe.
Wenn ich irgendwie das Gefühl bekomme, ES LOHNT SICH, sich einzusetzen, etwas anzureissen - etwas zu tun.
Tatsache ist aber, dass auch der Einsatz von Hunderttausenden von Menschen, die etwas tun, angesichts einer viel grösseren Mehrheit von Milliarden von Menschen, die nicht das geringste tun, um das Leid zu vermindern, einfach belanglos ist. Nett, bewundernswert, stark und cool - sicher. Aber letztlich ergebnislos.
Warum ist das so? ich nenn die Antwort auf diese Frage Trägheitseffekt. Die Masse ist ebendies: eine MASSE. Es ist meiner Ansicht nach nicht möglich, irgendein Symptom der Gegenwart zu "heilen" DAMIT sich etwas verändert. Die Symptome der Krankheit Masse müssen zwar geheilt werden, und ein Glück gibt es die Hundertausenden, die sich dieser Aufgabe annehmen - verändern können sie aber nicht das Geringste. Weil Veränderung etwas ist, das die gesamte Masse beeinflussen müsste.
Man müsste also quasi Grössenwahnsinnig sein. Oder besser gesagt, verstehen lernen, wie eine Masse funktioniert, was sie antreibt, wie man sie beeinflusst, und natürlich müsste man dann auch noch ein Mensch sein, der selbst nichts anderes als das beste für ALLE im Sinn hat. Ohne Ausnahmen. Ohne unterdrückte Minderheiten.
Welcher Politiker der heute lebt, könnte so etwas von sich behaupten? Welcher Kirchenfürst? Welcher Sektenguru? Jeder ist entweder schlicht aufgrund eigener Unzulänglichkeiten an persönlicher Macht interessiert, oder aber derart stark in Lobbys eingebunden, dass es für ihn keine Lösungen geben darf, die ALLEN zugute kommen. Sonst verliert er die Lobby und das wars dann mit seiner Politik...
Die (romantisch-verklärte) Demokratie geht davon aus, dass mittels Abstimmungen etwas, ja mehr erreicht werden kann, weil das Volk sozusagen selbst entscheidet, was es eigentlich will. Soweit die Theorie. Die Mehrheit der meisten Völker weiss derart was sie will, dass sie gar nicht erst mitmacht, bei diesen Abstimmungen.. Also doch wieder auf die Elite vertrauen, die nur Eigennutz im Sinn hat?
Aus all diesen Gründen bin ich sicher, dass sich der Zerfall der Welt weder mit guten Gedanken, noch mit gutgemeinten Taten aufhalten lässt. Es müsste - und das ist reines Wunschdenken - von heute auf morgen ein Bewusstseinswechsel im Kollektiven Unterbewusstsein der Menschheit stattfinden. Sofern es das überhaupt gibt. Wie wahrscheinlich ist das? Gab es das schonmal? Was könnte so einen Wechsel verursachen?
Betrachten wir die Highlights der menschlichen Geschichte rückwärtsgerichtet: (CERN), Informatik, Genetik, Hippies, Atomkraft, Women's Liberation, Demokratisierung, Industrialisierung (+verbesserte Landwirtschaft), Aufklärung, Buchdruck - dann lange nichts - Papier, Monarchie, Agrarwirtschaft.
Man sieht: es gibt durchaus Entwicklung in der Vergangenheit, sowohl technologisch, als auch politisch, als auch soziologisch. Manche der aufgezählten Dinge hatten einen grossen Einfluss auf die Menschheit als ganzes, andere sind bis heute nicht weltweit installiert. (Eine Monarchie ist beispielsweise einer Diktatur vorzuziehen, weil es in einer Monarchie den mässigenden Einfluss der Aristokratie gibt, während in einer Diktatur ein Einzelner die Absolute Macht hat. Absolute Monarchie ist natürlich genauso dumm. Viele Länder auf der Welt sind dem Schein nach eine Repuplik, faktisch eine Diktatur, diese sind also noch immer auf dem Stand von vor 6000 Jahren. Logisch gibt es dort keine Entwicklung. Das kann man nicht ändern indem man einfach versucht Industrialisierung "draufzuklatschen". Die gesellschaftliche Struktur ist für diese Technologie noch nicht bereit - und wird daher von den "höher" entwickelten Kulturen aufs schamloseste Ausgebeutet).
Aber: hat das auch tatsächlich einen Einfluss auf DIE MASSE? Women's Liberation (auf deutsch mit 'Emanzipation' übersetzt...) ist jetzt schon beinahe 80 Jahre alt und immer noch gibt es auf diesem Planeten Frauen die alles andere als befreit sind. Was oftmals (interessanterweise) mit noch älteren (und damit unterlegenen) Konzepten wie der Religionsfreiheit (etwa 150 Jahre alt) begründet wird.
Warum kann eine gesellschaftlich höher entwickelte Kultur eine gesellschaftlich tiefer entwickelte Kultur (sprich: keine Informatik, keine Atomkraft, keine Hippies, keine Demokratie, keine Monarchie) übervorteilen, indem sie eine technologische Errungenschaft wie die Industrialisierung oder moderne Agrarwirtschaft "draufklatscht"? Und warum können umgekehrt diese übervorteilten Kulturen, indem sie sich auf eine tiefere kulturelle Errungenschaft wie die Religionsfreiheit berufen, eine höherentwickelte Errungenschaft wie die Emanzipation aufhalten?
Das sind die Fragen, die massentauglich -wenn man das wort mal anders anwenden darf - sind. Die Massen werden von der Antwort auf solche Fragen beeinflusst, und nicht von der Menge an Geld, die hin und her fliesst. Diese Fixierung auf Das Kapital, die wir vermutlich alle diesem Marx zu verdanken haben, ist NICHT die Antwort, auf Massenphänomene und -Entwicklungen.
Aber ich schwadroniere.
Was ist denn nun die Antwort/Lösung/Entwicklung, die wir brauchen. Erstens: eine neue, saubere, billige und nahezu endlos verfügbare Energiequelle [technologisch]. Ein Wirtschaftssystem, das sich nicht aufgrund veralteter Konzepte wie der Vollbeschäftigung und Gewinnmaximierung definiert, sondern versucht, für JEDEN Beteiligten das Bestmögliche herauszuholen [politisch]. Ein Gemeinwesen, worin sich die Menschen nicht mit Intoleranz oder mühsam erkämpfter Quasitoleranz begegnen, sondern worin Unterschiede zwischen den Menschen (Individualität) erkannt, anerkannt und NICHT bewertet oder gar bestraft wird. [soziologisch]
Das ist sozusagen die Antwort, wie sie im Detail benamst wird, wie sie sich entwickeln wird, oder ähnliches, überlass ich mal dem Rest der Menschheit.
Die müssen ja auch noch was zu tun haben.

Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.