Geht es uns gut?

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tschurk

Beitrag von tschurk »

Ob's uns zu gut geht?
Ich denke dass viele von uns einfach nicht genug kriegen können, wir haben halt noch den Trieb in uns, soviel wie möglich zu horten, aber das wird oftmals zur Sucht :-(
Wenn ich lese, dass manche Frauen über 50 Paar Schuhe haben, frag ich mich echt, was das soll?
(Betonung auf "manche"!!!)
Und die ständige werbung nervt brutal, es ist unglaublich wieviel für Werbung ausgegeben wird, während es anderswo an allen Ecken und Enden mangelt.

Angst macht mir auch, dass immer mehr Land zubetoniert wird - sogesehen bin ich froh, dass wir in Europa wenig Bevölkerungszuwachs haben
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Schädelleuchten
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Beitrag von Schädelleuchten »

"Nur der Zufriedene ist reich!"
aber wie gesagt..das psychische,physische,seelische wohlbefinden ist da schon ein viel grösseres problem dass wir haben..
Gut gesagt, leider ein sehr grosses und stetig wachsendes Problem!
Twoface
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Beitrag von Twoface »

Ich schreibe hier jetzt etwas, was mich schon längere Zeit beschäftigt hat und jetzt zum Ausbruch gekommen ist...

schon länger blicke ich mit zwiespältigen Augen unsere Goa-Szene an... Auf die eine Seite, die herrliche, heile Goa-Welt, die es mir erlaubt, dem trubel der "Wahren-Realität" noch ein kleines fünkchen freude abzugewinnen... Auf der anderen Seite, die Erkenntnis, was eigenlich abgeht an den Partys... Jeder in der Realität, die er sehen will, jeder auf seinem Ego-Trip durch die eigene Gedankenwelt... Schlussendlich: Einsamkeit! Kennt ihr das Gefühl: Ah, dich habe ich auch schon mal gesehen, wie heisst du schon wieder? Ich garantiere euch: das nächste mal wisst ihr wieder nicht, wie er/sie heisst... Wieso? Weil sich das interesse meist auf die eigenen gedanken und gefühle beschränkt... Bekanntschaften werden unwichtig (resp. sind ersetzbar; ich kann mit jedem über lsd diskutieren), grosse Pläne werden geschmiedet und wieviele werden verwirklicht? Meist kann man sich nicht auf Versprechungen verlassen... Ich habe genug vom gerede, ich will taten sehen!

daher lag es nahe, bei mir selber anzufangen! Ich habe mich entschlossen, das "dj-leben" aufzugeben und abstand von partys zu nehmen! Der Hauptgrund dafür war: Ich würde mir nicht negative Gedanken (natürlich nicht nur negative, aber sie sind/waren vorhanden, das reicht) über etwas machen, wenn es das richtige für meinen weiteren Lebensweg ist! Angefangen hat das, als ich die "Standart-Rosarote-Brille" verloren habe... Partys waren plötzlich nichts mehr spezielles, das tanzen reizte mich nicht mehr besonders, ich wurde zum typischen "umemoz-goaner", der immer etwas zu kritisieren hatte oder besser: nie ganz zufrieden war / sich nie 100% wohl fühlte... Die Luft war langsam aber sicher raus, ich fühlte/fühle mich Energielos, war in ein Schema gepresst, welches sich immer wiederholte, welches immer mehr zum standart wurde... Ich hatte das Gefühl, im Leben stehen zu bleiben und ich bin überzeugt, dass ich in 10 Jahren noch keinen Schritt weiter wäre, würde ich den selben Weg weiter gehen, den ich bis jetzt eingeschlagen hatte...

ich will niemandem das Party-Leben versauen, ich weiss selber mehr als gut genug, wieviel spass eine party machen kann! Jeder muss seine Erfahrungen selber machen und ich bin überzeugt, dass fast jeder früher oder später so weit sein wird...

Wir stehen jeden Tag an einer Kreuzung, an der wir uns entscheiden können, in welche richtung wir gehen wollen, geht in die Richtung die ihr als richtig empfindet, nur eines nie vergessen: wenn einem die innere Stimme von einem Weg abrät oder einen Weg in Frage stellt, ist dieser Weg ganz bestimmt der Falsche, egal welche gegenargumente unser Hirn bringt.............!!!
lg
Nick
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Titali

Beitrag von Titali »

schön und ehrlich geschrieben twoface

ich kenn dieses gefühl, die falschheit an parties - am weekend hast du viele freunde und durch die wochen den hang-over und einsamkeit!!!

aber es kommt halt immer drauf an, was man sonst noch hat im leben! als ich nur noch von parties und weekends lebte, war mein leben ziemlich tief gesunken, auch freunde hatte ich immer wie weniger und mich selber konnte ich auch nicht mehr ausstehen! aber dieses leben ist schon ne weile vorbei, jetzt hab ich tausend ideen und dinge die ich sonst mache und geniesse es, manchmal an eine party voll abzutanzen!!!

alles nur einstlellungssache... alles verändert sich ständig... immer geht es weiter - endlos!!!

liebs grüessli titali***
Titali

Beitrag von Titali »

ich hab erst jetzt den ganzen tread gelesen und hab noch was :wink:

dem mensch geht es nur so schlecht, weil er nicht weiss, wofür er hier ist, er hat den glauben vor lauter überflüss verloren! ich meine damit nicht den katholischen, moslemischen, hinudistischen oder buddhistischen glauben – nein, sondern der glaube an sich selbst und die menschheit! wir müssen uns eher schämen, wie wir und auf diesem planeten verhalten – das gibt schuldgefühle und frust! wie kann man frust am besten unterdrücken? mit konsum, macht und gier!

noch was noch zum mitleid: mit jemanden mitleiden ist schlecht – aber mitgefühl für jeden und alles zu entwickeln ist eine kunst und weisheit!

hier noch ein schöne weisheit aus dem fernen osten:

Das Böse muss existieren, um das Gute erstrahlen zu lassen. Das Böse ist dass negative Gute.
Es ist ein realitver Ausdruck, Böses kann in Gutes verwandelt werden.
Was schlecht ist für einen Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt, kann für einen anderen zu einem anderen Zeitpunkt gut sein.
(Mencius Meng Tzu)
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@fire
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Beitrag von @fire »

Wie wahr, wie wahr

amen :twisted: :wink:
olli
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Beitrag von olli »

wenns allen gleich ging, gings denn dann keinem weder gut noch schlecht?
wie gings uns denn dann?
uns muss es gut und schlecht gehn - allein schon um den unterschied zu kennen!
schön wärs nur, wenn das gut/schlecht gehn ein bisschen besser verteilt wäre - das jeder von jedem ein bisschen abbekommen würde - aber vielleicht geht es am schluss ja auf, wer weiss!
ich auf alle fälle denke das....
“Alle Dinge sind ein Gift und nichts ist ohne Gift.
Nur die Dosis bewirkt, dass ein Ding kein Gift ist.“
Bombastus Theophrastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493 bis 1541)
Twoface
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Beitrag von Twoface »

Vielen Dank für eure ehrlichen und ausführlichen Antworten! Hat mich sehr gefreut! Wünsche euch alles gute für die Zukunft!

Nick
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Vada

Re:

Beitrag von Vada »

alten Thread herausgrab

[quote="abraxas"]der vater einer freundin meinte mal, dass er die globalisierung der nachrichten schlecht findet, weil man ein schlechtes gewissen bekommt wegen dingen, auf die man sowieso keinen einfluss nehmen kann.
er meinte, dass früher im landboten stand, dass der bauer huber eine schlechte ernte einfuhr, und deswegen über winter zuwenig zu essen hat. da konnte man dem bauer huber ein brot backen oder was weiss ich.
heute liest man in den news, dass ein palästinensisches geistesbehindertes kind mit einer ladung sprengstoff um den bauch gebunden über die grenze geschickt wird.
was willst du da noch machen?
in der informationsgesellschaft musst du halt auch lernen dicht zu machen, und dich abzuschotten.
wenn du schlecht drauf bist kannst du gar nichts tun, denn dann tust du dir in erster linie mal selber leid. und wenn du gut drauf bist, dann kannst du dich zum beispiel bei den peace brigades melden
http://www.peacebrigades.org/ /[quote]


da bin ich derselben Meinung.
Ich pflege zurzeit beim pendeln keine Zeitungen mehr zu lesen, sondern habe immer ein Buch dabei. Ich kann diese Storys nicht mehr sehen, ob sie wahr sind oder nicht. Einmal in der Woche Nachrichten schauen reicht auch.
Die Informationsgesellschaft schürt systematisch und schleichend den Hass, wie man unschwer beobachten kann, wenn man genau sieht, wie sich alles entwickelt.




Geht es uns gut???

JA!!!

Ich muss mich immer wieder an die Nase nehmen, wennn ich über mein Leben jammere, und mir bewusst machen, wie gut ich es eigentlich habe:

Die folgenden Sätze beziehen sich nur auf mich, und nicht auf die Allgemeinheit, jedoch ist es für viele Leute auf der Erde nicht selbstverständlich

- Ich bin mehr oder weniger gesund
- Ich habe eine Familie, die mich so liebt wie ich bin
- Ich habe ein Dach über dem Kopf, immer schön warm
- ich habe mehr als ein Zimmer zur Verfügung für mich selber!
- Ich habe jeden Tag genug zu essen und kann jeden Tag auswählen, was ich esen will, wo ich essen will, wann
- Ich lebe eigentlich im Luxus: Schokolade, Käse, Daunendecke, Zahnbehandlung, Freizeit,..und und
- Ich kann entscheiden, was ich machen will in meiner Freizeit
- Ich habe eine Arbeit, die mir gefällt und wenn nicht (mehr) kann ich eine entsprechende Weiter/Ausbildung machen
- Ich kann meine Meinung frei sagen, ohne dass ich ermordet werde
- Ich kan mir aussuchen, mit wem ich eine Beziehung möchte und wen ich heiraten möchte
- Wir haben keinen Krieg (noch nicht)
- Ich habe die freie Wahl, was ich anziehe
- Wenn ich mal nicht mehr arbeiten will/kann/muss, kann ich trotzdem überleben und werde finanziert
- Wenn ich alt und schwach bin, muss ich nicht mehr arbeiten gehen, da ich ich eine Rente erhalte (Achtung: Nur solange Vorrat)
Zuletzt geändert von Vada am Mi 31. Mär 2010, 10:04, insgesamt 6-mal geändert.
Vada

Re:

Beitrag von Vada »

Titali hat geschrieben:schön und ehrlich geschrieben twoface

ich kenn dieses gefühl, die falschheit an parties - am weekend hast du viele freunde und durch die wochen den hang-over und einsamkeit!!!

aber es kommt halt immer drauf an, was man sonst noch hat im leben! als ich nur noch von parties und weekends lebte, war mein leben ziemlich tief gesunken, auch freunde hatte ich immer wie weniger und mich selber konnte ich auch nicht mehr ausstehen! aber dieses leben ist schon ne weile vorbei, jetzt hab ich tausend ideen und dinge die ich sonst mache und geniesse es, manchmal an eine party voll abzutanzen!!!

alles nur einstlellungssache... alles verändert sich ständig... immer geht es weiter - endlos!!!

liebs grüessli titali***
*dito* schön gesagt titali.. wobei es am Anfang nötig ist, mal richtig Abstand zu nehmen, um aus dem Partytrott überhaupt rauszukommen und wieder andere Dinge zu geniessen.
Fallen Angel 3
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Re: Geht es uns gut?

Beitrag von Fallen Angel 3 »

Ja.. wer in unserer aufgeklärten Gesellschaft etwas negativ sieht, gilt schnell mal als depressiv, pessimistisch und ausserdem noch als Nestbeschmutzer. Diese Stigmatisierung hat in den letzten Jahrzehnten ziemlich zugenommen. Viele, insbesondere von der älteren Generation haben längst vergessen, das beispielsweise die Hippies nicht deshalb so sehr nach Liebe und Frieden gestrebt haben, weil sie Zweckoptimisten waren, sondern weil sie die realen Probleme ihrer Zeit erkannt haben, und genug davon hatten, jedoch nicht in einer passiven, angepassten, verdrängenden und stagnierenden Weise sondern indem sie aktiv auf den Strassen, in den Familien, in der Gesellschaft und in Gruppen (und auch auf Partys und sonstigen Veranstaltungen) versucht haben, diese Welt zu verändern. Und es ist ihnen teilweise sogar gelungen. Was für uns "Nachkommen" alles mehr oder weniger selbstverständlich und damit mehr oder weniger wertlos ist. Wir merken gar nicht, wie viel wir dem Willen zur Veränderung zu verdanken haben, und sind heute von jung bis alt grösstenteils hauptsächlich damit beschäftigt uns am Status Quo festzuklammern, und jeglicher Form von Veränderung mit Misstrauen wenn nicht sogar Ablehnung zu begegnen. Wir sind eine glückliche, fröhliche, oberflächliche, inaktive Gesellschaft, die sich mittels Berichten in Zeitungen hin und wieder über weit entfernte Probleme echauffiert, worin kein Platz ist für Lösungsvorschläge, Innovation oder Weitblick. Wer negativ denkt, gilt wenig und negativ ist alles, was versucht zu benennen woran diese Welt krankt. Trotz einer nie dagewesenen Informationsflut, worin alle Machenschaften aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Religion und was nicht noch alles offen für jedermann abrufbar ist, geschieht wenig bis nichts, um diese Verflechtungen, diese Starre zu durchbrechen.

Mir geht's NICHT gut. Ich habe alle die Punkte die Vada aufführt, ebenfalls. Kann ich alles abhaken. Und dennoch geht es mir nicht gut, weil ich keine Motivation darin sehe, mich gut zu fühlen, wenn es Milliarden von Menschen echt beschissen geht, unter anderem auch deshalb weil ich - wie alle anderen in diesen Breitengraden - von der Postkolonialisierung profitiere. Und rein gar nichts daran ändern kann. Ausser man glaubt den Buchverkaufenden reichen Esoterikern, die da sagen, dass es nur auf das eigene Wohlbefinden und die damit einhergehenden Energielevel ankäme. Früher nannte man das einfach Egoismus, heute gilt es als Schick alles im Leben darauf auszurichten, dass es einem selbst gut geht. Sonst ist man ja negativ. Gott bewahre!

Ich halte die menschliche Gesellschaft, die zurzeit diesen Planeten bevölkert für einen riesen grossen Witz. Ohne Willen - ohne Kraft - ohne Wünsche, einfach immer so weitermachen, wie immer. Statt endlich mal GLOBAL umzudenken, GLOBAL das Wissen umzusetzen, das überall herumliegt. Und dann sehe ich mich selbst, und muss zugeben, kaum besser zu sein. Im Gegenteil, es gibt sogar Leute, die versuchen zumindest etwas zu verändern, ich aber ziehe mich mehr und mehr von dieser Welt zurück, ebenfalls in Bücher, die ich beim Pendeln lese, weil diese (Science Fiction/Fantasy) immerzu von Welten erzählen, worin Einzelpersonen tatsächlich etwas erreichen, von Welten, wo es tatsächlich zumindest zum Schluss hin, gut ausgeht. Ablenkung eben. Das was uns ausmacht, unsere Generation, unsere Gesellschaft, unsere Welt.

Warum nicht einfach damit aufhören, und es geniessen? Warum alle "nerven" weil man soooooo negativ ist? Warum nicht einfach lächeln? naja warum nicht... Aber es wäre jedenfalls in meinem Fall nur eine Maske, die ich ganz davon abgesehen durchaus DAUERND trage. Man möge mir verzeihen, wenn ich das in diesem und anderen Beiträgen nicht tue. Vielleicht weil ich hin und wieder einfach mal sagen möchte was ich denke, auch auf die Gefahr hin, dann als negativ abgestempelt zu werden. Auch auf die Gefahr hin, negative Vibes zu verbreiten. Aber was solls, mir geht es nicht gut, nicht weil es MIR nicht gut geht, in meinem Leben ist soweit alles bestens. Aber dieser Welt geht es nicht gut, jedenfalls nicht so gut, wie es ihr gehen sollte, und es wird nicht besser. Und das schmerzt mich. Das klingt vielleicht etwas bescheuert, aber es ist halt so.

Die Leiden des (nicht mehr so) jungen Engels. höhö. ich weiss das interessiert keine Sau.
Aber was solls - hauptsache es geht mir gut. Das ist ja das einzige was Freunde und Feinde hören wollen, also bitte, wenns euch dann besser geht:

Mir geht es guuuuuuut!
/happy
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
Fallen Angel 3
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Re: Geht es uns gut?

Beitrag von Fallen Angel 3 »

...denn wenn ganz viele Leute traurig wären, dann könnte sich vielleicht auch was ändern...
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
Vada

Re: Geht es uns gut?

Beitrag von Vada »

@ FA3

klar ist das viele Leiden auf der ganzen Welt an Mensch, Tier und Natur grausam

Doch ich glaube, je mehr man and das schlechte auf der Welt glaubt, desto mehr wird schlechtes entstehen und umgekehrt. Also lieber das Umgekehrte.

Schliesslich habe ich auch ein Leben, dass ich zu leben habe und ich möchte es trotzdem geniessen.
Fallen Angel 3
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Re: Geht es uns gut?

Beitrag von Fallen Angel 3 »

Du sprichst von glauben (verb), und wie definiert sich das? Wenn das Gegenteil nicht bewiesen werden kann, so ist man gezwungen daran zu glauben. In diesem Fall (das Schlechte) ist es jedoch so, dass das Gegenteil durchaus bewiesen werden könnte. Das Nicht-Schlechte ist möglich, und es gibt mehr als genug Beweise dafür, dass es funktioniert. Warum glaubt dann trotzdem die Mehrheit daran, dass es das Schlechte "halt gibt"? Dass es unveränderlich ja sogar Bestandteil des Guten sei? Weil das unsere Religion ist: der Glaube daran, dass "man" nichts ändern KANN. Das alles was aktuell IST, so bleibt. Diese Einstellung widerspricht der Natur. Sie widerspricht auch der Logik. Und dennoch sagen alle, wenn sie eine dieser Zeitungen gelesen haben, "ist halt so, kann man nichts machen" oder sogar "das liegt in der menschlichen Natur". Was daran menschlich sein soll, frage ich mich. Das Leiden auf der Welt, das überall vorkommt, auch in sogenannt "ersten" sogenannt "freien" Welt ist einzig deshalb so unveränderlich, weil sich die Leute nicht endlich mal hinsetzen, die soziologischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge auf den Tisch legen und sagen: "so, und dies und das muss sich JETZT ändern". Warum tun sie das nicht? Weil sie Angst vor Veränderung haben, weil sie Angst davor haben, ihre Überzeugung zu verlieren, dass es Leid "halt gibt, schon immer gab, und immer geben wird." Stattdessen leben sie ihr eigenes Leben, schliesslich haben sie ja nur das. Ich möchte das nicht mal unbedingt verurteilen. Ich versuche nur aufzuzeigen, das dies der eigentliche Ursprung dessen ist, was man zusammenfassend als Leid bezeichnen kann. Kein Gedanke wird verschwendet an die Zukunft, an das was nach uns kommt, an das was man vielleicht "Menschheit" nennen könnte. Wir leben so sehr im JETZT, dass wir dabei vergessen, vorauszuplanen, und als Spezies zu wachsen. Wir drehen uns im Kreis. Und fühlen uns dabei sogar noch "gut".
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
Fallen Angel 3
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Re: Geht es uns gut?

Beitrag von Fallen Angel 3 »

ah jetzt ist Dein Beitrag weg - naja was solls. :)
Toast hat geschrieben:Durch Abgrenzung. Nicht zu verwechseln mit Ignoranz!
Wo fängt das eine an und hört das andere auf?
Toast hat geschrieben:Worte allein führen kombiniert mit Weltschmerz zu Selbstvorwürfen.
Aber sind diese (Selbstvorwürfe) denn nicht gerechtfertigt?
Klar, ich persönlich bin nicht derjenige, der Schuld ist, an der Situation der Welt.
Andererseits bin ich auch nicht derjenige, der fähig ist, in irgendwelche Krisengebiete zu reisen etc.
Und warum? weil ich keinerlei Motivation habe. Man könnte meinen Weltschmerz sei Motiviation genug,
aber das stimmt eben nicht. Mich motiviert es.. oder würde es motivieren... wenn ich eine Zukunft sähe.
Wenn ich irgendwie das Gefühl bekomme, ES LOHNT SICH, sich einzusetzen, etwas anzureissen - etwas zu tun.
Tatsache ist aber, dass auch der Einsatz von Hunderttausenden von Menschen, die etwas tun, angesichts einer viel grösseren Mehrheit von Milliarden von Menschen, die nicht das geringste tun, um das Leid zu vermindern, einfach belanglos ist. Nett, bewundernswert, stark und cool - sicher. Aber letztlich ergebnislos.

Warum ist das so? ich nenn die Antwort auf diese Frage Trägheitseffekt. Die Masse ist ebendies: eine MASSE. Es ist meiner Ansicht nach nicht möglich, irgendein Symptom der Gegenwart zu "heilen" DAMIT sich etwas verändert. Die Symptome der Krankheit Masse müssen zwar geheilt werden, und ein Glück gibt es die Hundertausenden, die sich dieser Aufgabe annehmen - verändern können sie aber nicht das Geringste. Weil Veränderung etwas ist, das die gesamte Masse beeinflussen müsste.

Man müsste also quasi Grössenwahnsinnig sein. Oder besser gesagt, verstehen lernen, wie eine Masse funktioniert, was sie antreibt, wie man sie beeinflusst, und natürlich müsste man dann auch noch ein Mensch sein, der selbst nichts anderes als das beste für ALLE im Sinn hat. Ohne Ausnahmen. Ohne unterdrückte Minderheiten.

Welcher Politiker der heute lebt, könnte so etwas von sich behaupten? Welcher Kirchenfürst? Welcher Sektenguru? Jeder ist entweder schlicht aufgrund eigener Unzulänglichkeiten an persönlicher Macht interessiert, oder aber derart stark in Lobbys eingebunden, dass es für ihn keine Lösungen geben darf, die ALLEN zugute kommen. Sonst verliert er die Lobby und das wars dann mit seiner Politik...

Die (romantisch-verklärte) Demokratie geht davon aus, dass mittels Abstimmungen etwas, ja mehr erreicht werden kann, weil das Volk sozusagen selbst entscheidet, was es eigentlich will. Soweit die Theorie. Die Mehrheit der meisten Völker weiss derart was sie will, dass sie gar nicht erst mitmacht, bei diesen Abstimmungen.. Also doch wieder auf die Elite vertrauen, die nur Eigennutz im Sinn hat?

Aus all diesen Gründen bin ich sicher, dass sich der Zerfall der Welt weder mit guten Gedanken, noch mit gutgemeinten Taten aufhalten lässt. Es müsste - und das ist reines Wunschdenken - von heute auf morgen ein Bewusstseinswechsel im Kollektiven Unterbewusstsein der Menschheit stattfinden. Sofern es das überhaupt gibt. Wie wahrscheinlich ist das? Gab es das schonmal? Was könnte so einen Wechsel verursachen?

Betrachten wir die Highlights der menschlichen Geschichte rückwärtsgerichtet: (CERN), Informatik, Genetik, Hippies, Atomkraft, Women's Liberation, Demokratisierung, Industrialisierung (+verbesserte Landwirtschaft), Aufklärung, Buchdruck - dann lange nichts - Papier, Monarchie, Agrarwirtschaft.

Man sieht: es gibt durchaus Entwicklung in der Vergangenheit, sowohl technologisch, als auch politisch, als auch soziologisch. Manche der aufgezählten Dinge hatten einen grossen Einfluss auf die Menschheit als ganzes, andere sind bis heute nicht weltweit installiert. (Eine Monarchie ist beispielsweise einer Diktatur vorzuziehen, weil es in einer Monarchie den mässigenden Einfluss der Aristokratie gibt, während in einer Diktatur ein Einzelner die Absolute Macht hat. Absolute Monarchie ist natürlich genauso dumm. Viele Länder auf der Welt sind dem Schein nach eine Repuplik, faktisch eine Diktatur, diese sind also noch immer auf dem Stand von vor 6000 Jahren. Logisch gibt es dort keine Entwicklung. Das kann man nicht ändern indem man einfach versucht Industrialisierung "draufzuklatschen". Die gesellschaftliche Struktur ist für diese Technologie noch nicht bereit - und wird daher von den "höher" entwickelten Kulturen aufs schamloseste Ausgebeutet).

Aber: hat das auch tatsächlich einen Einfluss auf DIE MASSE? Women's Liberation (auf deutsch mit 'Emanzipation' übersetzt...) ist jetzt schon beinahe 80 Jahre alt und immer noch gibt es auf diesem Planeten Frauen die alles andere als befreit sind. Was oftmals (interessanterweise) mit noch älteren (und damit unterlegenen) Konzepten wie der Religionsfreiheit (etwa 150 Jahre alt) begründet wird.

Warum kann eine gesellschaftlich höher entwickelte Kultur eine gesellschaftlich tiefer entwickelte Kultur (sprich: keine Informatik, keine Atomkraft, keine Hippies, keine Demokratie, keine Monarchie) übervorteilen, indem sie eine technologische Errungenschaft wie die Industrialisierung oder moderne Agrarwirtschaft "draufklatscht"? Und warum können umgekehrt diese übervorteilten Kulturen, indem sie sich auf eine tiefere kulturelle Errungenschaft wie die Religionsfreiheit berufen, eine höherentwickelte Errungenschaft wie die Emanzipation aufhalten?

Das sind die Fragen, die massentauglich -wenn man das wort mal anders anwenden darf - sind. Die Massen werden von der Antwort auf solche Fragen beeinflusst, und nicht von der Menge an Geld, die hin und her fliesst. Diese Fixierung auf Das Kapital, die wir vermutlich alle diesem Marx zu verdanken haben, ist NICHT die Antwort, auf Massenphänomene und -Entwicklungen.

Aber ich schwadroniere. O:)

Was ist denn nun die Antwort/Lösung/Entwicklung, die wir brauchen. Erstens: eine neue, saubere, billige und nahezu endlos verfügbare Energiequelle [technologisch]. Ein Wirtschaftssystem, das sich nicht aufgrund veralteter Konzepte wie der Vollbeschäftigung und Gewinnmaximierung definiert, sondern versucht, für JEDEN Beteiligten das Bestmögliche herauszuholen [politisch]. Ein Gemeinwesen, worin sich die Menschen nicht mit Intoleranz oder mühsam erkämpfter Quasitoleranz begegnen, sondern worin Unterschiede zwischen den Menschen (Individualität) erkannt, anerkannt und NICHT bewertet oder gar bestraft wird. [soziologisch]

Das ist sozusagen die Antwort, wie sie im Detail benamst wird, wie sie sich entwickeln wird, oder ähnliches, überlass ich mal dem Rest der Menschheit.

Die müssen ja auch noch was zu tun haben. :lol:
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
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